Am 17. August schließen sich deshalb bis voraussichtlich 16. Oktober die Pforten des Stellariums. „Die europaweite Ausschreibung wurde Anfang des Jahres abgeschlossen und wir freuen uns, dass wir nach der Umbaumaßnahme eines der wenigen Planetarien in Deutschland sind, die über eine hoch aufgelöste Technik verfügen“, sagt uns Maximilian Mucha, erster Vorsitzender des Vereins Sternwarte Neanderhöhe Hochdahl e.V.. Aktuell verfügt das Erkrather Planetarium über eine 2 K-Auflösung bei den vorhandenen Projektoren. Nach der Modernisierung wird es eine 8 K-Auflösung sein - also Ultra HD, der aktuelle Höhepunkt der derzeitigen Bildschirmtechnologie. „Auch die Software wird ausgetauscht und damit auch der Anbieter. Das ist für unsere Dozenten ein großer Schritt und dieser benötigt eine umfassende Einarbeitung bis zur Wiedereröffnung am 17. Oktober“, so Mucha.
Für die gesamte neue Technik wird im Planetarium beziehungsweise im Bürgerhaus ein neuer und damit größerer Serverraum benötigt. „Hier sind wir aktuell mit der Stadt im engen Austausch.“ Auch das Soundsystem bekommt ein Update, ebenso wie das Lichtsystem in der Kuppel. Bis dahin begeistert das Stellarium seine treuen Besucher mit einem neuen und attraktiven Halbjahresprogramm.
Zu den Highlights für die jungen Besucher zählt beispielsweise die filmische Vollkuppel-Produktion „Armstrong - die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond“. Die kostenfreie Premiere ist am 21. Februar, 10.30 Uhr in Kooperation mit der Stadtbücherei Hochdahl. „Die Lesepaten werden vor Beginn des Filmes Passagen aus dem gleichnamigen Kinderbuch vorlesen“, so Mucha. Ebenfalls am 21. Februar, 18 Uhr, können sich die Besucher auf die teilweise Live-Show „Aurora - Wunderbares Polarlicht“ freuen. Das Polarlicht ist die wohl wunderbarste Naturerscheinung, die man erleben kann. Dem koreanischen Astrofotografen Kwon OChul gelang es, diese geheimnisvollen Lichter in all ihrer Vielfalt einzufangen. Mit ultraempfindlicher Kameratechnik entstanden atemberaubende Echtzeitaufnahmen in 4K, die den Himmel in fließende Farben und tanzende Formen verwandeln. An der Kuppel des Planetariums entfaltet sich dieses Schauspiel im Rundumformat, ein magisches Leuchten, das den Atem nimmt und die Nacht in ein lebendiges Farbpotpori verwandelt. Ebenfalls ans Herz legen möchte das Team des Stellariums den jungen Besuchern „Die Anderen - Der erste Kontakt“. Die Premiere fand bereits im vergangenen Jahr statt. Die nächste Aufführung ist für den 28. Februar, 18 Uhr, geplant. Dozent Matthias Kolb gibt hier einen Überblick über die aktuelle Suche nach Leben jenseits unseres Sonnensystems.
Die alljährliche snh-Sternschnuppennacht zum Höhepunkt des Perseidenschauers wird in diesem Jahr von einem weiteren Himmelsereignis begleitet: einer fast totalen Sonnenfinsternis, bei der die Sonne kurz vor ihrem Untergang zu fast 90 Prozent bedeckt wird. Dazu bietet das Planetarium zwei aufeinanderfolgende Veranstaltungen an (12. August, 16.30 und 18 Uhr), die sich mit Sternschnuppen und Finsternissen befassen. Anschließend besteht – bei gutem Wetter – die Möglichkeit zur gemeinsamen Beobachtung am Observatorium. Der „Tag der Astronomie“ am 28. März wird gleichzeitig der „Tag der offenen Tür“ im Planetarium „Stellarium Erkrath“ sein. Hier sind insgesamt vier Kurzvorträge um 12 Uhr, 12.30 Uhr, 13 Uhr und 13.30 Uhr geplant. Unter der Rubrik „Vorträge - zu Gast im Stellarium“ dürfen sich eingefleischte Astronomiefans auf vier spannende Veranstaltungen freuen. Der erste Vortrag ist bereits in der kommenden Woche, am 19. Februar, 20 Uhr, zum Thema „Von Tanzenden Galaxien, Dunkler Materie und anderen kosmischen Rätseln“. Referent ist Dr. Marcel Pawlowski vom Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP). Das Forschungsfeld der Satellitengalaxien - kleiner Galaxien die größere umkreisen - ist in den letzten Jahrzehnten rasant gewachsen. Beobachtungen zeigen, dass diese kleinen Galaxien einige unerwartete Eigenschaften aufweisen. Diese Phänomene stellen eine Herausforderung für das derzeitige Standardmodell der Kosmologie und der Dunklen Materie dar. Im Vortrag werden einige dieser Herausforderungen und derzeit diskutierte Lösungsmöglichkeiten vorgestellt. Der Vortrag basiert dabei auf Pawlowski’s Sachbuch „Von Tanzenden Galaxien, Dunkler Materie und anderen kosmischen Rätseln“ (FBV, ISBN: 978-3-95972-788-4).
