Streit um Erkraths Waldkindergarten

Streit um Erkraths Waldkindergarten

Am Winkelsmühler Weg soll noch in diesem Jahr ein Kindergarten der besonderen Art seine Pforten öffnen. Initiatorin Sonja Stumpe-Bednarski arbeitet bereits sei Monaten auf Hochtouren, um ab August diesen Jahres 20 Erkrather Kindern die Chance auf einen naturnahen Kindergartenplatz zu ermöglichen.

Weniger begeistert von dieser Idee sind jedoch die Wohlfahrtsverbände und allen voran der SKFM, der sich bei der Planung übergangen fühlte.

(tb) "Angeblich sollen die Verbände nicht gefragt worden sein, ob sie diese Idee umsetzen möchten", so Stumpe-Bednarski erklärend. "Uns hat allerdings auch niemand gefragt. Wir hatten die Idee und sind aktiv geworden. Haben beim Bürgermeister vorgesprochen, uns mit dem Jugendamt beraten und alle notwendigen Schritte für die Realisierung eingeleitet." Die Ideengeberin ist sauer, dass ihr Vorhaben nun in ein schlechtes Licht gestellt wird. "Erkrath braucht dringend Kindergartenplätze. Wir haben sogar schon zwölf mögliche Anmeldungen." Das Projekt Waldkindergarten ist keine spontane Idee der Erkratherin gewesen. "Zum ersten Mal kam mir der Gedanke vor acht Jahren. Ich hätte meine Kinder selbst gerne in eine solche Einrichtung gegeben, doch in Erkrath bestand diese Möglichkeit bisher nicht und andere Kommunen nehmen nur Kinder aus eigenen Städten auf." Das Team um die Initiatorin ist ebenfalls bereits zusammengestellt. "Wir werden eine Waldpädagogin vor Ort haben. Ebenso betreut eine Kindergärtnerin sowie Heilpädagogin, eine Kinderpflegerin und eine Zusatzkraft die Kinder." Für Stumpe-Bednarski ist der Fall klar. "Der SKFM ist sauer, dass ihm die Idee nicht selbst gekommen ist. Wir werden die Stadt, im Gegenzug zu bösen Anschuldigungen, nichts kosten. Keine teure Immobilie muss erbaut werden."

Ein Zirkuswagen von zehnmal zweieinhalb Meter Länge soll das neue Domizil der Waldkinder werden. "Einen Bauantrag haben wir bereits gestellt und alle notwendigen Unterlagen zusammen getragen." Für Sonja Stumpe-Bednarski wäre eine weitere Einrichtungsform dieser Art ebenfalls vorstellbar. "Der SKFM kann ebenfalls aktiv werden. Durch unsere Eröffnung haben wir noch immer Kinder ohne Betreuung in Erkrath. Es fehlen akut 150 Plätze. Wir würden uns gut ergänzen und wären keine Konkurrenz. In erster Linie sollten wir doch an die Kinder denken." Angst, dass durch die öffentliche Anschuldigung des SKFM die Eröffnung der Einrichtung blockiert wird, hat die Initiatorin allerdings nicht. "Wir haben die Parteien auf unserer Seite und bisher nur positives Feedback für unsere Idee erhalten."