Nachlese zum Titularfest der Sebastianer Ein Fest des Miteinanders und tiefer Verbundenheit

Alt-Erkrath · Am vergangenen Wochenende feierte die St. Sebastianus Bruderschaft 1484 Erkrath e. V. ihr traditionelles Titularfest zu Ehren ihres Schutzpatrons, des heiligen Sebastian. Zahlreiche Mitglieder der Bruderschaft, befreundete Vereine sowie Bürgerinnen und Bürger aus Erkrath und Umgebung folgten der Einladung in die Stadthalle an der Neanderstraße in Erkath.

Gute Stimmung beim vergangenen Titularfest der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Erkrath: König Jürgen Ziegner und seine Frau Petra (Mitte) und weitere Gäste waren gut aufgelegt.

Foto: Dominik Motzek/rawdiamant

Insgesamt konnte die Bruderschaft weit über 250 Gäste in der festlich geschmückten Halle begrüßen. Los ging es aber bereits in der katholischen Kirche Sankt Johannes der Täufer um 17 Uhr mit der traditionellen Schützenmesse. Der offizielle Festabend startete um 19.30 Uhr mit dem feierlichen Einmarsch der Bruderschaft und der Majestäten in die Stadthalle. Nach der Begrüßung der Gäste und der anwesenden befreundeten Vereine eröffneten König Jürgen Ziegner und seine Königin Petra den Abend mit dem traditionellen Eröffnungstanz. Damit startete ein abwechslungsreichen Festabend, der den beiden sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Bernd Heuwind bei der Verleihung des Sebastianus Ehrenkreuzes.

Foto: Dominik Motzek/rawdiamant

Für die musikalische Begleitung sorgten die Golden Boys feat.

Ehrenoberst Rainer Jüntgen.

Foto: Dominik Motzek/rawdiamant

Sventertainment, die schnell für eine volle Tanzfläche und beste Stimmung sorgten. Nach einer kurzen Tanzpause ging es auch schon direkt los mit dem ersten größeren Programmpunkt. Für besondere Schießleistungen wurden die Mitglieder Max Schultz und Max Wolff (Pagencorps), Pascal Ramoser (Jungschützen), sowie Andreas Wolff, Tobias Wienke, Lutz Peis und Hans-Georg Büchel (Altschützen) mit unterschiedlichen Schießschnüren ausgezeichnet. Im weiteren Verlauf des Abends wurde der von der Bruderschaft im Jahr 2015 ins Leben gerufene Sebastianus-Ehrenpreis verliehen. Mit dieser Auszeichnung würdigt die Bruderschaft soziales Engagement und ehrenamtlichen Einsatz von Einzelpersonen oder Organisationen, die sich in besonderer Weise für das Gemeinwohl in Erkrath und der Region engagieren. In diesem Jahr ging der Preis an Ingrid Kaiser, die sich seit vielen Jahren um die Pflege und den Blumenschmuck am Wegekreuz vor der katholischen Kirche kümmert. Den mit dem Sebastianus-Ehrenpreis verbundenen Geldbetrag von 500 Euro spendete sie an ein Waisenhaus in Afrika, welches von Pater Leonard betreut wird.

Frank Nicolay (links) und Werner Schnink (rechts) bei der Verleihung des Hohen Bruderschaftsordens.

Foto: Dominik Motzek/rawdiamant

Natürlich standen aber auch Ehrungen für Mitglieder, die sich im besonderen Maße um die Bruderschaft verdient gemacht haben im Mittelpunkt des Titularfestes. Für sein langjähriges Engagement erhielt Frank Nicolay (Regimentskönig 2008), der bereits seit über zehn Jahren als Zeugwart der Bruderschaft tätig und unteranderem für die sichere Verwahrung des Königssilbers und der Schilder der Majestäten ist, den Hohen Bruderschaftsorden.

