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Ein Ort für Alt und Jung: An der Gerberstraße ist immer was los

Ein Ort für Alt und Jung : An der Gerberstraße ist immer was los

Sie ist schon ein besonderer Ort, die Caritas Begegnungsstätte an der Gerberstraße. Dabei hat die Einrichtung ein recht bewegtes Leben hinter sich, wie Einrichtungsleiterin Monika Thöne weiß. "Bereits 1938 wurde vom Mettmanner Architekten Hans Voß das damalige Jugendheim für die Erkrather Hitlerjugend als Treff- und Versammlungsort entworfen."

(tb) Das kleine Haus im Fachwerkstil wurde im Jahr 1970 abgerissen, nachdem es auch nach Zeiten der Nationalsozialisten als Jugendzentrum genutzt wurde. Mit dem Neubau rückte eine andere Interessengruppe in den Fokus der Nutzung. Mit der Gründung der Reinhold-Pose Stiftung im Oktober 1968 fungierte das Haus nach Fertigstellung im Oktober 1975 als Altentagesstätte. Die Stiftungsräume an der Bachstraße, die zwischenzeitig als Altentagesstätte genutzt wurden, waren schnell zu klein. Erst 25 Jahre später, im Jahr 2000, übernahm die Caritas die Einrichtung und wandelte das Konzept um.

So wurde aus einem Treff für Senioren schnell eine Begegnungsstätte für Menschen jeglichen Alters. Auch die studierte Pädagogin Monika Thöne nahm vor mittlerweile 17 Jahren den Dienst an der Gerberstraße auf. "Ich habe die Arbeit vor Ort direkt verändert, wollte Netzwerke schaffen und Menschen zusammenbringen." Mit Erfolg, wie die Einrichtungsleiterin heute weiß. Mittlerweile bietet die Begegnungsstätte 55 verschiedene Gruppen an. Die Auswahl ist so individuell, wie die Besucher selbst. Ob Yoga, Handarbeitskreise, Skat-Treffen oder einfache "Klön"- Gruppen, an der Gerberstraße ist immer etwas los. Entwickelt haben sich all diese Gruppen aus Initiative der Besucher heraus.

"Ich biete Hilfestellung an, wenn jemand einen Gruppenwunsch an. Genauso versuche ich künftigen Kursleitern Raum zu bieten, sich in der Begegnungsstätte zu etablieren." Ziel der Einrichtungsleiterin ist es jedoch, dass sich jede Gruppe eigenständig organisiert. "Ich gebe gerne einen Schubs in die richtige Richtung", witzelt Thöne. Nicht selten sind Dozenten auf der Suche nach passenden Räumlichkeiten auf die Begegnungsstätte aufmerksam geworden. "Es gibt in Erkrath wenig freie Räume, die man buchen kann. In der Begegnungsstätte halten wir die Raummiete extra gering, damit die Kursgebühren für die Teilnehmer nicht zu hoch ausfallen. Wir möchten, dass sich jeder solche Angebote leisten kann."

2007 gründete Monika Thöne zudem gemeinsam mit Margret Sönnichsen das Demenz- Netzwerk Erkrath. "Mit fiel auf, dass immer wieder Menschen mit Demenz die Gerberstraße besucht haben. Aus dem Gedanken, etwas für diese Bürger zu schaffen, hat sich das Netzwerk gegründet." 2009 übernahm Gabriela Wolpers die Leitung des Netzwerkes, welches mittlerweile an der Bavierstraße zu finden ist.

Info:
Lust auf ein Ehrenamt? Spaziergangs- oder Demenzbegleiter, Helfer im Garten, der Küche oder handwerklich geschickte Personen werden in der Begegnungsstätte immer gebraucht. Kontaktdaten sowie eine Übersicht des umfangreichen Angebotes unter www.caritas-mettmann.de