Mögliche Einsparmaßnahmen der Stadt im Rahmen des Haushaltssicherungskonzeptes Kinder- und Jugendzentrum des TSV Hochdahl in Gefahr?

Hochdahl · Seit 38 Jahren gibt es das Kinder- und Jugendzentrum des TSV Hochdahl. Generationen von jungen Menschen sind hier in dieser sehr geschätzten Einrichtung bereits ein und ausgegangen. Nun steht sie im Rahmen des Haushaltssicherungskonzeptes, wie so viele andere Einrichtungen und Vereine in der Stadt, auf dem finanziellen Prüfstand.

Haben Angst um den Erhalt des Kinder- und Jugendzentrums des TSV Hochdahl: Gabriela Klosa (Leitung der Einrichtung) und Clemens Mittelviefhaus (erster Vorsitzender des TSV Hochdahl).

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Erkrath muss sparen - das steht fest. Neben möglichen Einsparmaßnahmen innerhalb des Rathauses, muss eine interne Finanzkommission aus Politik und Verwaltung diese prüfen, aber auch darüber hinaus schauen, an welcher Stelle man noch Kosten senken kann.

Auf einer 16 Seiten langen Liste der möglichen Konsolidierungsmaßnahmen im Rahmen des Haushaltssicherungskonzeptes der Stadt Erkrath für 2026, welche der Redaktion vorliegt, steht an der Stelle 54 der TSV Hochdahl. Dort soll der sogenannte Betriebskostenzuschuss eingespart werden. Weiter heißt es dort, dass der Vertrag, der einst 1988 zwischen dem TSV Hochdahl und der Stadt Erkrath für den Betrieb des Kinder- und Jugendzentrums im Bürgerhaus Hochdahl geschlossen wurde, zum 30. Juni 2026 gekündigt werden solle, damit der Vertrag zum 30. Juni 2028 beendet wird. Zunächst einmal noch graue Theorie und noch keine beschlossene Sache, aber dennoch sehr beunruhigend für Gabriela Klosa und ihr Team, die die Einrichtung an der Sedentaler Straße seit 30 Jahren leitet.

„Erst einmal sind wir der Meinung, dass der Begriff Betriebskostenzuschuss nicht annähernd das beschreibt, wofür er eigentlich steht“, so Gabriela Klosa. „Wir sind von montags bis freitags in der Zeit zwischen 13 und 19 Uhr eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 14 Jahren. Pro Tag besuchen uns zwischen 35 und 50 Kinder“, erklärt sie uns im Gespräch. Sie und ihr Team betreuen die Jugendlichen bei der Hausaufgabenbetreuung und bieten ihnen täglich ein pädagogisch wertvolles Nachmittagsprogramm inklusive umfangreicher Bewegungsangebote. „Wir bieten den Kindern jedes Jahr attraktive Ferien-Spaßprogamme an, Kunstprojekte, in denen sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen können, bringen ihnen anhand verschiedener Bildungsmaßnahmen, beispielsweise Themen wie Demokratie oder Kinderrechte näher, sind in der Gewaltprävention tätig und unterstützen Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, mit besonderem Förderungsbedarf oder einem körperlichen beziehungsweise geistigen Handicap.“Der Lokal Anzeiger Erkrath hat in der Vergangenheit regelmäßig darüber berichtet.

Der TSV Hochdahl beteiligt sich außerdem mit seiner Einrichtung beim städtischen Spielesommer in der Sandheide, dem Lichterwald oder dem Kinderfest. „Auch während der ersten Flüchtlingswelle 2015 haben wir die Stadt mit unserer Arbeit im Bereich Kinder- und Jugendarbeit unterstützt und geflüchtete junge Menschen betreut.“

Sollte der auf dem Prüfstand stehende Betriebskostenzuschuss am Ende tatsächlich gestrichen werden, sieht die Zukunft des Kinder- und Jugendzentrums des TSV Hochdahl ziemlich finster aus. „Wir müssten dann unsere Einrichtung tatsächlich schließen“, fasst es Gabriela Klosa kurz und knapp zusammen. Für die Erkrather Familien wäre das ein herber Verlust. Um das zu verhindern, plant der TSV Hochdahl in den nächsten Tagen in den direkten Austausch mit Politik und Verwaltung zu gehen. „Wir hoffen sehr, dass diejenigen Menschen, die in dieser Sache am Ende das letzte Wort haben, die richtige Entscheidung treffen“, sagt Gabriela Klosa abschließend.

(nic)