Freiwilliges Soziales Jahr in Bruchhausen: Ein Jahr der Orientierung

Freiwilliges Soziales Jahr in Bruchhausen : Ein Jahr der Orientierung

Kathi Fränz (20), Mathis Platz (19) und Rasmus Herdick (18) sind das engagierte Jugendtrio im Naturschutzzentrum Bruchhausen. Die drei jungen Erwachsenen haben sich im vergangenen Sommer für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr entschieden und seitdem eine Menge in der Natur erleben dürfen.

Die Intention zu diesem Schritt war bei allen drei gleich: „Wir waren uns nach der Schule noch nicht sicher, was wir einmal beruflich machen wollen und haben uns durch das FÖJ eine Bedenkzeit genommen“, erklärt Kathi Fränz, die ebenso wie Mathis Platz nach dem Abitur nach Bruchhausen kam. Rasmus Herdick hingegen hat sich bereits nach der Mittleren Reife (Realschulabschluss) für den Schritt entschieden.

Die frische Luft sowie die ausgiebige Zeit mit den zahlreichen Tieren der naturnahen Bildungseinrichtung haben zu mehr Gewissheit beigetragen. „Ich werde im August meine Ausbildung als Garten- Landschaftsbauer anfangen. Danach vielleicht noch in diese Richtung studieren“, verrät Mathis Platz, der die Liebe zur Natur entdeckt hat. Bereits im Kindesalter hat es den heute erwachsenen Unterbacher oft in das Naturschutzzentrum geführt. Für Kathi Fränz war die Zeit in Bruchhausen ebenfalls lehrreich und aufregend. „Für mich steht aber fest, dass ich in diese Richtung nicht meine Berufswahl legen möchte. Ich werde eine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte beginnen.“ Dass man bei der Arbeit, zu der auch die Versorgung der Schafe, Ponys, Esel, Stabheuschrecken und weiterer Kleintiere gehört, viel Zeit miteinander verbringt, haben die FÖJler als positiv empfunden.

„Zwischen uns ist mittlerweile eine enge Freundschaft entstanden.“ Leichtsinnig oder gar faul waren die drei jungen Helfer allerdings nie. Ganz im Gegenteil. „Ich habe die drei stets als sehr fürsorglich und fleißig kennengelernt“, freut sich Einrichtungsleiterin Karin Blomenkamp, die seit der Installierung der Plätze im Jahr 2003 zahlreiche junge Menschen begleiten durfte. „Wenn man ein Jahr miteinander verbringt, wächst man zusammen. Natürlich möchte man auch beobachten, wie der weitere, berufliche Werdegang verläuft. Ein Großteil der ehemaligen FÖJler haben sich im Anschluss schwerpunktmäßig auf solche Berufe fokussiert, Medizin oder Biologie studiert.“ Drei Plätze hält das Naturschutzzentrum Bruchhausen jährlich für FÖJ- Stellen bereit. Von August bis Ende Juli gibt es für die Teilnehmer immer wieder lehrreiche Projektwochen, die in ganz NRW angesiedelt sind.

„Dort treffen wir auf ein großes Netzwerk von FÖJlern aus dem ganzen Landesgebiet“, erklärt Kathi Fränz. 300 Euro Taschengeld gibt es monatlich für das naturnahe Praktikumsjahr. „Viele Unternehmen bevorzugen junge Berufseinsteiger, die im Vorfeld schon Erfahrungen in einem Freiwilligen Ökologischen Jahr gesammelt haben“, ist sich Karin Blomenkamp sicher. „Sie wissen bereits, was Verantwortung bedeutet und wie ein Arbeitstag aufgebaut ist.“ 38,5 Stunden- meist täglich von 9 bis 17 Uhr - zählt eine Arbeitswoche. Auch Wochenenddienste, beispielsweise wenn der eigene Kaufladen geöffnet hat, gehören in das Aufgabengebiet der FÖJler. Dass eine solche Einrichtung wie das Naturschutzzentrum Bruchhausen zahlreiche Vorteile für die Bürger einer Stadt bereithält, wissen die drei jungen Mitarbeiter. „Hier kann man Natur erlernen und erleben. Zudem ist es auch schön zu sehen, woher die Eier oder der Honig aus dem Kaufladen stammen.“ Aktives Mitgestalten, Ideen einbringen und somit das Naturschutzzentrum stets weiter wachsen zu sehen, stellt für Rasmus Herdick einen ganz besonderen Anreiz seiner Arbeit dar.

Zwei Plätze sind für das bevorstehende FÖJ- Jahr ab August noch frei. Mehr Infos dazu per Mail an info@naturschutzzentrum-bruchhausen.de gesendet werden.

(tb)
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