Das Archiv des Lokschuppen-Museums Hochdahl feiert Geburtstag 20 Jahre geballtes Wissen rund um Eisenbahn- und Heimatgeschichte

Hochdahl · 20 Jahre Archiv im Lokschuppen Hochdahl - dieser runde Geburtstag wurde kürzlich bei Bratwürstchen und Getränken mit den Mitgliedern des Eisenbahn- und Heimatmuseums Erkrath-Hochdahl e.V. im kleinen Kreise gefeiert. „Doch eigentlich feiern wir das Bestehen unseres Archivs bei jedem unserer regelmäßig stattfindenden Museumstagen“, verrät uns mit einem Augenzwinkern Archivleiter Dr. Ralf Fellenberg. Denn ohne Archiv, gäbe es auch keine der zahlreichen spannenden Ausstellungen.

Dr. Ralf Fellenberg (li., erster Vorsitzender) zusammen mit Uli Schimschock (Archivar) vom Eisenbahn- und Heimatmuseum Erkrath-Hochdahl e.V..

Foto: nic

35.000 Archivalien in Form von Büchern, Dokumenten, Plänen, Karten, Vorschriften, Plakaten, Schildern und Fahrkarten und dazu noch einmal rund 50.000 Fotos, Dias, Negative, DVD’s, Videos und einige Schmalfilmrollen - man kann durchaus sagen, in 20 Jahren hat das Archiv des Vereins im Lokschuppen Hochdahl so einiges an historischen Dokumenten zusammen getragen.

Angefangen hat alles 2006, als die aufgestellten Regale mit den ersten Büchern gefüllt wurden. Dr. Ralf Fellenberg war zu diesem Zeitpunkt schon seit einiger Zeit Mitglied im Verein und wollte gerne ein Amt übernehmen, in dem er quasi freie Hand hatte. Das des Archivleiters schien dafür wie gemacht für ihn. Nach und nach durchforstete er gemeinsam mit Uli Schimschock und weiteren Mitstreitern die bis dato angesammelten, aber noch nicht gesichtete Kartons mit Materialien. Wichtig war am Anfang die Klärung der Frage, wie man sich künftig im Archiv organisiert. Welche Arten von Dokumenten oder Objekte sind vorhanden? Welche Informationen sind für die Erfassung wichtig? Wie wird alles einheitlich gekennzeichnet? Und - die wohl wichtigste Frage: Welches Computerprogramm nutzen wir zum Erfassen all‘ dieser Daten. „Um uns etwas Inspiration und Erfahrungswerte einzuholen, besuchten wir damals in diesem Rahmen das Archiv der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte in Witten“, erinnert sich Ralf Fellenberg. Schnell war klar, dass die dort genutzte Software zu teuer für den Verein war und so bediente man sich an dem guten und altbewährten Excel-Programm (bis heute), um die Archivalien zu erfassen.

Uli Schimschock, Archivar im Heimatmuseum Lokschuppen Hochdahl, an der historischen Fahrkartenausgabe.

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„Wir haben damit ein System entwickelt, mit dem wir schnell und effizient erfassen können und auch schnell in der Recherche sind“, so Uli Schimschock. Besonders alte und wertvolle Bücher durfte der Verein damals mit Erlaubnis der damaligen Stadtarchiv-Leiterin, Erika Stubenhöfer, im Kaiserhof unterbringen. „Diese Bücher bedürfen einer besonderen Lagerung, was Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit angeht“, so Dr. Fellenberg. Regelmäßig bekommt das Archiv des Lokschuppens Anfragen von Externen - teils Eisenbahnfans, teils aber auch Heimatforschern - und diese haben dann die Möglichkeit, nach Informationsquellen im Archiv zu suchen. „Im Laufe der Jahre haben wir uns mit unserer Arbeit quasi einen Namen in der Szene gemacht“, so Uli Schimschock. Exponate, die der Verein mehrfach hat, werden im Bahnladen zum Verkauf angeboten, denn mittlerweile muss das Archiv platzsparend arbeiten. „Wir haben zwar Dank Gottfried Bander im Laufe der letzten 20 Jahren mit unserem Archiv expandieren dürfen, da sie uns weitere Lagerflächen zur Verfügung gestellt haben, aber irgendwann sind diese natürlich erschöpft“, sagt Ralf Fellenberg.

Sechs Vereinsmitglieder hegen und pflegen das Archiv. Unter ihnen sind unter anderem Uli Schimschock, der hauptsächlich für den Bahnladen und gedruckte Dokumente im Archiv verantwortlich schreibt, Peter-Achim Segler für Foto und Film und natürlich Dr. Ralf Fellenberg, der neben der Archivleitung und als erster Vorsitzender des Vereins noch viele andere Aufgaben übernimmt.

Von April bis Oktober locken die bekannten und beliebten Museumstage mit unterschiedlichen Ausstellungen zur Eisenbahn- und Heimatgeschichte. Hier haben die interessierten Bürger die Gelegenheit live zu erleben, wie groß und spannend der Fundus des Archivs ist. So lockt im April eine Ausstellung zum Thema „125 Jahre Schwebebahn“, im Mai geht es um „Menschen bei der Bahn“, wo Uli Schimschock als ehemaliger Fahrdienstleiter einiges zu berichten hat, der Juni widmet sich dem Thema „160 Jahre Bahnhofsgebäude Hochdahl“, im Juli wird es eine Ausstellung zur Heimatgeschichte geben, in der August-Ausstellung dreht sich alles um die Einstellung des Seilzugbetriebes an der Hochdahler Steilstrecke vor 100 Jahren, im September werden 185 Jahre Bahnverbindung zwischen Düsseldorf und (Wuppertal)-Elberfeld gefeiert und der Oktober beschäftigt sich mit dem Bahnhof Düsseldorf von 1891 bis heute.

Für die Zukunft wünschen sich die Archiv-Mitarbeiter des Eisenbahn- und Heimatmuseum Erkrath-Hochdahl, dass sie mehr Zeit und ein paar mehr Mitstreiter finden, um die Erfassung des Archives fortzuführen - denn diese Arbeit endet quasi nie und dass der Bahnladen weiterhin gut läuft. „Unser Museum besteht nun schon seit 25 Jahren und wir versuchen natürlich mit der Zeit zu gehen. Nach und nach möchten wir deshalb weitere interaktive Elemente in unsere Ausstellungen integrieren, um auch jüngeres Publikum anzusprechen“, so Dr. Fellenberg.

Weitere Informationen zum Verein und zum Programm gibt es online auf www.lokschuppen-hochdahl.de.

(nic)