Für Kinder im Grundschulalter und Erwachsene ein Erlebnis „Pinocchio“ im Theater Anderswo

Hochdahl · Im Theater Anderswo wurde am 18. Januar nach fast drei Jahren „Pinocchio“ erneut aufgeführt. Es war wieder einmal Theater vom Feinsten mit einer blendend aufgelegten Beate Sarrazin.

Beate Sarrazin in "Pinocchio" im Theater Anderswo.

Foto: Timo Kremerius

Am vergangenen Wochenende wurde die Geschichte der wohl berühmtesten Holzpuppe im Theater Anderswo auf die Bühne gebracht. Ein Nachmittag für Kinder, der auch für Erwachsene angedacht war. Eine schöne Sache mal wieder eine Geschichte aus der Jugend zu erleben, eine Geschichte von Lügen und langen Nasen. Leider war das Wohnzimmertheater nicht restlos ausverkauft, und es fehlten doch einige Kinder, aber das tat der Wohlfühlatmosphäre keinen Abbruch. Bei Beate fühlt man sich immer wohl und vor allen Dingen gut aufgehoben.

Beate Sarrazin

Foto: Timo Kremerius

Zum Inhalt: Pinocchio, das ist die Geschichte vom aus Holz geschnitzten Jungen mit der langen (Lügen)-Nase, tollpatschig, voller Neugier und Naivität, der, statt in die Schule zu gehen Abenteuer erlebt und Prüfungen besteht.

Der armseligen realen Umgebung Pinocchios und seines Vaters Gepetto stellt Beate Sarrazin in ihrer Inszenierung eine Welt der Fantasie gegenüber, durch die ihn seine Abenteuerlust und Träume führen. Auf seinem erlebnisreichen Gang in die Welt begegnet er scheinbar gutmütigen Gestalten, die ihm einen schnellen paradiesischen Reichtum versprechen. Der Irrtum, ewiges faul sein würde zum Glück führen, stürzt ihn ins Unglück, und am Ende muss er die Eselssprache lernen.

Die Jagd nach Glück in unserer Spaßgesellschaft, das Verlangen, so viel wie möglich zu nehmen, ohne etwas zu geben, all das hat einen hohen Preis. Wenn Pinocchio zum Schluss seinen Vater im Magen eines Wals wiederfindet, hat er viel erlebt und manches gelernt…

Wenn man auf seinem Stuhl Platz genommen hatte, fiel alles von einem. Das Schlechte Wetter draußen, negative Gedanken flogen davon und man konzentrierte sich nur noch auf Beate Sarrazin und ihre Darbietung.

Beate Sarrazin begrüßte die kleinen und großen Gäste liebevoll mit freundlichen und einfühlsamen Worten, schloss noch einmal kurz die Augen und die Geschichte startete. Wie immer, zog die Schauspielerin alle Register der Theaterkunst und erfreute die Zuschauer mit allen Facetten ihres Könnens.

Eine besonders schöne Begleiterscheinung des Stückes ist es, dass die Kinder und auch die Erwachsenen in einigen Passagen in das Stück eingebunden werden und interaktiv mitmachen dürfen. Am Ende des Stückes gab es von den Besuchern lang anhaltenden, wohlverdienten Applaus.

Es war wie immer ein kurzweiliger Nachmittag mit einer hervorragend aufgelegten Beate Sarrazin. Man merkt ihr jede Sekunde die Freude am Theaterspielen an und der Funke dieser Freude springt auch auf die Zuschauer über. Am Samstag sowohl auf die Kinder als auch die Erwachsenen.

Demnächst im Theater Anderswo: „Amor und Psyche“

Bühnenfassung von Beate Sarrazin. Nach Lucius Apuleius.

Die Geschichte von Amor und Psyche ist das einzige aus der Antike überlieferte Märchen, ein Liebesmärchen. Psyche bedeutet im Griechischen so viel wie Hauch, Atem. Ihr Symbol ist der Vogel oder ein Schmetterling, der seine Freiheit vorübergehend verliert, wenn er im Körper gefangen ist. Das sterbliche Mädchen Psyche ist so schön, dass die Menschen die Anbetung der Göttin Aphrodite vernachlässigen und die Göttin auf Psyche eifersüchtig wird. Sie schickt ihren Sohn Amor, um sie zu bestrafen. Doch Amor verliebt sich in Psyche, teilt ihr Brautlager und gibt sich ihr nicht zu erkennen. Sie darf ihn nur hören und fühlen, aber nicht sehen. Das Glück der beiden wird durch boshafte Intrigen der neidischen Schwestern Psyches zerstört. Sie überreden Psyche, Amors wahre Gestalt heimlich anzusehen. Sie solle ihn töten, da er ein böser Dämon sei. Amor zieht sich verletzt zurück. Für Psyche, die erkannt hat, wer er ist, beginnt eine Zeit der Seelenqualen, des Trennungsschmerzes. Sie begibt sich auf die Suche nach Amor und hat scheinbar unüberwindliche Aufgaben zu bewältigen, die Aphrodite ihr stellt. Nach langer Wanderung endlich findet sie den Weg zu Amor, zu dem verlorenen Glück.

Inszenierung und Spiel: Beate Sarrazin

Wann? Samstag, den 21. März, 19 Uhr. Wo? Theater Anderswo, Naheweg 25. Voranmeldung wegen der begrenzten Platzzahl erwünscht unter Telefon 0178/7867782.