Voller Vorfreude starteten die Mitglieder der „Art Group Erkrath“ die Vernissage. Die Werke sind noch bis zum 7. März zu sehen. Neben den aktuellen Arbeiten der Mitglieder der „Art Group Erkrath“ bereichern sieben neue Gastkünstlerinnen und Gastkünstler die Ausstellung mit frischen Impulsen und individuellen Positionen: Heidi Evers, Pia Köhler, Steffen Krüll, Amitis Moghadam Pouya, Dieter Schikarski, Sebastian Schmidt und Ulli Steinküller.
Ihre Werke erweitern und bereichern das Spektrum der Ausstellung und unterstreichen den offenen, lebendigen Charakter der Gruppe. Lothar Kniep begrüßte die Gäste und Künstler mit einer kurzen empathischen Rede und hielt einen kurzen Rückblick auf die vergangenen zwei Jahre. Er brachte seine Freude zum Ausdruck, dass die heutige Vernissage die 13. Ausstellung hier in der Galerie „Kiek ma rin“ ist, und dass es etwas Besonderes ist, dass dieser Abend gemeinsam erlebt werden kann. Er betonte, dass die Galerie im März ihren zweiten Geburtstag feiert – und sich in dieser kurzen Zeit bereits zu einem echten Kunst-Hotspot in Erkrath entwickelt hat. Es ist ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der Inspiration. Die Menge der Gäste, die anwesend waren, zeigt uns, wie lebendig Kunst sein kann, wenn sie Menschen zusammenbringt. Wichtiges Highlight war an diesem Nachmittag, dass die Galerie ihren 10.000 Besucher erwartete.
Ungewöhnliche Installationen wie schwebende Lampenschirme, fliegende Teppiche und markante Zickzack-Fotografien verwandelten den Raum im Rahmen der Ausstellung und luden dazu ein, genau hinzusehen, stehen zu bleiben und Kunst neu zu entdecken.
Die Vernissage fand wieder ein breites Publikum, diesmal fehlte es aber an offizieller politischer Präsenz. Aus privatem Anlass war aber Erkraths zweite stellvertretende Bürgermeisterin Lena Hemp anwesend und verfolgte mit großem Interesse das Geschehen.
In einem Gespräch mit der Gastkünstlerin Amitis Moghadam Pouya, kurz Amitis genannt, berichtete sie, dass sie vor knapp einem Jahr aus politischen Gründen nach Deutschland gekommen sei. Sie hat Grafik und Design an der Soore University of Art in Teheran studiert und hat den innigen Wunsch, wenn ihr Asylantrag genehmigt ist, auf ihr Studium aufzubauen und in diesem Bereich in Deutschland zu arbeiten. „Meine Arbeiten erforschen den weiblichen Körper als einen Ort der Spannung und entstehen aus persönlichen Erfahrungen. Die dargestellten Frauen befinden sich an psychologischen Grenzen zwischen Anpassung und Widerstand, Vergangenheit und Gegenwart, Sichtbarkeit und innerem Rückzug. Malen ist für mich ein Akt des Durchquerens – ein stiller Raum, in dem Verletzlichkeit als Form von Stärke existieren darf.“
Ein weiterer Gastkünstler ist Sebastian Schmidt, Fotograf aus Solingen. Besonders fasziniert ihn die Vergänglichkeit seiner Motive. Sein Motto: „Ich hetze dem Abriss hinterher“. Seinen Einstieg in die Industriefotografie fand Schmidt mit einer Innenaufnahme der Henrichs-Hütte in Hattingen. Von dort aus erweiterte der gebürtige Wuppertaler seinen Radius kontinuierlich. Der Weg seiner fotografischen Erkundungen lässt sich über das Ruhrgebiet, Zechen und Bergwerken bis zu zu den Relikten der Kohle- und Stahlindustrie in Belgien und Frankreich verfolgen.
Von den etablierten, langjährigen Künstlern der Gruppe stand Inge Woeste Rede und Antwort. Inge Woeste lebt und arbeitet in Düsseldorf und kam nach über 20-jähriger Berufstätigkeit im Vertrieb zur eigentlichen Berufung: Der Kunst. Die Ausbildung in Zeichnen, Malen, Holz- und Steinbildhauerei bei Hannelore E. Busch, Bernard Lokai, Till Hausmann und Cornelia Pastohr war der Einstieg. Seit 2013 arbeitet sie zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Rita Lasch im eigenen Atelier. Das künstlerische Spektrum erstreckt sich so im Spannungsfeld zwischen Zeichnung und Malerei, fotorealistisch und abstrakt. Oft inspiriert von der Natur als Fundgrube für Ideen, Formen, Farbe, Struktur, experimentiert Inge Woeste mit unterschiedlichen Materialien und Techniken, die sie in einem Balanceakt zwischen Zufall und Absicht in ihren Arbeiten umsetzt.
Fazit der Vernissage: Es war eine entspannte, friedliche Atmosphäre mit interessierten Besuchern, Künstler, die engagiert die Besucher über ihr Tun unterrichteten. Es gab ein kleines, aber sehr feines Büfett und alle waren glücklich und zufrieden.