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Kultur in Erkrath: Am Mittwoch küsste Nathalie hemmungslos auf der Erkrather Bühne

Kultur in Erkrath : Am Mittwoch küsste Nathalie hemmungslos auf der Erkrather Bühne

Am vergangenen Mittwoch wurde in der Stadthalle Erkrath hemmungslos geküsst. Die romantische Komödie „Nathalie küsst“ war, trotz der doch problematischen Thematik, sehr unterhaltsam und kurzweilig.

Für Nathalie (Ursula Buschhorn), die sich auf der Sonnenseite des Lebens bewegt läuft alles zur größten Zufriedenheit wie es besser nicht sein könnte. Nachdem sie ihre große Liebe geheiratet und einen Traumjob angetreten hat, wird das Glück jäh zerstört als ihr Mann bei einem Autounfall zu Tode kommt. Drei Jahre bewegt sich Nathalie apathisch durch ihr Leben und lässt niemanden an sich heran. Das ändert sich als sie ihrem neuen, unscheinbaren Kollegen ganz spontan, ohne nachzudenken, einen Kuss gibt. Es folgt eine originelle Liebesgeschichte in der Nathalie lernt, dass man dem Herz bedingungsloser vertrauen kann als seinem Kopf.

Die Frage des Stückes war „Wie finde ich aus meiner tiefen Trauer zurück ins Leben“? Das Theaterstück hat diese Frage mit einer spielerischen Leichtigkeit beantwortet. Nathalie, tieftraurig und depressiv, trifft auf Marcus (Peter Kremer), einem scheinbar autistischen Arbeitskollegen. Nathalies Chef, der sich Hoffnungen auf Nathalie machte, spielte eine unangenehme, penetrante Rolle, hatte aber letztlich Pech, was sich als gut herausstellte. Er hätte Nathalie nicht gutgetan. Ohne Rücksicht auf den Verlust von Nathalie schleimte und baggerte er Nathalie, die doch gerade Witwe geworden war, an. Was man schon als übergriffig und höchst peinlich bezeichnen konnte. Hier musste man dem Schauspieler Michel Guillaume, der den Chef Charles Dumond spielte, bestätigen, dass er in Gestik und Mimik diesen unangenehmen Part hervorragend umsetzte.

 Inge Woeste und Rita Lasch. Foto: Lothar Kniep
Inge Woeste und Rita Lasch. Foto: Lothar Kniep Foto: Lothar Kniep

Schlussendlich verdichteten sich die zarten Bande zwischen Nathalie und Marcus, die ihren Chef im Regen stehen ließ und als glückliches Paar in Urlaub fuhren. Ein schönes Stück mit Happy End, was beim Zuschauer sehr gut ankam. Neben häufigem Szenenapplaus gab es auch nach langer Zeit in der Erkrather Stadthalle wieder mal einen begeisterten Klatschmarsch. Den hatten die gut aufgelegten Schauspieler ohne Einschränkung verdient. Man merkte den Zuschauern an, dass sie lange auf Entzug waren und das Theater ihnen gefehlt hat.

Es wäre schön, wenn im täglichen Leben solch gelagerte Probleme genau so einfach und pragmatisch gelöst werden könnten. Obwohl es häufig nicht so ist, waren die Zuschauer mit der Lösung des Problems sehr zufrieden und gingen mit einem sehr guten Gefühl nach Hause.

Es waren rund 240 Zuschauer in der Stadthalle. Auf den ersten Blick erscheint das wenig, aber der folgende Aspekt wurde in der Vergangenheit nie berücksichtigt. Aufgrund der Corona-Situation ist laut Anweisung des Landes NRW die Hallenkapazität, nicht nur in Erkrath, sondern landesweit um die Hälfte reduziert worden. Unter diesem Aspekt kann man den Besuch als ordentlich bezeichnen. Sollten einige wenige Zuschauer in der Pause gegangen sein, so ist es nicht aufgefallen. Aber da es diesmal ein schönes unterhaltsames Stück war, bestand auch keine Notwendigkeit früher zu gehen.

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Das nächste Theaterangebot: Am 11. März ist Kabarettabend. Das Erkrather Publikum begrüßt das Kom(m)ödchen aus der Nachbarstadt Düsseldorf mit ihrem neuen Programm „Quickies. Schnelle Nummern zur Lage der Nation“. Die Abteilung Kultur der Stadt verschickt die Karten auch kostenfrei nach Hause. Telefon 0211 240740 09.

‚QuickArt‘ der ‚NEANDERARTgroup‘ im Foyer der Stadthalle

Künstlerinnen für die ‚QuickArt‘, ein fester Bestandteil der Erkrather Theater- und Kabarettveranstaltungen, waren am Mittwoch Rita Lasch und Inge Woeste, die beiden Schwestern aus Düsseldorf präsentierten ihre Bilder und Kunstexponate, die regen Zuspruch fanden und von vielen Besuchern in Augenschein genommen wurden. Sie zeigten ein sehr vielseitiges Spektrum und freuten sich über das Interesse und die Gespräche. Es ist für Künstler immer ein gutes Gefühl, wenn ihre Kunst regen Zuspruch findet, wie bei den Theater- oder Kabarettveranstaltungen. Dieses Mal gab es keine NEANDERARTgroup Aktie für die SchauspielerInnen, da diese nur bei Kabarettveranstaltungen vergeben werden.