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Tag der offenen Tür: Seit 15 Jahren offene Türen für Freunde

Tag der offenen Tür : Seit 15 Jahren offene Türen für Freunde

Seit 15 Jahren offene Türen für Freunde… und dieses Mal auch für den Freundeskreis für Flüchtlinge, der die Gäste mit internationalen Köstlichkeiten überraschte.

Punkt 15 Uhr hatten sich rund 30 Zuhörer im Atelier der Hochdahler Künstlerin versammelt. An den Wänden des Ateliers hingen oder lehnten viele ihre großformatigen Bilder. Skulpturen ergänzten die künstlerische Atmosphäre. Bei sommerlichen 30 Grad vor dem Atelier, herrschte innerhalb angenehm kühle Temperatur. Claudia Birkheuer hatte auf einem Barhocker Platz genommen und einen Band ihres neuen Buchs „Seven“ auf dem Schoß liegen. Mit ihrer temperamentvoll fröhlichen Art hatte sie die Zuhörer schon nach wenigen Sekunden gefesselt. Sie ließ den Protagonisten Seven, einen Kater der schon früh entdeckte, dass er Menschen verstehen kann und des Lesens und Schreibens mächtig ist, zum Leben erwachen.

Kater Seven will Künstler werden. Heimlich richtet er sich im Keller der Düsseldorfer Kunstakademie ein Kelleratelier ein. Versteckt in einem Luftschacht nimmt er an Vorlesungen teil und macht seine ersten Malversuche. Schließlich wird er von Kunststudent Rudolph entdeckt und von da an nimmt eine spannende und nicht immer einfache Entwicklung ihren Gang. Über eine alte Schreibmaschine, die Rudolph dem Kater mitbringt, lernen sie miteinander zu kommunizieren. Knapp zehn Minuten las Claudia Birkheuer aus ihrem Buch und begeisterte ihre Zuhörer. „Das war ja wie ein Hörspiel“, kommentierte eine Besucherin die lebendige Lesung des Hochdahler Multitalents.

Wer wissen wollte, wie die Geschichte ausgeht, konnte sich einen Flyer zu Birkheuers zweitem Roman mitnehmen, der gerade neu erschienen ist.Nach der Lesung mischte sich Birkheuer wieder unter die Gäste, die es sich auf dem Vorplatz vor ihrem Atelier auf Bierzeltgarnituren und unter Pavillons bequem gemacht hatten. „Seit 15 Jahren öffne ich zum Trillser Straßenfest für alle Nachbarn und Freunde mit Freuden meine Türe“ verriet die Künstlerin lachend. In diesem Jahr hatte sich der Freundeskreis Flüchtlinge zu ihr gesellt.

„Wir waren ein bisschen spät dran und haben auf dem Straßenfest keinen passenden Platz mehr gefunden“, erzählte Dieter Thelen Claudia Birkheuer, als sie sich trafen. Die sagte spontan: „Kommt doch zu mir. Platz genug ist vor dem Atelier.“ Und so gab es in diesem Jahr allerhand Spezialitäten vor dem „Püttbach-Atelier“. Auch das IKZ-Erkrath hat sich beteiligt und so gab es neben syrischen und türkischen Spezialitäten auch russische und sogar französische. Wer auf den Geschmack gekommen war, konnte gleich am Stand auch das 2018 anlässlich des Aktionstags der Wirtschaft entstandene internationale Kochbuch erwerben, aus dessen Verkaufserlös von 12,50 Euro fünf Euro für den Freundeskreis verbleiben. Begegnung steht über fast allem, was der Freundeskreis anstößt, wie etwa in der Begegnungsstätte „Hand in Hand“ am Europaplatz.

Es sind längst nicht mehr nur zu uns geflohene Menschen, die dort zusammensitzen. Auch Menschen ohne Migrationshintergrund schauen vorbei und wenn Hilfe gebraucht wird, packen auch Obdachlose mit an. Dafür gibt es einen Kaffee und nette Gespräche. In der Begegnungsstätte Hand in Hand festigte sich auch der Kontakt des Freundeskreises zu Claudia Birkheuer. In diesem Jahr füllten Freundeskreis und Birkheuer mit einem literarischen Konzert das Bürgerhaus in Hochdahl. Bleibt zu erwarten, dass auch das Trillser Straßenfest nicht der letzte Termin ist, an dem Freundeskreis und Claudia Birkheuer etwas gemeinsam gestalten.

(RG)