Mit 28 Jahren in einer leitenden Tätigkeit zu arbeiten, kommt in so jungen Jahren eher seltener vor. Stefanie Richter hatte sich eigentlich vor knapp 1,5 Jahren auf die freie Stelle für eine Tierpflegerin in Hilden beworben. Ihre Ausbildung hatte sie vor zehn Jahren im Tierheim Bettikum in Neuss erfolgreich absolviert und dort zehn Jahre lang gearbeitet. „Unter anderem war ich in Bettikum auch stellvertretende Leitung“, sagt sie. Als dann quasi zeitgleich mit ihrer Bewerbung fürs Tierheim Hilden die Stelle der Leitung vakant wurde, könnte man fast sagen, dass es für sie eine glückliche Fügung war, denn sie nahm die Stelle an.
Stefanie Richters Steckenpferd sind die Wildtiere. „Mit der Pflege und dem Wiederaufpäppeln von Wildtieren, die bei uns im Tierheim ankommen, gehe ich richtig auf. Auf diesem Gebiet besuche ich auch regelmäßig Fortbildungen.“ Damit das Tierheim in Hilden diese Tiere auch kompetent betreuen kann, wurde für sie eigens eine Wildtier-Hütte gebaut, in der sie bei Verletzungen und Krankheit fachgerecht behandelt werden können und auch gut untergebracht sind. Zu den Patienten zählen beispielsweise Eichhörnchen, Igel, Sing- und Rabenvögel, Ratten und Siebenschläfer. „Allerdings keine Greifvögel. Dafür fehlt uns im Tierheim der entsprechende Platz beziehungsweise das Know-how.“ Aktuell baut das Team des Tierheims Hilden noch eine Auswilderungs-Voliere. Die restlichen Baustellen im Hunde- und Katzenbereich (wir berichteten) sind nun abgeschlossen und nun kann wieder etwas Ruhe einkehren. Wobei die dann vermutlich nicht lange anhalten wird, denn der Frühling steht vor der Tür und damit auch die Kitten- und Wildtieraufzucht. „Die kleinen Fellnasen werden uns dann wieder ordentlich auf Trab halten. Im Jahr 2025 waren es insgesamt knapp 460 Wildtiere, die wir im Tierheim aufgenommen haben.“
Stefanie Richter sagt über sich selbst, dass sie eher ein praktisch veranlagter Typ ist, und packt deshalb auch selbst im Tierheim mit an. „Klar gehören auch Büroarbeit und administrative Tätigkeiten zu meinem Aufgabenfeld, aber direkt mit den Tieren zu arbeiten, dass macht mir immer noch am meisten Freude.“
Auch nach über zehn Jahren in diesem Job gibt es immer wieder Tage, an denen ihr das Schicksal der Tiere sehr ans Herz geht. „Natürlich ist der Aufenthalt in einem Tierheim für unsere Vierbeiner kein Idealzustand, aber sowohl ich als auch unser Team versuchen dabei immer positiv im Kopf zu bleiben und es den Tieren so angenehm wie möglich zu machen. Dabei geben wir nie die Hoffnung auf - das gilt vor allem für unsere ‚Langzeit-Insassen‘. Auf jeden Topf passt ein Deckel.“
Um den Tieren etwas Abwechslung zu bieten, gibt es im Tierheim Hilden beispielsweise die sogenannten „Social Walks“, bei denen Gassigänger und Vierbeiner in regelmäßigen Abständen Ausflüge in die nähere Umgebung machen. So sehen alle Beteiligten auch mal einen anderen Baum. Die „Katzenkuschler“ versüßen den Miezen den Tag mit Extra-Streicheleinheiten und wilden Spielangeboten. Hin und wieder passiert es dann auch mal, dass sich jemand aus dem Team - sei es von den Haupt- oder Ehrenamtlichen - in eins der Tiere verguckt und es am Ende dann adoptiert. „Mein Hund Jack beispielsweise, der schon sehr lange im Tierheim Bettikum war, hat mit meiner Anstellung in Hilden dann ein Zuhause bei mir gefunden. Ich konnte ihn einfach nicht dort zurücklassen“, gesteht Stefanie Richter.
Aktuell arbeiten 13 Menschen im Tierheim Hilden, darunter auch zwei Azubis. Doch ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer wäre der Alltag nicht zu stemmen. Deshalb freut sich das Hildener Tierheim stets über Verstärkung - vor allem für die Betreuung der Hunde.
Wer sich einmal selbst ein Bild über das Tierheim Hilden machen und das Team rund um Stefanie Richter kennenlernen möchte, hat beispielsweise an folgenden Terminen die Möglichkeit dazu:
- 28. März, 11 bis 17 Uhr, Ostermarkt
- 29. und 30. August, 11 bis 17 Uhr, Sommerfest
- 21. November, 11 bis 17 Uhr, Adventsmarkt
Weitere Informationen finden sich außerdem auf der Webseite des Tierheims (www.tierheim-hilden-ev.de).