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Was wird aus dem Radweg in Alt-Erkrath: Manfred Bunte hakt nach

Was wird aus dem Radweg in Alt-Erkrath : Manfred Bunte hakt nach

Es ist eine scheinbar „Never-ending Story“: Der jetzige „Einrichtungs-Radweg“ entlang der Schlüter/Bahnstraße wurde vor vielen Jahren für viel Geld aufwendig und gut gebaut. Er endet in der Nähe des Bahnhofes Erkrath. Viele Radfahrer nutzen ihn allerdings in beide Fahrtrichtungen und riskieren dabei ein Knöllchen (wir berichteten). Der Erkrather Manfred Bunte setzt sich seit Jahren dafür ein, aus dem Einrichtungs-Radweg einen Zweirichtungs-Radweg zu machen. Nun hat Bunte bei Erkrather Kommunalpolitikern nachgehakt, wie sie zu der Problematik stehen.

Sechs Thesen hat er dazu aufgestellt und mit den Politikern diskustiert. Im Einzelnen lauten diese:

1. Der vorhandene Einrichtungs-Radweg ist ein Radweg im Bestand. Er muss als Zweirichtungs-Radweg nicht neu gebaut werden - zumindest nicht das untere Teilstück von der Schlüterstraße (Zufahrt zu Aldi/Kreisverkehr) bis zur Querung zum Bahnhof.

2. Er ist ein „erhobener“ Radweg und gewährleistet daher für den Radfahrer und den Autofahrer weit mehr Sicherheit, als würde er niveaugleich mit der Schlüter- und der Bahnstraße verlaufen.

3. Er ist breit genug gebaut. Stadt und Kreis haben einen Ermessungsspielraum bezüglich der Breite und Sicherheit.

4. Die Einmündung der Bismarckstraße in die Bahnstraße ist und bleibt - egal welche Änderungen durchgeführt werden - ein Gefahrenpunkt. Die Gefährdung könnte jedoch durch eine sachgerechte Beschilderung und Furtgestaltung deutlich gegenüber dem Ist-Zustand vermindert werden.

5. Die Querung vor dem Bahnhof sollte und könnte auch sachgerecht beschildert werden. Verkehrsteilnehmer, die von der Morper Allee kommen, sollten neben dem jetzigen Schild, das auf den Zebrastreifen hinweist, das Schild „Radfahrer quert Straße“ deutlich lesen können.

6. Es sind zusätzliche Fahrrad-Piktogramme aufzutragen; beispielsweise auf der Furt an der Bismarckstraßé und auf dem Radweg selbst.

Die Kommunalpolitiker der einzelnen Parteien haben auf die Thesen wie folgt geantwortet:

Bernhard Osterwind (BmU): „Ich bin für eine Umwidmung des bestehenden Radweges in einen Zweirichtungs-Radweg. Ich bin außerdem für eine Benutzungspflicht aus Richtung Schlüterstraße. Eine Benutzungspflicht aus Richtung Bahnhof Erkrath ist in meinen Augen nicht zwingend erforderlich.“

Peter Martin (Bündnis 90/Die Grünen): „Eine Umwandlung des bestehenden Radweges in einen Zweirichtungs-Radweg können sich die Grünen nur als Übergangslösung vorstellen. Eine Benutzungspflicht sollte nicht angeordnet werden. Die Grünen sind für eine der (noch nicht veröffentlichten) Varianten, die der Gutachter aus Aachen vorschlägt. Sie ist allerdings sehr teuer und ihre Verwirklichung dürfte einige Zeit dauern.“

Jörg Schintze (SPD): „Ich halte den Zweirichtungs-Radweg für eine sehr gute Idee. Die Benutzungspflicht würde ich beibehalten.

Marc Hildebrand (CDU): „Ich bin für die Umwandlung des Radweges in beide Richtungen. Die Benutzungspflicht sollte beibehalten werden und zwar in beide Richtungen.“

Helmut Rohden (CDU): Ich stimme ebenfalls für den Zweirichtungs-Radweg. Eine Benutzungspflicht muss meines Erachtens allerdings nicht sein.“

Bürgermeister Christoph Schultz hat sich zu Manfred Buntes Thesen nicht geäußert.

„Da sich Stadt und Kreis im September 2019 nicht einigen konnten, wurde damals ein Gutachter aus Aachen beauftragt, eine Lösung für das Radweg-Problem vorzulegen. Das Gutachten liegt seit Monaten vor, ist aber leider noch nicht öffentlich zugänglich“, sagt uns Manfred Bunte

(nic)