Kom(m)ödchen Ensemble in Höchstform begeistert Erkrather Publikum

Kom(m)ödchen Ensemble in Höchstform begeistert Erkrather Publikum

Kürzlich war das Düsseldorfer Kom(m)ödchen Ensemble und die Akteure Daniel Graf, Heiko Seidel, Maike Kühl und Martin Maier-Bode, mit ihrem Programm "Deutschland gucken" wieder einmal gern gesehener Gast in der Erkrather Stadthalle.

(TK) Ein schon seit Ewigkeiten manifestiertes Ritual der Freunde Dieter, Bodo und Lutz ist es, sich zusammen alle Deutschlandspiele im Fernsehen anzuschauen. Schon immer und das zu dritt. Weitere ausgeprägte Gemeinsamkeiten gibt es unter den Freunden nicht. Lutz der keine Menschen mag verweigert sich dem Leistungsgedanken, Dieter, der hart arbeitende Familienvater, kommt vor lauter Ackern gar nicht mehr zum Nachdenken wohingegen Bodo, der Neureiche, trotz zeitlicher Möglich-keiten nicht weiß worüber er nachdenken könnte. Ausgeprägte Gemeinsamkeiten sind der frenetische Torjubel und die kontrovers geführten Diskussionen über taktische Fouls und die Moderation von Tom Bartels.

Als Bodo eines Abends seine neue Freundin Solveig, eine Dokumentarfilmerin die an einem ehrgeizigen arte-Projekt, dass zeigen soll, welche Auswirkungen der WM-Sieg auf die deutsche Psyche hat mitbringt, brechen die verkrusteten Strukturen zusammen. Einen folgenschweren Fehler begehen sie als sie zustimmen, sich beim Fernsehgucken filmen zu lassen

Wo früher wortloses Einverständnis war, entwickelt der Abend eine neue Dynamik. Alles steht plötzlich in Frage: die jahrelange Freundschaft, aber auch Identitäten, Lebensentwürfe und das Nationalgefühl. Darf man in Deutschland patriotisch sein? Oder ist man dann gleich Nationalist?

Es ist immer wieder eine Freude Daniel Graf, Heiko Seidel, Maike Kühl und Martin Maier-Bode zu zuschauen insbesondere wenn sie in Höchstform sind. Wer das Programm "Deutschland gucken" kennt, stellt fest, dass bei jedem Auftritt das aktuelle Zeitgeschehen mit eingebaut wird und somit jeder Auftritt der Gruppe ein Unikat ist. Die Akteure rissen das Publikum mit und in ihren Bann. Eine Lachsalve folgte der Anderen und unterstrich so die Qualität der Akteure. Das Kom(m)ödchen war vom Kabarettangebot in der laufenden Saison ein absolutes Sahneschnittchen.

In der mit mit 430 Zuschauern leider nicht ganz ausverkauften Stadthalle gab es reichlich Szenenapplaus und einen langanhaltenden verdienten Schlussapplaus. Während der Aufführung blieb kein Auge trocken, so dass alle Zuschauer nach der Pause gerne und motiviert wiederkamen.