Impro-Theater in der Begegnunsstätte Gerberstraße : Ausstieg vom Alltag

Monika Thöne ist Tanztherapeutin und Pädagogin. Seit 36 Jahren spielt sie Theater und lädt nun interessierte Teilnehmer zum WattenTheater ein.

„Den Namen WattenTheater habe ich gewählt, weil ich ursprünglich aus dem Ruhrgebiet komme“, erklärt sie und führt weiter aus „Was für ein Theater heißt das auf Hochdeutsch“. Sie hat die Stühle im großen Raum der Begegnungsstätte der Caritas in der Gerberstraße zur Seite geräumt. In der Mitte steht ein kleiner Strauß Blumen in einem Wasserglas. Daneben eine Kerze vor der einladend ein Buchstabenschild sagt „Tagsüber Zirkus – abends Theater“. Schnell wird den Teilnehmern klar, dass es bei dieser Form von Theaterspielen offensichtlich nicht viele Requisiten braucht. Hier braucht auch niemand lange Texte auswendig lernen. Es reicht sich selbst einzubringen.

In einer kleinen Begrüßungsrunde und zum Aufwärmen stellt Monika Thöne Wassergläser auf den Boden. Sie macht den Anfang. „Herrlich so ein kühles Glas Wasser“, hebt sie ihr Glas und erklärt, dass sich allein um das Glas Wasser herum bereits einiges inszenieren lässt. „Wasser ist der Quell des Lebens“, proste ich Monika zu und übe mich im improvisierten Dialog rund um das Wasserglas. Im WattenTheater ist alles möglich. Wortspiele rund um einen Gegenstand, ein in den Raum gestelltes Stichwort wie „gelb“, aus dem sich dann ein ganzer Theaterdialog ergibt oder auch das Spiel ohne Worte, in dem nur Mimik, Gestik und Bewegung zählen. Es darf kopiert werden. Worte die schon jemand sagte, um sie im Zwischenruf zu verstärken oder Gesten, die bereits gespielt wurden. Hier ist alles möglich. Vor allem auch einmal der oder die zu sein, die man nie sein konnte oder durfte. Hier zieht der Finanzbeamte seine Anzugjacke aus und spielt den frechen Flegel oder die Pflegerin, die tagein tagaus für andere da ist, wird zur Prinzessin. Faszinierend ist, dass bereits wenige Minuten nach Start der Alltag draußen bleibt, der anstrengende Arbeitstag vergessen ist und man über das improvisierte Theaterspielen ganz im hier und jetzt ankommt.

Im WattenTheater gibt es viele Spielarten und Monika Thöne kennt sie alle. Seit vielen Jahren leitet Sie die Stehgreiftheatergruppe Impromix. Die zehn Mitglieder der Gruppe sind zwischen 56 und 91 Jahre alt. Die Gruppe trifft sich montagsnachmittags um 15 Uhr. Für die meisten Berufstätigen sind Angebote zu dieser Uhrzeit uninteressant, weil sie grundsätzlich nicht teilnehmen können. „Mit WattenTheater habe ich deshalb eine Gruppe ins Leben gerufen, die auch für Berufstätige geeignet ist“, erklärt Monika Thöne. Die Gruppe trifft sich jeden Mittwoch um 20 Uhr in der Begegnungsstätte Gerberstraße 7. Noch sind nicht alle zehn Teilnehmerplätze belegt. Wer gerne mal vom Alltag abschalten möchte und Spaß am improvisierten Theaterspielen hat, kann einfach zum Schnuppern vorbeikommen.

(RG)
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