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Seit 61 Jahren für den Tierschutz unterwegs: Ein Leben für die Tiere

Seit 61 Jahren für den Tierschutz unterwegs : Ein Leben für die Tiere

Als sich der Tierschutzverein Erkrath vor 61 Jahren durch die Initiative von Klara Cremer gründete, kümmerten sich rund 30 Mitglieder um herrenlose Katzen und Hunde. Heute, mit aktuell 95 Mitgliedern, liegt der Schwerpunkt eindeutig auf dem Katzen-Tierschutz.

Christa Becker, 71 Jahre, ist seit 2014 Vorstandsvorsitzende des Vereins. Bei ihrer Amtsübernahme fand sie leider nur noch wenig historische Dokumente über die Vereinsgründung vor. Warum der Schwerpunkt heute allerdings mehr auf Katzen, als auf Hunden liegt, lässt sich leicht beantworten: „Durch die Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht gibt es heute so gut wie keine nicht mehr zuordbare Fundhunde mehr. Durch die Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht bei Freigängerkatzen, die 2016 in Erkrath eingeführt wurde, hat sich auch die Zahl der Streunerkatzen deutlich dezimiert. Grundsätzlich sind wir aber für alle Tiere in Not da.“

Als Monika Steinert (im Verein hauptsächlich für die freilebenden Katzen zuständig) und Christa Becker vor mehr als 30 Jahren mit dem Tierschutz anfingen, haben sie allerdings noch ganz andere Zeiten erlebt. Tierschutz war zu damaligen Zeiten quasi noch ein Fremdwort und Katzenelend an der Tagesordnung.„Ich bin damals als junge Frau zum Tierschutz gekommen, als ich auf La Palma Urlaub machte“, erinnert sich Christa Becker. Dabei sind ihr die herumstreunenden Hotelkatzen aufgefallen, die sich ihr Futter mühselig aus den Mülleimern fischten und für die sich keiner zuständig fühlte. Diese armen Kreaturen ließen Christa Becker nicht mehr los und sie suchte nach einer Möglichkeit, den kleinen Tigern zu helfen und stieß dabei auf eine deutsche Residentin, die damals auf La Palma Privattierschutz machte. Sie organisierte einen Tierschutzverein, der heute noch auf La Palma arbeitet.

„Das war der Anfang meines Tierschützer-Daseins und ich beschloss, den Tieren vor Ort in meiner Heimat zu helfen.“ Christa Becker macht das mit Leib und Seele. Nur, naja vielleicht nicht nur, aber hauptsächlich wegen ihrer vierbeinigen Schützlinge ist sie mit 58 Jahren in Altersteilzeit gegangen, um mehr Zeit für ihre Arbeit im Tierschutz zu haben. „Engagiert Tierschutz zu betreiben und gleichzeitig eine 40-Stunden-Woche zu haben, war damals Stress pur für mich. So ist es nun viel besser“, schmunzelt sie.Und so ist es nicht verwunderlich, dass Christa Becker neben ihrer Tätigkeit im Tierschutzverein Erkrath, ebenfalls bei der Aktionsgemeinschaft für Tiere Rheinland e.V. schon 22 Jahre als erste Vorsitzende tätig ist und auch beim Katzenschutzbund Düsseldorf mitwirkt. Ihr größter Traum, den sie noch sehr gerne zu ihren Lebzeiten verwirklichen möchte: Ein Katzenrefugium für unsere Streunerkatzen in Erkrath.“ Es sollte rund 5000 bis 10000 Quadratmeter groß und katzensicher einzäunbar sein. „Dafür sind wir auf der Suche nach einem geeignetem Grundstück zum Kaufen oder Pachten.“

Der Verein spart fleißig auf dieses Projekt. Die Umsetzung würde auch das Leben der Ehrenamtler, wie das von Monika Steinert, erleichtern. Sie und ihre 16 Helferinnen kümmern sich im Wechsel um rund 15 Futterstellen für circa 55 freilebende Katzen im gesamten Stadtgebiet. „Eine verantwortungsvolle Aufgabe, die nicht nur das Füttern der Tiere beinhaltet, sondern auch die medizinische Versorgung und Kastration der Katzen“, so Steinert. Wenn die Katzen noch nicht völlig verwildert sind, versucht der Tierschutzverein Erkrath die Tiere auch in ein geeignetes Zuhause zu vermitteln. „Dazu kommen die Katzen als erstes in eine der zwölf Pflegestellen der Aktionsgemeinschaft für Tiere Rheinland, weil wir leider in Erkrath keine einzige Pflegestelle haben. Dort können sie sich in Ruhe akklimatisieren, werden von unseren Pflegeeltern gehegt und gepflegt, bis wir das passende Zuhause gefunden habe.“

Ehrenamtler, egal ob für die Betreuung der Futterstellen oder als Pflegestelle, werden im Tierschutzverein Erkrath immer gesucht. „Viele unserer Mitglieder sterben uns wortwörtlich weg und die jüngeren Menschen haben entweder nicht die Zeit oder das Interesse an Tierschutz“, stellt Christa Becker fest. Erfreulicher ist in diesem Zusammenhang allerdings die Kooperation mit der Stadt Erkrath, die sogar die Arbeit des Vereins, wie bei anderen Erkrather Vereinen auch, jährlich mit einer kleinen Finanzspritze unterstützt und immer ein offenes Ohr für die Angelegenheiten der Tierfreunde hat. Alle zwei Monate (alle ungeraden Monate) treffe n sich die Mitglieder des Tierschutzvereins Erkrath zum Stammtisch, um über aktuelle Tierschutzthemen zu sprechen. Das nächste Treffen ist für den 6. März, 11 Uhr, in der Gaststätte „Edel’s Eck“ am Hochdahler Markt 18 angesetzt. „Wir freuen uns bei diesem Treffen auch jedes Mal über neue Teilnehmer beziehungsweise Mitstreiter.“

Mehr Infos
Tierschutzverein Erkrath
Erste Vorsitzende: Christa Becker
Telefon: 0 21 04/ 4 93 98 11
E-Mail: becker@tierschutz-erkrath.deInternet: http://www.tierschutz-erkrath.de

(nic)