Glasfaserkabel für Erkrather Gymnasium

Schnell durchs Internet surfen : Von der Leistung überrascht

Seit kurzem hat das Gymnasium am Neandertal einen Glasfaseranschluss. Schüler und Lehrer waren vom „schnellen Internet“ überrascht.

Mit dem GymNeander ist nun auch das zweite Gymnasium in Erkrath mit Glasfaser ausgestattet und fit für die digitale Zukunft. „Wir beanspruchen für den Glasfaserausbau keine Fördermittel, weil wir ohne schneller ausbauen können“, erklärt Michael Küpping von den Stadtwerken Erkrath, denn die Beantragung von Fördermitteln und die Dauer bis zur Förderzusage braucht einfach mehr Zeit. Begonnen hat der Glasfaserausbau in den Gewerbegebieten. 80 Gewerbekunden nutzen in Erkrath inzwischen „die Lichtwelle“ und können selbst bestimmen, wie viel Leistung im Up- und Download sie benötigen. Das gilt auch für Erkraths Schulen und wenn die gewählte Leistung sich künftig als zu schwach erweist, kann jederzeit erweitert werden. Bis zu ein Terrabyte ist möglich.

Noch sind nicht alle Schulen am schnellen Netz, aber das soll sich jetzt ändern. „Noch in diesem Jahr statten wir auch die kleineren Schulen und öffentliche Gebäude mit Glasfaser aus“, kündigt Küpping an. Schulen und öffentliche Gebäude sollen auch untereinander mit „Dark Fiber“ sicher vernetzt werden, so dass künftig bei einem Schulwechsel die Schülerdaten digital übertragen werden können. In Düsseldorf ist das schon Realität und erleichtert die Verwaltungsarbeit. Im GymNeander sind zwischen 180 und 190 Computer im Einsatz. 120 bis 130 davon sind Festnetzrechner, die über das LAN-Netzwerk mit dem Internet verbunden sind. Der Rest sind Laptops oder Beamer, die über WLAN angebunden sind. Sie können die neue Bandbreite noch nicht ausschöpfen, weil das Schul-WLAN erst noch an die neuen Möglichkeiten angepasst werden muss. „An den Festnetzrechnern merken wir den Unterschied zu vorher schon deutlich“, sagt Schulleiter Hans Gruttmann zum Glasfaseranschluss. Besonders sei das im Rahmen des Lernzeitenkonzepts in der ersten Schulstunde zu bemerken, wenn alle aufs Internet zugreifen.

Mit dem Anschluss ans Glasfasernetz beginnt in den Schulen erst die eigentliche Arbeit und die Überlegung, wie die neuen Möglichkeiten genutzt werden sollen, was datenschutzrechtlich zu bedenken ist und wie man unterschiedliche WLAN-Netze so einrichtet, dass sie altersgerecht sind. Dabei sollen die Netze sich untereinander nicht verknüpfen können. Gerade für die Fünft- und Sechstklässler sei das wichtig, erläutert Gruttmann. Aktuell werden die Bedarfe zusammengetragen und ein Konzept erstellt, mit dem die Stadt Erkrath finanzielle Mittel im Rahmen des Digitalpakts Schule abrufen will. „Davon dürfen allerdings nur 20 Prozent für Hardware an den Schulen eingesetzt werden“, erklärt der Schulleiter, warum es zum Beispiel nicht möglich ist, alle Schüler mit Tablets auszustatten.

Für die Wartung des Netzes hat die Stadt Erkrath ein externes Unternehmen beauftragt. Im GymNeander gibt es im vergleichsweise jungen Kollegium zwei bis drei Lehrer, die in der Schule als Ansprechpartner für Fragen zur Verfügung stehen. Zu ihnen gehört auch Maren Hütter, die bei der letzten LAN-Party kurz vor den Osterferien die Begeisterung der Schüler über das schnelle Netz erleben durfte. Eine offizielle Ankündigung gab es nicht. Für die Streuung der Nachricht sorgen die Schüler selbst. „Wir waren ja selbst überrascht, dass es am 1. April da war“, erinnert sich Maren Hütter und ergänzt „Wir hatten mit entsprechenden Bauarbeiten gerechnet, aber keine gesehen“. Das lag daran, dass es zum GymNeander Leerrohre gab, sodass nur ein kleines Kopfloch bis zum Leerrohr nötig war, erläutert Michael Küpping.

In den kommenden fünf Jahren soll der Bedarf an Glasfaseranschlüssen in ganz Erkrath gedeckt sein. Spätestens dann kann auch jeder Privathaushalt vom schnellen Internet profitieren.

(RG)
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