Familienpatin mit Herz

Margrit Meuser hat eine Passion: Ihr Ehrenamt. Als Familienpatin hat die Hochdahlerin nicht nur geholfen, sondern auch eine neue Familie dazugewonnen.

(tb) Kenan Aljamil kam mit seiner Frau Nesin Asaad und dem sechsjährigen Sohn Jouel im vergangenen Jahr nach Erkrath. Die syrische Familie musste, wie so viele andere Menschen auch, aus ihrer Heimat fliehen. Ohne Sprachkenntnisse oder Zukunftsperspektiven strandete die dreiköpfige Familie erst in einem Aufnahmelager in der Eifel, später dann in einer eigenen Wohnung in Hochdahl. "Dort lernte ich die Familie das erste Mal kennen", erinnert sich Meuser. Sympathie war auf den ersten Blick gegeben. "Eine Grundvoraussetzung für mein Ehrenamt, wie ich finde", so die Rentnerin. Als die Notwendigkeit von Ehrenamtlern zu Beginn der Flüchtlingskrise aufkam, stand für Margrit Meuser schnell fest: Ich helfe! Zunächst sollten Nachmittage im Flüchtlingscafé der Diakonie auf der Bahnstraße sowie der Kleiderkammer genügen. "Das reichte aber schnell nicht mehr aus. Die Menschen kamen mit so vielen Fragen und Hilfewünschen auf uns zu."

Das Schicksal der jungen syrischen Familie nahm Meuser besonders mit. "Ich sah sofort, dass diese jungen Menschen gewillt sind zu lernen. Sie waren so motiviert, engagiert und wissbegierig, das hat mir imponiert." Gemeinsam hat das Vierergespann in nur einem Jahr eine Menge erreicht. Nicht nur der notwendige Sprachkurs wurde, früher als geplant, belegt. Auch Sohn Jouel darf sich ab Sommer auf die Einschulung freuen. "Wir haben ihn auf die Regenbogenschule bekommen. Eine Einrichtung, die eigentlich keine Flüchtlingskinder aufnimmt, da Integrationsklassen nicht vorgesehen sind. Ich habe mich jedoch dafür verbürgt, dass Jouel bis dahin fließend deutsch sprechen wird und das bekommen wir auch hin", so Meuser. Schon lange reden Kenan Aljamil und seine Frau nicht mehr von Hilfe, wenn sie über Margrit Meuser sprechen. "Margrit ist für uns wie eine Mutter. Sie gehört zur Familie und wir möchten sie nicht mehr verlieren", so die junge syrische Frau. Emotionen werden bei gemeinsamen Treffen immer großgeschrieben und auch die Dankbarkeit ist spürbar. "Ich versuche, die drei bei sämtlichen Feiern mit einzubeziehen und ihnen die deutsche Mentalität näher zu bringen.

Im Gegenzug bekomme ich ganz viel zurück und erfahre viel über ihr Leben und die Kultur." Bereut hat die Familienpatin ihren Einsatz nie. "Im Gegenteil, ich würde immer wieder alles genauso machen." Auch andere Menschen möchte Margrit Meuser ermutigen. "Es macht Spaß und man bekommt eine Menge zurück, wenn man helfen kann. Familienpaten werden noch immer gesucht und ich kann diese Chance nur jedem ans Herz legen."