1. Stadtteile
  2. Alt-Erkrath

Seit 20 Jahren im Vorstand der WBG Erkrath: Ein „Kümmerer“ durch und durch

Seit 20 Jahren im Vorstand der WBG Erkrath : Ein „Kümmerer“ durch und durch

Detlef Ehlert ist, wie man im Volksmund so gerne über Menschen mit einer ausgeprägten sozialen Ader sagt, ein „Kümmerer“. Zahlreiche Ämter bekleidet der SPD-Fraktionsvorsitzende in Erkrath. Eines davon ist seine nun mittlerweile 20jährige Tätigkeit im Vorstand der Wohnungsbau-Genossenschaft Erkrath (WBG).

Als junger Mann, genauer gesagt im Alter von 20 Jahren, war Detlef Ehlert auf der Suche nach einer eigenen und vor allem bezahlbaren Wohnung. Fündig wurde er bei der WBG Erkrath, mietete die Wohnung auch an, zog aber am Ende nicht in diese ein. „Kurz nachdem ich den Mietvertrag unterschrieben habe, lernte ich meine damalige Partnerin kennen und schnell war klar, wir ziehen zusammen. Doch dafür war meine Wohnung bei der WBG Erkrath leider zu klein“, schmunzelt er. Dennoch blieb er der WBG Erkrath in anderer Weise treu - nämlich durch seinen Eintritt in die Genossenschaft im selben Jahr - genauer gesagt am 28. Dezember 1979. Kurze Zeit später und nach bereits zwei Anläufen, gelang es ihm beim dritten Versuch in den Aufsichtsrat der Wohnungsbau-Genossenschaft einzusteigen. 18 Jahre arbeitete Detlef Ehlert in diesem Gremium und setzte sich unter anderem für die faire Vergabe der Wohnungen ein. Der genossenschaftliche Gedanke der WBG Erkrath entspricht dem Handeln und Denken des Ur-Sozialdemokraten Detlef Ehlert.

Nach dem zweiten Weltkrieg bis in die sechziger Jahre hinein gab es eine große Wohnungsnot. Der Staat und die Behörden waren gezwungen, Notprogramme zu entwickeln, bei denen Wohnungen in einfachster Ausstattung gefördert wurden, um den Ausgebombten, den heimkehrenden Evakuierten und den Flüchtlingen aus dem Osten wenigstens ein Dach über dem Kopf zu bieten. Acht Jahre nach Kriegsende wurde 1953 vornehmlich auf Betreiben des damals nach Erkrath gekommenen Gemeindedirektors Albert Peters die Wohnungsbaugenossenschaft Erkrath eG gegründet. Willi Ruge war damals mit dabei. Er war von einem Arbeitskollegen angesprochen worden, dass eine Versammlung stattfinden würde, um eine Selbsthilfeorganisation, nämlich die Wohnungsbaugenossenschaft, zu gründen. Ruge suchte seinerzeit dringend ein eigenes Dach über dem Kopf. Also ging er auch zu dem Treffen im Rathaus, wurde Mitglied – und war bald darauf der erste Mieter im ersten Wohnhaus der Genossenschaft. Die 1953 von Gemeindedirektor Albert Peters und Bürgermeister Alexander Bendt gegründete Wohnungsbaugenossenschaft hat in Erkrath den Grundstein des genossenschaftlichen Gedankens gelegt. Soziale Verantwortung, Solidarität, Wohnsicherheit und Wohnqualität.

  • SPD-Ratsfraktion geht mit neuem Vorstand zuversichtlich in das neue Jahr : Neuer Vorstand der SPD Erkrath
  • Stellenangebot auf Geringfügig-Beschäftigten-Basis : Betreuungskräfte für Schulen in Erkrath gesucht
  • Holger Johan.⇥Foto: Archiv
    Vorstandswahlen : Holger Johan ist erster Vorsitzender des SSV Erkrath

Bis heute sind diese Begriffe von zentraler Bedeutung für unser Miteinander und sie sind aktuell wie eh und je. Als erste Baumaßnahme der Genossenschaft war geplant, 31 Wohnungen, davon 19 parallel zum Rathelbecker Weg (heute Schinkelstraße 1-9) und 12 an der Beethovenstraße (Nr.24/26) zu errichten. Erkrath konnte daher 1954 zwei „Höhepunkte“ erleben. So wurde dem Torwart der Deutschen Fußballweltmeisterschaftsmannschaft  und Erkrather Bürger -Toni Turek - ein begeisteter Empfang im Rathaus bereitet und die ersten Häuser der Genossenschaften wurden von den Mietern bezogen. Von da an ging es „Stein auf Stein“ voran. In jedem Jahr wurden neue Genossenschaftsbauten errichtet. Bis zum Ende der sechziger Jahre entstanden weitere Wohnhäuser an der Schinkelstraße und der Wagnerstraße, an der Schlüter- und Freiheitsstraße, an der Kreuzstraße, im heute zu Düsseldorf zählenden Ortsteil Unterbach an der Nettetal-, Brinellstraße und Auf`m Hitzberg, und wieder in Alt-Erkrath an der Hochdahler Straße / Falkenstraße, Mozartstraße, Taubenstraße, Fasanenstraße, Adlerstraße und Kalkulmer Feld sowie der Schlüterstraße. 2001 wechselte Detlef Ehlert vom Aufsichtsrat in den Vorstand und arbeitet dort bis heute als nebenamtliches Vorstandsmitglied zusammen mit Thorsten Schmitz (ebenfals nebenamtliches Vorstandsmitglied) und Christian Frank (hauptamtliches Vorstandsmitglied). „Uns war es immer wichtig, auf Dividenden zu verzichten und diese lieber in den Bestand zu investieren. Unsere Mitglieder haben diesen Gedanken stets mitgetragen und dafür sind wir ihnen sehr dankbar“, so Ehlert. Vor acht Jahren konnte die WBG Erkrath die Sanierungsarbeiten in und an den Bestandsimmobilien abschließen. Von 2014 bis 2019 widmete sich die Genossenschaft den Neubauprojekten, beispielsweise an der Falkenstraße.

Das nächste große Ziel, dass Detlef Ehlert und seine  Vorstandskollegen angehen werden, lautet „Klimaneutralität“. „Eine nicht so leichte Aufgabe, der wir uns aber mit viel Engagement und Herzblut in den kommenden Jahren widmen werden.“ Wenn Detlef Ehlert nicht gerade in einer seiner vielen Ausschuss-Sitzungen der Stadtverwaltung sitzt, mitten in der Nacht Pressemitteilungen der SPD Erkrath oder Anträge verfasst, sitzt er mit großer Freude am Steuer des Bürgerbusses, setzt sich als Initiator und Vorsitzender des Trägervereins „Verlässliche Schule in Erkrath“ e.V. ein oder radelt - ganz umweltbewusst - durch seine Lieblingsstadt Erkrath. Zum Urlaub machen muss man den 62-Jährigen quasi zwingen, aber mit dem diplomatischen Geschick seiner Familie, genießt er dann auch einfach mal solche Stunden des „Nichts tun’s“ und der Entspannung sehr. Eines der größten Hauptanliegen von Detlef Ehlert - und das unabhängig welches Amt er bekleidet - lautet „nah am Menschen zu sein“. Und das gelingt ihm sehr gut.

(nic)