Ebenfalls mit dem Hohen Bruderschaftsorden wurde Werner Schink (Regimentskönig 2017) ausgezeichnet. Er ist seit fast 20 Jahren der Schatzmeister der Bruderschaft und war über 15

Jahre lang Leiter des Festausschusses, welcher für die Organisation der verschiedenen Feste der Bruderschaft zuständig ist.

Darüber hinaus erhielt Tobias Hucklenbroich für sein Engagement in der Jugend der Bruderschaft den Jugendverdienstorden in Bronze. Er ist seit 2023 der Hauptmann der Hauptmann der Jungschützen.

Zusätzlich wurde Rainer Jüntgen zum Ehrenoberst der Bruderschaft ernannt. Er hatte das Amt des Obersts 30 Jahre lang inne und prägte die Bruderschaft bis zu seinem Ausscheiden im Jahr

2024 entscheidend mit. Viele, gerade jüngere, Mitglieder kannten bis dahin niemand anderen in diesem Amt und sind mit Rainer Jüntgen als Oberst der Bruderschaft aufgewachsen.

Einen der Höhepunkte des Abends markierte jedoch die Verleihung des St. Sebastianus Ehrenkreuzes an Bernd Heuwind. Mit dieser hohen Auszeichnung wurden seine außergewöhnlichen Verdienste um die Bruderschaft sowie um den Bezirk Niederberg, dem Zusammenschluss der Bruderschaften aus Erkrath, Hubbelrath und Mettmann, gewürdigt. Er war 1972 Jungschützenprinz und 2003 Regimentskönig. Seit 2010 ist er im Bezirksvorstand von Niederberg aktiv, zunächst sieben Jahre als stellvertretende Bezirksbundesmeister, seit 2017 selbst als Bezirksbundesmeister, zu welchem er im November 2025 einstimmig wiedergewählt wurde. Auf seinem bisherigen Weg wurde Bernd Heuwind bereits mit dem silbernen Verdienstkreuz (1994) und

dem Hohen Bruderschaftsorden (2005) ausgezeichnet.

Für zusätzliche abwechslungsreiche Unterhaltung sorgte unter anderem der Auftritt des Fanfarenkorps „Die Anderen“, der beim Publikum sehr gut ankam und viel Applaus erntete. Auch die Überraschungseinlage der Jäger-Kompanie, der der amtierende König angehört, sorgte für Begeisterung. Mit einem ungewöhnlichen Hobby-Horsing-Auftritt brachten die Schützen und ihre Frauen das Publikum und das Königspaar zum Lachen. Interimsbrudermeister Lutz Peis zeigte sich insgesamt sehr zufrieden mit dem diesjährigen Titularfest: „Es herrschte einmal mehr eine tolle Stimmung. Ich danke allen, die bei den Vorbereitungen so tatkräftig geholfen und die Bruderschaft unterstützt haben. Besonders die Ehrungen für unsere verdienten Kameraden, die so viel für unsere Bruderschaft geleistet haben, waren wieder ein Höhepunkt. Die Vorfreude auf unser Schützen- und Volksfest im Juni ist jetzt schon riesig.“

Im Rahmen des Abends stellte das Königspaar zudem ihr Königsprojekt vor: die Unterstützung der Sanierung des Heiligenhäuschens am Korresberg. Im Laufe des Abends konnten über 1000 Euro für das Projekt gesammelt werden. König Jürgen Ziegner war mehr als glücklich über diese hohe Summe „Wir sind beide sehr glücklich darüber, dass wir so viele Menschen von einer Spende überzeugen konnten, wir freuen uns jetzt schon darauf, wenn die Sanierung endlich losgeht.“

Bis spät in die Nacht wurde getanzt, gefeiert und das Miteinander gepflegt. Das Titularfest 2026 zeigte einmal mehr, wie wichtig der Brauchtum und das gemeinschaftliche Engagement in Erkrath ist. Das Schützen- und Volksfest, welches ebenfalls jedes Jahr von der Bruderschaft Erkrath ausgerichtet wird, findet vom 3. bis 7. Juni statt.