Nachlese neanderland TATORTE - Kunst hautnah erleben

Alt-Erkrath · Der Duft von Gegrilltem lag in der Luft, während in der Galerie „Kiek ma rin“ Pinsel über Leinwände glitten und Besucher Künstlern live bei der Arbeit zusahen. Die neanderland TATORTE „Offene Ateliers“ machten Kunst an zwei Maiwochenenden hautnah erlebbar.

Mit „Taste the Canvas“ verband der Erkrather Künstler Michael Slatosch, bekannt unter seinem Künstlernamen PETO, gemeinsam mit seinem Freund, dem Koch Lucas Keens, Kunst und Kulinarik.

Foto: Gabi Gründker

Am 16. und 17. Mai öffnete die Galerie auf der Bahnstraße in Alt-Erkrath jeweils von 12 bis 17 Uhr ihre Türen für Kunstinteressierte. Neben den Künstlerinnen und Künstlern der Art Group Erkrath waren auch Gastkünstler der aktuellen Jubiläumsausstellung vor Ort und gewährten persönliche Einblicke in ihr Schaffen. Unterschiedlichste Stilrichtungen entstanden direkt vor den Augen der Besucher.

Bereits vor dem Eingang kündigte ein Plakat auf einer Staffelei eine besondere Aktion an: Mit „Taste the Canvas“ verband der Erkrather Künstler Michael Slatosch, bekannt unter seinem Künstlernamen PETO, gemeinsam mit seinem Freund, dem Koch Lucas Keens, Kunst und Kulinarik. Während Slatosch in der Galerie ein neues Werk auf großer Leinwand entstehen ließ, bereitete Keens draußen auf dem Grill ein exklusives Acht-Gänge-Menü zu. Serviert wurden die Speisen einem befreundeten Paar direkt vor der Leinwand des Künstlers.

Auch dem Gründer der Art Group Erkrath, Lothar Kniep, konnten Besucher beim Zeichnen über die Schulter schauen.

Foto: Gabi Gründker

Auch dem Gründer der Art Group Erkrath, Lothar Kniep, konnten Besucher beim Zeichnen über die Schulter schauen. Kerstin Schoele freute sich über das große Interesse an ihrer Arbeit. Die Erkratherin malt mit Ölfarben auf Leinwand und zeigte den Gästen eindrucksvoll die Entstehung ihrer Werke. Als eine Besucherin ihr Bild „Ausblicke“ betrachtete, sagte sie spontan: „Ihr Bild passt ja perfekt in diese Zeit. Es ist alles so ungewiss.“ Schnell entwickelte sich daraus ein intensives Gespräch.

Vor der Galerie demonstrierte Günther Burghard an der Drechselmaschine, wie Kreisel entstehen. Die dabei herabfallenden Holzspäne inspirierten die Künstlerin Uschi Rustler sofort zu einer neuen Idee. „Darf ich hiervon ein bisschen haben?“, fragte sie spontan. Gemeinsam mit ihrer Künstlerkollegin Eva Fauth überlegte sie, wie sich das Material in ihr aktuelles Werk integrieren ließe. „Während der Arbeit entstehen die besten Ideen“, sagte Eva Fauth begeistert. Kurz darauf begann Rustler bereits, die Späne auf ihrem Bild zu verarbeiten, während sich Fauth wieder ihrem Lieblingsmaterial Ton widmete.

Angelika Lorenz zog mit ihren detailreichen Tierportraits zahlreiche Besucher an. Ihre Werke wirken auf den ersten Blick beinahe fotografisch, so präzise setzt sie jeden einzelnen Pinselstrich. Immer wieder blieb das Publikum stehen, um ihre Arbeiten zu bewundern und mit der Künstlerin ins Gespräch zu kommen.

An einem langen Tisch arbeiteten Inge Appelgren sowie die Zwillinge Inge Woeste und Rita Lasch gemeinsam an neuen Werken. Während Appelgren mit einer Nagelschere kleinste Zeitungsausschnitte für ihre Collagen vorbereitete, experimentierte Inge Woeste mit einer für sie neuen Technik: dem Foto-Transfer mit Gelli-Printing. Ihre Schwester Rita Lasch blieb dagegen ihrem vertrauten Stil treu und fertigte mehrere ihrer beliebten kleinformatigen Bilder mit kurzen Ein-Wort-Botschaften wie „smile“.

Neben zahlreichen Gästen nutzten auch Künstlerkollegen die Gelegenheit zum Austausch. Zwischen Leinwänden, Genuss und Gesprächen wurde an diesem Wochenende deutlich, wie unmittelbar Kunst Menschen zusammenbringen kann.

(GG)