Wir haben unser Tennisschicksal selbst in die Hand genommen

Wir haben unser Tennisschicksal selbst in die Hand genommen

Im kleinsten Stadtteil Erkraths haben die Menschen gelernt für sich selbst aktiv zu werden. Auch beim Tennis und damit begann die wunderbare Geschichte des TC 82 Erkrath.

(RG) Bis 1975 gehörte das dörfliche Unterfeldhaus als Teil von Unterbach zur Stadt Erkrath. Dann kam die Gebietsreform und Unterbach wurde zu Düsseldorf eingemeindet, während Unterfeldhaus weiter zu Erkrath gezählt wurde und damit der kleinste der drei Erkrather Stadtteile wurde. Mit dem neu entstehenden Gewerbegebiet wuchs in Unterfeldhaus auch die Einwohnerzahl.

Junge Familien zogen nach Unterfeldhaus ins Grüne. Die Wohngegend bot viel Natur, aber darüber hinaus gab es kaum Abwechslung. Wer Sport im Verein treiben wollte, musste mit den umliegenden Einrichtungen vorlieb nehmen und beim Tennis bedeutete das Anfang der 80er Jahre "lange Wartelisten", denn die Vereine waren überfüllt. Die ehemaligen Bauernstuben am Millrather Weg waren damals der einzige Ort, an dem die Unterfeldhauser gesellig zusammenkommen und Neuigkeiten austauschen konnten.

"Dort entwickelte sich dann auch die Idee einen eigenen Tennisverein zu gründen, um nicht länger auf eine Mitgliedschaft in den umliegenden Vereinen warten zu müssen", weiß Britta Theisen, heute Vorsitzende des TC 82. Schnell fand eine unternehmungslustige Gruppe tennisbegeisterter Bürger zusammen, die den TC 82 gründeten. Einen eigenen Platz gab es nicht, dafür aber eine schnell wachsende Mitgliederliste. Gespielt wurde auf den Anlagen der umliegenden Vereine, aber das reichte den Mitgliedern nicht lange. Sie gaben dem Verein ein Darlehen, von denen dann das heutige Clubgelände gekauft werden konnte.

Die ersten Spiele auf dieser Anlage fanden am 1. Mai 1984 statt. Heute bietet der TC 82 Erkrath sechs Außenplätze, ein gemütliches Clubhaus und eine Halle mit drei weiteren Plätzen. Vieles ist durch Eigenleistung der Mitglieder entstanden, zu denen auch Handwerker, Finanzexperten und Organisationstalente gehörten. Das gemeinsame Engagement hat aus Tennispartnerschaften Freundschaften wachsen lassen und so spielte auch die Geselligkeit eine große Rolle im Verein. Auf den eigenen Plätzen wurden erste Clubmeisterschaften ausgetragen und die Tennisjugend des neuen Vereins entwickelt sich gut. Davon war auch Erkraths ehemalige Bürgermeisterin Gloria Ziller beeindruckt. Sie stiftete einen Wanderpokal für ein Erkrather Jugendturnier aller Vereine, das seitdem jährlich stattfindet.

Das Turnier richtet der TC 82, inzwischen unter dem Namen "Stadtwerke Erkrath Pokal", bis heute aus. Das lebhafte Clubleben wurde in der Vereinszeitschrift "TC tennis news" dokumentiert. Im TC 82 findet heute jeder,
ob jung oder alt, ob Anfänger oder Fortgeschrittener, den passenden Spielpartner. Gespielt werden kann in Mannschaften bei Medenspielen genauso, wie in Hobbyrunden, bei Clubmeisterschaften, bei Jugend- und Familienturnieren, ganz nach eigenem Geschmack und Können. Mit der Tennisschule TWTA (Team Work Tennis Academy) von Ingo Meier gibt es für jeden die passende Trainingsmöglichkeit.

Auch im Winter muss im TC 82 niemand auf Tennis verzichten. Die Halle mit gelenkschonendem Schwingboden wird während der Wintersaison auch von umliegenden Vereinen genutzt. Beliebt ist auch der vereinsoffene Wintercup, der in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal ausgetragen wird. Bei allen sportlichen Entwicklungen ist im TC 82 die Geselligkeit nie zu kurz gekommen und so gibt es neben dem Tennisspiel gemeinsame Ausflüge, Radtouren, Skatturniere und Feiern im Clubhaus. Gelegentlich wird sogar ein Jazz-Frühschoppen veranstaltet.

"Auch Familien kommen bei uns nicht zu kurz. Dafür sorgen ein kleiner Spielplatz in der Außenanlage und eine professionell eingerichtete Bouleanlage", sagt Heide Horn, die im Verein seit der Gründungszeit Pressewart ist.