Mitten in Erkrath wird’s links

Mitten in Erkrath wird’s links

Was will 'Die Linke‘ eigentlich für die Stadt Erkrath, mögen sich viele Erkrather beim Anblick der neuen Geschäftsstelle in der Bahnstraße fragen. Wir haben die Geschäftsstelle der Partei 'Die Linke‘ in der Bahnstraße besucht und stellvertretend für alle Erkrather erfragt, was sich die Partei für Erkrath vorstellt.

(RG) "Ich bin froh, dass das Forum Sandheide nun endlich in die Wege geleitet wird", verrät Hans-Jürgen Rieder bei unserem Besuch. Ihm und seiner Partei liegen Begegnungsräume am Herzen und einen solchen Begegnungsraum erhoffen sie sich auch vom Forum Sandheide. Die Partei, die sich für gerechte und kostenlose Bildung von der Kita bis durchs Studium stark macht, sieht in Erkrath vor allem Bedarf für eine Gesamtschule, die mehr gemeinsames Lernen ermöglicht. Langfristig sollte auch in Erkrath der Besuch von Kitas und Ogata inklusive eines Mittagessens für jedes Kind frei sein. Die Linke hat sich von Beginn an für das Förderprogramm 'Soziale Stadt‘ in Erkrath eingesetzt und freut sich darüber, dass sich inzwischen entgegen anderer Meinungen herausgestellt hat, dass das Projekt Soziale Stadt und der Neubau der Feuerwache parallel machbar sind. Die dafür notwendige Umwidmung des Naturschutzgebiets würde die Partei indes gern noch einmal auf den Prüfstand stellen und auch einen realistischen Zeitplan für die Maßnahmen sehen wollen.

Die Linken, die eine Feuerwache für existenziell wichtig für die städtische Gemeinschaft halten, sind der Meinung, dass auch eine Sanierung und ein Ausbau der Feuerwache am derzeitigen Standort möglich wären. Das Projekt in der Schmiedestraße, das altersgerechtes Wohnen in einem mehrgenerationenumfeld ermöglicht, begrüßen sie. Der soziale Wohnungsbau müsse vorangetrieben werden, damit wohnen für alle Menschen bezahlbar bleibt. In der Flüchtlingsarbeit wünschen sie sich, dass die jeweiligen Kulturen transparent gemacht werden und die Menschen so voneinander lernen können. Zur Frage der Zukunft des Sandheider Markts antwortet Rieder "Diese Situation hat die Stadt selbst geschaffen, indem kaum 800 Meter entfernt der Hochdahler Markt etabliert wurde. Für den Sandheider Markt muss ein alternatives Konzept gefunden werden, weil zwei Zentren gleicher Art in unmittelbarer Nähe nicht überleben können."

Für die Bahnstraße wünscht sich 'Die Linke‘ ein Leerstandskonzept, das alternative Ideen aufgreift. So könne, wie in Nachbarstädten, 'Kunst gegen Leerstand‘ für neue Belebung sorgen. Auch die Vielfalt der Nationalitäten dürfe gern bei der Neubesiedlung Einzug halten und internationale Spezialitäten präsentieren. Nachttrödelmärkte oder überdachte Märkte in Leerständen, die nicht in Konkurrenz zum Wochenmarkt stehen, könnten weitere Wiederbelebungsmöglichkeiten sein. Für mehr Besucherfreundlichkeit sollte eine öffentliche Toilette eingerichtet werden oder das Konzept der 'netten Toilette‘ umgesetzt werden, bei dem Gaststätten gegen eine Aufwandsentschädigung ihre Toiletten für Besucher öffnen.

Für mehr Mobilität und gleichzeitige Entlastung der Straßen vom motorisierten Individualverkehr setzt sich die Partei für eine Erhöhung der Taktfrequenzen des öffentlichen Personennahverkehrs ein, der aus Sicht der Linken umlagefinanziert und kostenlos sein sollte. Damit es mit der Wirtschaft und der Zukunft klappt, wünschen sich die Linken noch mehr Engagement für den Glasfaserausbau.

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