Kunsthaus Erkrath macht Schule

Kunsthaus Erkrath macht Schule

Für den Beton-Art-Award hat es nicht gereicht. Der Erstlingswerke können sich aber sehen lassen.

Als Kunstlehrer Tran Nguyen, der auch Berufswahlkoordinator in der Carl-Fuhlrott-Schule ist, bei einer Graffiti-Aktion Wolfgang Sendermann kennenlernte, kam ihm eine Idee. Warum nicht im Rahmen der Berufswahlkoordination eine Kooperation schließen, die den Schülern über den Kunstunterricht auch handwerkliche und gestalterische Elemente der Kunst näher bringt.

Die Carl-Fuhlrott-Schule ist in der Berufsfelderkundung schon andere Kooperationen eingegangen, wie etwa mit den Stadtwerken oder der Handwerkerschaft. Im letzten Jahr haben die Schüler bereits eine Kunstausstellung im Kunsthaus besucht. In Erinnerung ist einem Schüler der Elefant aus Sandstein geblieben. Auch die Galerie und Werkstatt von Wolfgang Sendermann haben sie schon besucht. Nguyens Idee stieß bei Sendermann auf offene Ohren und daraus entstand das Projekt, mit dem die Schüler sich um den Beton-Art-Award bewarben. Einen Preis haben die Erstlingswerke nicht erzielt, aber die Schüler der Kunstgruppe haben viel über künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten und handwerkliches Geschick mit dem Werkstoff Beton gewonnen. Nico Wedhorn fand die Arbeit mit Beton spannend. "Ähnliche Arbeiten könnte man sicher auch mit Gips erstellen", überlegt er. In Dreiergruppen haben die Teilnehmer der Kunstgruppe ihr Thema gewählt und das jeweilige Betongießprojekt umgesetzt.

Die meisten entschieden sich für gegossene Tafeln mit innenliegendem oder erhobenem Motiv. Sören Bollen und sein Team entschied sich für ein schwierigeres Objekt, das aus einer drahtverstärkten Brücke und einem Brunnen besteht. "Der Brunnen sollte ausdrücken, wie tief man auf dem Weg in ein erfolgreiches Leben fallen kann. Die Brücke steht sinnbildlich für die Schule, die auf dem Weg hilft", erklärt er. "In der Projektphase brachten die Jungen viel handwerkliches Geschick ein, während die Mädchen den gestalterischen Teil prägten", berichtet Kunstlehrer Tran Nguyen. Für die Berufswahl bot das Projekt viele Anreize, weil es neben der künstlerischen Gestaltung vor allem Erfahrung in der Arbeit mit eher seltenen Werkstoffen bot. Auf die Frage, ob sich ein Schüler denn nun einen Beruf im künstlerischen Umfeld vorstellen kann oder privat künstlerisch tätig werden möchte, reagierten die meisten noch unsicher. "Ich male und zeichne auch in meiner Freizeit", verrät Vanessa Dagutat. Ihr Hobby wäre zumindest Anlass sich mit Ausbildungsberufen wie Mediengestalterin Digital und Print zu befassen. "Ich freue mich über jede Kooperation, die wir zum Thema Berufswahl eingehen können", bekräftigt Konrektor Lösche das Engagement, das seine Schule mit Kooperationspartnern pflegt.

Mit Wolfgang Sendermann wird es sicher nicht bei dem einen Projekt bleiben. Er vermittelt den Schülern, dass zu einem Kunstprojekt immer auch Geduld gehört. Der Bildhauer gesteht selbst schon einige Projekte in den Sand gesetzt zu haben. "Nicht jedes Objekt ist preisverdächtig. Oft lege ich ein angefangenes Kunstwerk gern auch mal für ein halbes Jahr zur Seite, bis mir plötzlich die Idee kommt, was daraus werden soll", berichtet er den Schülern aus seinem künstlerischen Alltag. Auf diese Kooperation darf man sicher auch in Zukunft gespannt sein.