GymNeander muss saniert werden

Hoher Sanierungsbedarf : Politik muss über GymNeander entscheiden

Die Machbarkeitsstudie zur Entwicklung des Schulstandorts des Gymnasiums am Neandertal liegt vor. Die Schulkonferenz hat eine klare Meinung, aber wie wird die Politik entscheiden?

Am Gymnasium am Neandertal besteht Sanierungsbedarf. Auch in Sachen Brandschutz ist einiges zu tun. Darüber hinaus fehlen für die Wiedereinführung von G9 Räume, denn mit der Einführung des Lernzeitenkonzepts und dem gebundenen Ganztag sind alle Räume ausgelastet. Das GymNeander verfügt derzeit über eine Bruttogeschossfläche von 6.900 Quadratmeter. Nach Empfehlungen der Montagsstiftung sollten es 14.200 Quadratmeter sein. Die zum Raumbedarf von einem Architekten und einer Schulbauberaterin erstellte Machbarkeitsstudie liegt nun vor und stellt drei Varianten in den Raum. In der ersten Variante werden Komplettsanierung des Bestandsgebäudes, Erweiterungsbau zur Flächenergänzung und der Abbruch der alten Turnhalle vorgesehen. Variante zwei sieht eine Komplettsanierung des Bestandsgebäudes inklusive Grundrissveränderung durch Eingriff in die Statik, einen Erweiterungsbau zur Flächenergänzung und den Abbruch der alte Turnhalle vor. In der dritten Variante stellt die Machbarkeitsstudie den Neubau auf einer im städtischen Besitz befindlichen Erweiterungsfläche vor, die die Errichtung eines neuen Schulgebäudes im Norden, eine neue Turnhalle und schließlich den Abriss des alten Schulgebäudes beinhaltet. „

Wir haben uns mit Blick auf die Kosten nicht an den Empfehlungen der Montagsstiftung orientiert, sondern am Düsseldorfer Modell“, erklärt Beigeordneter Ulrich Schwab-Bachmann und ergänzt „Das sieht 10.400 Quadratmeter vor und hat sich in Düsseldorf bewährt“. Klar ist, dass im GymNeander auch ohne die notwendigen zusätzlichen Räume großer Sanierungsbedarf besteht und das eine Sanierung und Erweiterung im laufenden Schulbetrieb große Beeinträchtigungen im Unterricht mit sich bringt. Während der Klausurphase vor dem Abi müssten die Arbeiten jeweils ruhen, sodass sich eine Gesamtbauzeit von 45 Monaten ergeben würde. Genaue Zahlen zu den Kosten der unterschiedlichen Varianten wurden noch nicht vorgelegt. Wer ein wenig recherchiert ahnt, dass es teuer wird, denn die Baukosten sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Bekannt ist bisher, dass die Variante zwei im Vergleich zu Variante eins 10 Prozent teurer wäre. Variante drei, die den Schulneubau vorsieht, wäre sogar 40 Prozent teurer.

„Das liegt mit daran, dass der Neubau am Standort in Hanglage zum Teil in den Boden hineingebaut werden müsste“, erklärt Bürgermeister Christoph Schultz. Ein klarer Vorteil des Neubaus liegt darin, dass der Schulbetrieb während der Bauzeit überhaupt nicht beeinträchtigt würde. Die Schulkonferenz hat in der letzten Woche einstimmig ihr Votum für die Variante drei ausgesprochen. „Das ist eine Chance für das Lernzeitenkonzept, in dem der Raum zum Pädagogen wird. Und es ist natürlich auch eine Chance für die Stadt Erkrath, auch für die VHS und die Musikschule“, erklärt Schulleiter Hans Gruttmann. Eine vierjährige Umbauphase hätte aus seiner Sicht starken Einfluss auf das Lernen. Die Entscheidung für den Neubau wäre ein Schritt weg von der 50 Jahre alten Flurschule hin zu flexiblen Räumen und würde die Schule für die Zukunft, in der auch digitales Lernen nicht mehr wegzudenken ist, gut aufstellen. Nun liegt der Ball bei der Politik, die am 18. Juni in einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Schule und Sport und für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung eine Entscheidung für eine der drei Varianten treffen muss. Viel Zeit bleibt nicht, denn der erste Jahrgang für G9 startet bereits in diesem Jahr.

(RG)
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