Seit 20 Jahren ist Monika Thöne die Leitung in der Begegnungsstätte Gerberstraße: Ein Ort der Begegnung und des Lebens

Seit 20 Jahren ist Monika Thöne die Leitung in der Begegnungsstätte Gerberstraße : Ein Ort der Begegnung und des Lebens

Sie ist schon etwas ganz Besonderes – die Begegnungsstätte Gerberstraße. Mitten im Herzen Alt-Erkraths, lauschig gelegen angrenzend an den Bouleplatz und des kleinen Stadtparks. Hier treffen sich jungen, mittel- und alte Menschen, um gemeinsam eine gute Zeit zu verbringen.

Seit nun mehr 20 Jahren an ihrer Seite: Monika Thöne – Pädagogin, Laienschauspielerin, Macherin, gute Seele und bestimmt noch vieles mehr. „Meinen Dienst habe ich am 13. November 2000 in der Begegnungsstätte aufgenommen – mit einem Klumpfuß“, schmunzelt sie. Den hatte sie sich wenige Tage zuvor beim Radfahren gebrochen. „Das war schon blöd für mich. Denn eigentlich bin ich in meinem Job ständig in Bewegung, körperlich wie geistig. Tja, und nun musste ich erstmal einige Zeit viel sitzen.“

Eröffnet wurde die Begegnungsstätte am 3. Oktober 1975 als klassische Altentagesstätte unter städtischer Führung. An gleicher Stelle stand von 1938 bis März 1970 ein Jugendheim – vom Mettmanner Architekten Hand Voß entworfen. Es diente in dieser Zeit als Treffpunkt der Erkrather Hitlerjugend. 1945 wurden dort Flüchtlingsfamilien untergebracht, weil entsprechender Wohnraum fehlte. Im Juni 1954, nach Unterbringung der letzten Vertriebenenfamilien in Wohnungen und gründlicher Instandsetzung des Gebäudes durch die Gemeinde, wurde das Jugendheim mit einer festlichen Wiedereröffnung seiner früheren Bestimmung übergeben und stand damals nun nicht mehr nur der organisierten, sondern der gesamten Erkrather Jugend zur Verfügung.

Dann der Einschnitt: Im März 1970 musste das Gebäude abgerissen werden. Neue Auflagen des Kreises und Sicherheitsmängel sorgten dafür, dass ein Neubau günstiger war als eine Sanierung. „Als ich damals, mit 40 Jahren, erstmals die Begegnungsstätte betrat, lag der Muff der 70er Jahre noch in jedem Winkel des Hauses“, erinnert sich Monika Thöne. „Grau, Braun und Orange dominierten das Innenleben des Gebäudes mit dicken Gardinen vor den großen Fenstern. Die Begegnungsstätte war wortwörtlich in die Jahre gekommen.“ Das sollte sich mit dem „Einzug“ von Monika Thöne schon bald ändern. Aus der Altentagesstätte wurde bereits zwei Jahre zuvor ein „Seniorentreff“.

Die Caritas übernahm 2000 die Geschicke der Einrichtung. Das Konzept änderte sich von einer ausschließlich für Senioren nun zu einer für alle Gruppierungen offene Begegnungsstätte. „Erste Netzwerke zur Volkshochschule, Jugendmusikschule, zur AWO und den Johannitern wurden geknüpft. Es war damals buchstäblich viel in Bewegung, viel im Wandel.“ 2002 entstand der „Runde Tisch“ für Senioren, den später die Stadt übernahm. „Menschen mit Demenz und deren Angehörige lagen und liegen mir sehr am Herzen. Wir wollten auch für sie offen und ein Treffpunkt sein.“ So wurde 2007 das Erkrather Demenz-Netzwerk eingerichtet. Anfangs mit Magret Sönnichsen, ab Juni 2009 mit ihrer Nachfolgerin Gabriela Wolpers.

Von 2007 bis 2013 war die Begegnungsstätte Teil des Modellprojektes „Im Quartier bleiben“ des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalens. In diesem Modellprojekt wurden ältere Menschen mit und ohne Migrationshintergrund nach ihren Bedürfnissen und Wünschen zum möglichst langen Verbleib in der vertrauten Umgebung befragt. Regelmäßige Stadtteilbegehungen in den drei Standorten Alt-Erkrath, Duisburg-Ostacker/Bruckhausen und Mönchengladbach-Wickrath, die Vorstellung der Ergebnisse an Runden Tischen oder in Veranstaltungen und das Erstellen von Quartiersplänen mit Unterstützung von Schülern und der Hochschule Niederrhein waren weitere Projektbestandteile.

„Das war eine Zeit mit vielen unruhigen kreativen und arbeitsreichen Aktionen wie Spaziergängen, Diskussionen, Erstellung eines alternativen Stadtplans, Trödelmärkten, der Einrichtung unserer Give Box, Lebensmittelbringdienst und vielen anderen Dingen.“ Heute ist die Begegnungsstätte ein Ort, der vor Leben nur so sprüht. Sieben Tage die Woche finden hier viele unterschiedliche Angebote für jeden Geschmack und jedes Alter statt. Sie ist ebenfalls Zentrum für das ZWAR-Netzwerk (Zwischen Arbeit und Ruhestand), das sich im April 2019 in Alt-Erkrath gegründet hat. Menschen jeden Alters, jeder Kultur und in jeder körperlichen und seelischen Verfassung sind willkommen, um miteinander aktiv zu sein: Akkordeonspielen, Beirat, Bridge, „Café Klatsch“, Chor „Singen macht Spaß“, Demenz-Netzwerk-Erkrath, Einzelberatung, Flüchtlingscafé, Gymnastik, Heilig Abend-Feier, Information, Jugendschach, Kaffeenachmittag, Lachyoga, Männergruppe, NADiA (Sport für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen), Organisation miteinander von Einzelveranstaltungen, Parkstammtisch, Qi Gong, „Russkij Chaj“, Rummicub, Skat, Stegreiftheater „impromix“, Tanzcafé, Unterhaltungen im Foyer, Vereinstreffen, Weltreisecafé, X-beliebiges, Yoga, zum Quatschen kommen…das Angebot ist wahrlich vielfältig und wird hauptsächlich durch das ehrenamtliche Engagement der Bürger dieser Stadt getragen.

Das Team rund um Monika Thöne dient in diesem Zusammenhang als Ansprechpartner bei Fragen oder Vermittler. „Es ist toll, wie wunderbar sich diese Begegnungsstätte gemacht hat und wie gut das Miteinander funktioniert. Genau das war damals mein Plan, als ich vor 20 Jahren hier anfing“, so Monika Thöne.

Mehr Infos
Begegnungsstätte Gerberstraße
Gerberstraße 7
Bürozeiten nach telefonischer Vereinbarung
Telefon 0211/243553
E-Mail:
bgst-gerberstrasse@caritas-mettmann.de
Träger ist der Caritasverband für den Kreis Mettmann
www.caritas-mettmann.de

(nic)