Anlässlich des 30-jährigen Geburtstages war ein Theaterdoppelpack angesagt. Die Jubiläumsaufführung, mit „Hydra – übernehmen Sie“ und „Romeo und Julia – Backstage“ stand auf dem Programm. Das liebevolle Catering begrüßte wie jedes Jahr die Besucher. Auch die Helfer vor und hinter der Bühne trugen zum Erfolg der Veranstaltung bei. Alle waren gut aufgelegt und es herrschte wie immer eine freundliche und menschlich entspannte Atmosphäre. Die vorhandene Spannung bezog sich nur auf das, was man erwartete.
In dem Stück „Hydra – übernehmen Sie“ von Norbert Haber geht es darum, das Nikolas mit der neuen Zeit gehen möchte, aber seine Frau Annegret Anschaffungen von digitaler Technik scheut. Beide erarbeiten einen Kompromiss, indem Nikolas einer selbst gebastelten „ALEXA“ Befehle erteilt, die Annegret ersatzweise ausführen muss - und zwar so lange, bis sie der Anschaffung einer echten „ALEXA“ zustimmt. Von Herbert, einem vermeintlichen Technikfreak, wird Nikolas überredet, sich das Neueste vom Neuen, die Box „HYDRA“, zuzulegen. Mit dieser zusammen zieht auch ein „Geist“ in den Haushalt ein, der der seelenlosen Box ein aufregendes Leben einhaucht.
In „Romeo und Julia – Backstage“ von Heidi Moor-Blank steht die kleine Provinzbühne kurz vor der Premiere von „Romeo und Julia“, doch es geht alles schief. Eindrucksvoll wird geschildert, welche Dramen sich hinter der Bühne in der Künstlergarderobe abspielen. Von fehlenden Schauspielern, über nicht sitzende Texte bis hin zu zwei Maskenbildnern, die versuchen, den Laden zusammenzuhalten. Alle Versuche werden unternommen, um die Premiere nicht platzen zu lassen.
Wie immer war die Veranstaltung des Spotlight-Theaters an Professionalität nicht zu übertreffen. Alle Darsteller gaben, wie in all den anderen Jahren nicht nur ihr Bestes, sondern übertrafen sich selbst. Die Voraussetzungen für einen gelungenen Theaterabend waren gegeben. Bis auf fünf leere Plätze war der Saal im Joachim-Neander-Haus am Sonntag fast ausverkauft, und alle Besucher harrten der Dinge, die auf sie zukommen sollte. Dramaturgisch hatte Spotlight sehr gute Arbeit geleistet. Die beiden Stücke, die am Sonntag auf dem Programm standen, wurden mit kleinen Episoden aus den vergangenen 30 Jahren geschickt verknüpft, um somit einen Übergang von einem zum anderen Stück zu schaffen. Dann ging es mit der „Hydra“ los. Alle Schauspieler waren sehr gut, aber Daria Tigges als Hydra war wie ein Chamäleon der Mimik und des Gesichtsausdrucks. Den gleichen Stellenwert hatte Julia Paul. Wie im Stück „Big Spender“ 2024, als sie einen durchgeknallten Hippie spielte, spielte sie in „Romeo und Julia – Backstage“ unter anderem eine durchgeknallte teilweise hysterische, aber auch hilflose Direktorin. Alles in allem ein sehr unterhaltsamer und gelungener Abend.
Nun wird es wieder sehr lange dauern, bis es im März des kommenden Jahres wieder heißt „Spotlight lädt zum nächsten Theaterstück ein“. Man kann jetzt schon neugierig und gespannt sein, was geboten wird.