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Familienwohnhaus Mogli bald mit neuer Leitung: Abschied nach zehn Jahren

Familienwohnhaus Mogli bald mit neuer Leitung : Abschied nach zehn Jahren

Die letzten 1,5 Jahre waren bedingt durch die Corona-Pandemie nicht leicht für das Familienwohnhaus Mogli. Daneben steht auch noch ein großer Abschied den Kinder und Jugendlichen bevor: Tania Meissner und Anja Knoche, die zehn Jahre lang die Geschicke der Einrichtung geleitet haben, verlassen Erkrath.

Zwei Tage vor dem ersten Lockdown im vergangenen Jahr, musste die beliebte Sternlicht-Revue zu Gunsten der „Mogli-Kinder“ abgesagt werden. „Das hat uns böse getroffen“, erinnert sich Anja Knoche. Von da an kamen keine leichten Monate auf das Team und die Kinder zu. „Wir haben uns so gut es ging vor der Pandemie geschützt, uns so weit wie möglich isoliert, die bekannten Hygieneregeln eingehalten und sind damit sehr gut gefahren. Keiner hat sich bisher mit dem Virus angesteckt, keiner musste in Quarantäne.“ Doch es war auch sehr kräf­te­zeh­rend für alle Beteiligten. Homeschooling fand teilweise in Einzelbetreuung statt, externe Freizeitangebote konnten coronabedingt lange Zeit nicht stattfinden und mussten durch das Team irgendwie aufgefangen werden. „Besonders die gemeinsamen Spaziergänge mit Hund Carlo waren und sind in dieser Zeit bei unseren Kindern sehr gefragt“, sagt Tania Meissner.

Diese werden dann auch genutzt, um intensive Gespräche zu führen und sich an die gemeinsame Zeit mit den beiden Leiterinnen zu erinnern. „Wir haben sogar eine kleine Fotoserie aus diesen Spaziergängen entwickelt, die auch ein Teil unseres Abschiedsprozesses sein wird“, so Meissner. Denn, die beiden Damen, die seit zehn Jahren die Einrichtung leiten und auch im Familienwohnhaus Mogli gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen leben, werden im Februar nächsten Jahres gemeinsam nach Dortmund ziehen. Tania Meissner geht dann in den Ruhestand und Anja Knoche, die zwar noch zehn Jahre bis zur Rente hat, wird ihr folgen. Für das Paar fällt der Abschied nicht leicht und dieses Jahr wird deshalb nochmal dafür genutzt, um gemeinsam mit den Kindern die vergangenen zehn Jahre Revue passieren zu lassen. „Wir sind wie eine Familie und haben gemeinsam viele Krisen durchlebt und Erfolge gefeiert. Eine echte Achterbahn des Lebens. Das verbindet natürlich und viele ehemalige Kinder, die heue auf eigenen Füßen stehen, halten noch Kontakt zu uns“, sagt Anja Knoche.

Natürlich hoffen die Beiden, dass auch noch nach ihrem Umzug nach Dortmund dieser Kontakt bestehen bleibt. Auch ihrer Vorstandsarbeit im Förderverein des Familienwohnhauses Mogli, wollen Tania Meissner und Anja Knoche weiterhin treu bleiben. Eine der vielen schönen Erinnerungen wird sicherlich auch der letzte Urlaub im vergangenen Jahr nach Usedom sein. „Hier konnten wir alle nochmal so richtig gut Kraft tanken und eine tolle Zeit miteinander verbringen“, sagt Tania Meissner. Für die kommenden Herbstferien ist eine Freizeit auf Schloß Dankern geplant, wo nochmal alle Kinder, Mitarbeiter und Ehrenamtliche zusammen kommen werden. Die Nachfolge ist übrigens auch schon gesichert. „Wir haben uns für eine AWO-interne Lösung entschieden. Zwar wird dann keiner der Mitarbeiter mehr im Haus gemeinsam mit den Kindern wohnen, sondern es wird nach unserem Weggang im Schichtdienst gearbeitet, dennoch sind wir mit dieser Lösung sehr zufrieden.“ Für ihren zukünftigen Ruhestand hat sich Tania Meissner vorgenommen, mehr Zeit mit ihrer Tochter zu verbringen, die gerade geheiratet hat. Lesen, laufen, Yoga und Freunde treffen stehen außerdem auf ihrer Liste. „Gerne würde ich außerdem weiterhin, dann aber vermutlich ehrenamtlich, in der Trauma-Therapie tätig sein.“ Anja Knoche weiß noch nicht so richtig, wohin es sie für ihre letzten beruflichen Jahre ziehen wird. „Ich überlege noch. Da ist alles noch im Prozess“, so die gebürtige Dortmunderin. Klar ist auf jeden Fall, dass sie nun durch den Umzug wieder räumlich näher an ihre Familie, an ihre Eltern und ihren Sohn rückt, mit denen sie dann auch wieder mehr Zeit verbringen möchte.

  • ⇥Foto: Natali_Mis/Getty Images/iStockphoto
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„Meine Eltern sind beide über 80 Jahre alt und freuen sich, wenn ihre Tochter wieder in ihrer Nähe ist.“ Der Übergang mit der neuen Leitung wird fließend erfolgen und natürlich ist auch noch für das neue Jahr eine Abschiedsfeier mit allen Mitarbeitern, Ehrenamtlichen und Menschen, die das Familienwohnhaus Mogli in den letzten Jahren immer wieder unterstützt haben, geplant. Traurig werden die Kinder wohl auch über den Abschied von Hund Carlo und Hündinn Emma sein. Die beiden Fellnasen gehören Tania Meissner und Anja Knoche und werden im kommenden Jahr mit umziehen. Als kleines Andenken hat Liedermacher Nicolai Burchartz sogar einen Song über Carlo geschrieben, der auf seinem neuen Album „Platz! Für mehr Gefühl“ zu finden ist. Alle Hunde, die der Künstler auf seinem Album musikalisch portraitiert, gibt es wirklich. Die Texte gehen tief unter die Haut und haben gleichzeitig Leichtigkeit und Humor. Das gesamte Album inklusive der Song über Carlo sind absolut empfehlenswert.

Info:

www.awo-kreis-mettmann.de. Mehr Infos über Nicolai Burchartz gibt es auf www.nicolai-burcharzt.de/dein-song.">Im Familienwohnhaus Mogli wird für bis zu neun Kindern und Jugendlichen ab dem sechsten Lebensjahr ein sicheres Zuhause geboten. Kinder, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in ihrer Familie aufwachsen können und einen Lebensrahmen mit viel Schutz, Struktur und Geborgenheit benötigen, leben hier gemeinsam mit dem Leitungspaar Tania Meissner und Anja Knoche in einer familienähnlichen Struktur. Unterstützt wird die innewohnende Leitung durch ein Team aus pädagogischen Fachkräften. Dieses Konzept sichert den Kindern ein verlässliches, authentisches und zugleich professionelles Beziehungsangebot zu. Mehr Infos gibt es auf . Mehr Infos über Nicolai Burchartz gibt es auf .

(nic)