Eine echte Erfolgsgeschichte

Eine echte Erfolgsgeschichte

Eigentlich ist er von Erkraths Straßen gar nicht mehr weg zu denken, der Bürgerbus. Der Mercedes- Sprinter mit seinen acht Sitzplätzen hat schon so einigen Bürgern eine stressfreie und sichere Fahrt beschert.

(tb) Nicht ohne Grund findet der Betrieb des Bürgerbusses, der aktuell von 17 ehrenamtlichen Fahrern betreut wird, immer größeren Zuspruch. Allein im Jahr 2016 wurden 32.220 Fahrgäste befördert. Bei einer Gesamtkilometerzahl von 46.071 Kilometer und 2.692 Runden zieht der Bürgerbusverein Erkrath eine positive Bilanz. "Das sind rund zwölf Fahrgäste pro Fahrt", freut sich Beisitzer Uli Schimschock.

Überschüssige Einnahmen, die seit Fahrtenbeginn 2010 eingenommen wurden, sollen noch in diesem Jahr in ein neues Fahrzeug investiert werden. "Die Investition für ein solches Fahrzeug beläuft sich auf rund 120.000 Euro. Das Land NRW will noch in diesem Jahr Fördergelder in Höhe von 50.000 Euro ausschütten. Sobald diese Gelder eintreffen, werden wir das neue Fahrzeug bestellen", verrät Rudi Birkenstock, Pressewart und stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Der aktuelle Bürgerbus wird allerdings abgegeben. "Ganz im Gegenteil. Es ist besonders bei Werkstattbesuchen wichtig, dass wir ein Ersatzfahrzeug zur Verfügung haben. Für diesen Zweck wird das aktuelle Fahrzeug sicher abgestellt."

Dass der Bürgerbus in all den Jahren zu einer echten Institution für die Erkrather wurde, sah zu Beginn der Vereinsgründung noch anders aus. "Anfänglich hatten wir zwei Hürden zu überwinden", erinnert sich Schimschock. "Zum einen musste die Rheinbahn, welche Träger des ÖPNV im Stadtgebiet Erkrath ist, dem Betrieb zustimmen. Außerdem wollte der Rat überzeugt werden." Seitdem fährt der Bürgerbus primär Straßenzüge ab, die von den großen Rheinbahnbussen nicht angefahren werden. "Wir haben als Auflage der Rheinbahn die Anweisung, keinen Parallelverkehr zu schaffen", erklärt Birkenstock weiter.

Eleonore Primus nutzt das Angebot des Bürgerbusses seit Jahren. "Ich fahre fast täglich mit dem Bus. Da ich auf der Falkenstraße wohne, habe ich keine direkte Busverbindung vor der Tür. Ich bin sehr dankbar für diese Möglichkeit und hätte mich auch schön früher über diese Chance gefreut." Für Fahrer Carsten Graack steht besonders das Miteinander an erster Stelle. "Ich habe ein Ehrenamt gesucht, welches ich auch neben meinem Beruf ausüben kann. Derzeit fahre ich rund zwei bis drei Fahren im Monat. Es ist schön, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Die Atmosphäre ist recht familiär, da hauptsächlich Stammgäste den Bus nutzen."
Einmal im Monat erscheint für die Fahrgäste sogar eine eigens aufgelegte Zeitung, welche von Rudi Birkenstock persönlich produziert wird. "Vielleicht Erkraths kleinste Zeitung", witzelt Uli Schimschock. Das "Kleeblatt" informiert über Neuerungen sowie Änderungen und enthält weitere Informationen rund um den Verein.

Info:
Obwohl die Nachfrage nach einem Bürgerbus in Hochdahl immer wieder präsent ist, kann der Verein diesem Wunsch nicht nachkommen. Das Rheinbahn- Streckennetz in Hochdahl ist für eine Inbetriebnahme eines Bürgerbusses zu gut ausgebaut.

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