Sportlerin des Jahres: „Dafür verzichte ich sogar auf meinen Preis“

Sportlerin des Jahres : „Dafür verzichte ich sogar auf meinen Preis“

Im Zweijahresrhythmus ehrt die Stadt Erkrath Sportler, die durch besondere Leistungen aus der Masse herausstechen. So auch in diesem Jahr.

Zum bereits 25. Mal wurde die begehrte Auszeichnung in den Räumen der Stadthalle verliehen, die in diesem Jahr zum wiederholten Male an Christina Berg als beste Sportlerin ging. Die Kampfkunstschülerin aus den Reihen der Kampfkunst Schule Yen aus Hochdahl hat nicht nur einen Weltmeistertitel inne, sondern darf sich auch Deutsche Meisterin und mehrfache Vizemeisterin in diversen Disziplinen nennen. Ihr Teamkollege Pascal Schilmischkis steht diesen Leistungen in nichts nach, ist gleich mehrfacher Deutscher Meister und dreifacher Weltmeister und nimmt die städtische Urkunde zum ersten Mal als bester Sportler entgegen. Trainer Emre Nuogullarindan, der erstmalig in der neu initiierten Kategorie „Bester Trainer“ ausgezeichnet wurde, ist sichtlich stolz auf die Leistungen seiner Schützlinge.

„Mir war bis zum Ende nicht bewusst, wer die Auszeichnungen erhält. Ich wurde lediglich von Stadtseite gebeten, eine Auflistung mit den Leistungen meiner Schüler einzureichen.“ Dass sich der Erfolg der Kampfkunst Schule durchaus sehen lassen kann, verrät ein Blick in die Pokalreihen des Sportvereins. Regelmäßige Turniere locken die Kampfkunstschüler gerne auch mal weit über die Stadtgrenzen hinaus. „Zuletzt waren wir in England, Belgien und Kroatien“, erinnert sich der Trainer, der die jeweiligen Meisterschaften immer selbst begleitet. Für den Einsatz gab es zusätzlich zu den zahlreichen Einzeltiteln auch noch die Ehrung zur besten Sportschule der Stadt. „In dieser Kategorie stehen wir jedoch beinah außer Konkurrenz dar, denn es gibt in Erkrath kaum Sporteinrichtungen, die auf Leistung hinarbeiten. Es wird heutzutage viel zu wenig auf den einzelnen Sportler geachtet und nur die breite Masse angesprochen“, ist sich Emre Nuogullarinda sicher.

Für den Inhaber ist der Kampfsport so viel mehr, als bloßer Zeitvertreib. „Wir holen die Kinder von der Straße und geben ihnen eine Aufgabe. Nicht selten sind unsere Mitglieder auf den Schulhöfen Streitschlichter. Sie setzten sich für andere ein. Eine Einstellung, die wir hier vermitteln.“ Dass für dieses Engagement die Unterstützung seitens der Stadt gering ausfällt, ärgert den Trainer. Immer wieder lädt er Vertreter aus Politik und Verwaltung ein, den Unterrichtseinheiten beizuwohnen und die Arbeit mit den Kids kennenzulernen. „Leider mit geringem Interesse“, so Nuogullarinda ernüchternd. Auch auf die Bitte hin, geeignete Trainingsräume zu finden, wurde laut des Inhabers nicht eingegangen. Stattdessen wurde das Studio auf Intention des Inhabers und ohne städtische Hilfestellung komplett umgebaut. „Wir haben Wände versetzt um mehr Raum zu schaffen. Das ist uns zwar gelungen, eigentlich reicht die Fläche aber noch immer nicht aus.“

Auch Christina Berg, die seit fünf Jahren mehrmals wöchentlich das Sportangebot der Kampfkunst Schule nutzt, würde sich mehr Hilfe für ihre Sportstätte wünschen. „Meiner Meinung nach hat es nichts mit Wertschätzung zu tun, alle zwei Jahre einen Sportler des Jahres auszurufen. Es wäre wesentlich sinnvoller, wenn sich die Verantwortlichen wirklich einen Überblick der einzelnen Angebote verschaffen würden. Dafür verzichte ich auch gerne auf meinen Preis.“ Info:Die Kampfkunst Schule Yen in Hochdahl hat ihren Sitz am Ende der Willbeck und zählt derzeit rund 200 Mitglieder. Näheres zum Angebot unter www.yen-wushu-institut.jimdo.com

(tb)
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