Konstruktive Podiumsdiskussion der CDU: Eine mögliche Lösung: Erhöhung in kleinen Schritten?

Konstruktive Podiumsdiskussion der CDU : Eine mögliche Lösung: Erhöhung in kleinen Schritten?

Der CDU Ortsverband Alt Erkrath und allen voran Ortsverbandsvorsitzender Marc Hildebrand hatten am vergangenen Dienstag zur Podiumsdiskussion ins Rathaus geladen. Thematisiert werden sollte die aktuell anstehende Beitragserhöhung für Kinderbetreuung.

Bereits im Vorfeld hatten die neuen Tabellen für Unmut innerhalb der Bürgerschaft gesorgt.

(tb) Der teilweise bis zu 106-prozentige Anstieg bei den Beiträgen stieß bei den meisten Eltern auf Unverständnis. Auch der vergangene Jugendhilfeausschuss (JHA) wurde größtenteils von dem brisanten Thema bestimmt. Grund für Hildebrand, mit allen Beteiligten in einen Dialog zu treten. Neben Bürgermeister Christoph Schultz lud der Politiker auch Hildegard Thüß (Abteilungsleiterin Jugendamt), Alexandra Küllmann (Elternvertreterin der Kita Falkenstraße) sowie Anette Kirchhoff (JHA Ausschussvorsitzende) ein. Gemeinsam wollte das Fünfgestirn den Fragen und Anliegen der rund 40 anwesenden Eltern Rede und Antwort stehen.

Viel Neues konnten diese jedoch nicht erfahren. Bürgermeister Schultz sprach bereits in seiner Begrüßungsrede von "den anfallenden Defiziten im Haushalt". Er gab zu verstehen, dass 90 Prozent aller Kommunen NRWs in der gleichen miserablen Lage stecken, die Kinderbetreuungsbeiträge aber in keinem Fall zur Haushaltssanierung herhalten." Vorschläge von Seiten der Eltern wurden gut angenommen. So wünschen sich diese einen moderateren Anstieg bei den Beitragserhöhungen.

"Wir könnten die Staffelungen in 5.000 Euro Schritten verkleinern", schlägt Christian Ritt von der BmU vor. Ein Vorschlag, der generell Anklang fand und bis zur kommenden Sondersitzung des JHA am 7. Juni überprüft werden soll. Dass die anstehende Erhöhung unumgänglich ist und auch die Geringverdiener geschont werden müssen, stand am vergangenen Dienstag nicht zur Debatte. "Wir sind grundsätzlich für die Erhöhung", so Carina Hennig. Die Mutter wünscht hätte sich lediglich eine andere Herangehensweise gewünscht. Ihre Hauptkriterien veröffentlichte die Mutter gemeinsam mit weiteren engagierten Eltern in Form von Aushängen und Unterschriftensammlungen (der Lokal Anzeiger berichtete diesbezüglich bereits). "Wir haben bisher noch keine Entscheidungen zu den Erhöhungen getroffen", so Hildebrand. Dieser wollte die Ergebnisse der Podiumsdiskussion mit in die eigenen Reihen tragen und nach Antragsvorschlägen suchen.

Neben den Anliegen der Elternschaft bezüglich der Beiträge kamen auch die Tageseinrichtungen nicht gut weg. Von fehlenden Geldern und Hygiene- sowie Bastelmaterialien war die Rede. Auch beklagten einige Eltern, dass man nur schwer an Plätze käme, die weniger Stunden beinhalten. "Oft bekommt man einen U3-Platz nur, wenn man einen 45- Stunden Vertrag abschließt. Auch wenn dieser nicht benötigt wird", so eine Hand voll Eltern.

Für Christoph Schultz eine absolute Unverschämtheit. Der Bürgermeister plant bereits seit einiger Zeit, zu einem gesonderten Kita-Gipfel mit Vertretern aller Erkrather Kindertagesstätten zu laden. "Wir müssen die Einrichtungen dazu bringen, an einem Strang zu ziehen. Nicht nur die Städtischen, sondern auch die Einrichtungen in freier Trägerschaft", so Schultz. Mit einer Systemumstellung (Kita.VM) soll in Zukunft zumindest das Anmeldeverfahren für die Eltern transparenter werden.

"Man trägt seine drei Einrichtungswünsche mit Prioritätsangabe in das System ein. Der Vorgang wird online abgeschlossen. Die Einrichtungen haben darauf Zugriff und können ihre Plätze vergeben. Bis Dezember sollten dann alle Zusagen raus sein. Sollte dies nicht der Fall sein, greift das Jugendamt ein und schaut nach Alternativen", verrät Hildegard Thüß den komplexen Vorgang. Ob sich mit diesem System allerdings die Problematik mit den auferlegten Stundenverträgen kontrollieren lässt, steht bisher noch in den Sternen.

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