Weiter geht es am 19. März, 20 Uhr, mit „Das magnetische Universum - Schutzschild für das irdische Leben und Geburtshelfer für Sterne und Galaxien“ erklärt von Dr. Rainer Beck, Max-Planck-Institut für Radioastronomie, Bonn. Magnetfelder sind allgegenwärtig. Das starke Magnetfeld der Erde schützt uns vor der schädlichen Partikel-Strahlung der Sonne. Ohne Magnetfelder gäbe es kein höheres Leben. Die Geburt der Sterne ist auf die Unterstützung von Magnetfeldern angewiesen. Auch das übrige Weltall wäre ziemlich langweilig: die meisten spannenden Phänomene wie die Sonnenflecken, die Sonnenkorona, Pulsare oder Quasare gibt es nur dank ihrer Magnetfelder. Mit dem 100-Meter-Radioteleskop Effelsberg konnte der Referent erstmals „Magnetkarten“ von Galaxien erstellen. Es gelang ihm der Nachweis, dass Magnetfelder in Spiralgalaxien viel stärker und damit viel einflussreicher sind als früher angenommen.
„Parapsychologie, Alchemie, Astrologie und Co.: die okkulte Seite der Naturwissenschaften“ heißt es am 30. April, 20 Uhr. Referent ist hier Carsten Busch, Zentrum für Geschichte der Naturwissenschaft und Technik (Hamburg), Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg. Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler lehnen Telepathie, Geistwesen und Co. häufig als irrationalen Aberglauben ab. Doch einige der größten ihrer Zunft waren eifrige Vertreter okkulter Praktiken und Theorien, vom Astronomen Johannes Kepler im 16. Jahrhundert bis zum Physiknobelpreisträger Brian Josephson im 21. Jahrhundert. Der Vortrag zeigt allgemein verständlich auf, wie überraschend eng Naturwissenschaft, Astronomie und „Parawissenschaft“ über die Jahrhunderte miteinander verbunden sind.
Der letzte Vortrag für dieses Halbjahr am 21. Mai, 20 Uhr, widmet sich dem Thema „Die Entstehung unserer Galaxis“ mit dem Referenten Prof. Dr. Hans-Walther Rix, Max-Planck-Institut für Astronomie, Heidelberg. Galaxien sind die Metropolen unseres Kosmos. Wie Rom wurden auch sie nicht an einem Tag gebaut, sondern haben sich von bescheidenen Anfängen kurz nach dem Urknall nach und nach zu den schönen Spiralgalaxien entwickelt, die wir heute sehen. Auch unsere Milchstraße ist eine solche Galaxie. In ihr haben wir die einmalige Chance Stern für Stern zu sehen, wer wann und wo geboren wurde, und wie weit er danach umgezogen ist. Dies erlaubt uns mit Hilfe neuer Satelliten und Experimente die Entstehungsgeschichte unserer Milchstraße zu rekonstruieren - einschließlich einiger traumatischer Phasen der Zerstörung.
Das gesamte Programm des Stellariums Erkrath - inklusiver weiterer interessanter Veranstaltungen im Observatorium und Schulungszentrum ist auf der Webseite des Vereins - www.snh.nrw - und ab Ende nächster Woche in gedruckter Form an den bekannten Stellen in Erkrath einsehbar.