Musical im GymNeander 2000 Euro für UNICEF gesammelt

Alt-Erkrath · Vergangene Woche standen die knapp 40 Schauspielenden des Gymnasiums am Neandertal ein letztes Mal in der Stadthalle in Erkrath auf der Bühne. Es war bereits ihr dritter Auftritt mit dem selbst geschriebenen Musical „Geteilte Welt – wie wird unsere Zukunft sein?“.

Szenenfoto aus „Geteilte Welt – wie wird unsere Zukunft sein?“.

Szenenfoto aus „Geteilte Welt – wie wird unsere Zukunft sein?“.

Foto: Gabi Gründker

Mehr als 200 Zuschauer waren gekommen; insgesamt wurden mehr als 700 Gäste gezählt, die sich verzaubern ließen. Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen sechs bis elf waren an dem Stück beteiligt.

Florian Schauen, der Lehrer, der die bunt gemischte Gruppe in der Produktion betreute richtet nach der Vorführung auch noch einmal das Wort an die Schüler: „Das ist ein großartiges Team, Leute die miteinander Spaß haben, wenn sie auf der Bühne stehen“. Er erzählt auch noch einmal die Entstehung hinter dem diesjährigen Projekt. Eine handvoll Schüler der Q1 hatte in den vergangenen Sommerferien auf einer Fahrradtour die Idee zum Stück. Ergänzt wurde das Team um Laura-Marie Vollbrecht, Jonte Balders, Isabel Hiedels, Sophie Bettinger, Hendrik Lahl und Marlene Dengel von Hannah Frank aus der Jahrgangsstufe 9.

Die Ideen und Vorschläge wurden dann gemeinsam mit ihrem Lehrer Florian Schauen ausformuliert und so stand um Weihnachten im vergangenen Jahr das Stück. Auch von den Darstellern aus den anderen Jahrgangsstufen kamen immer wieder neue Ideen und Texte wurden angepasst, umgeschrieben oder ergänzt. Auch die Lieder aus dem Musical haben die Schüler mit Unterstützung von Florian Schauen selbst komponiert und geschrieben. Bei der Regie wurde Schauen von Laura Vollbrecht unterstützt, die auf eine eigene Rolle verzichtete. Technisch wurden die Vorstellungen vom schuleigenen Technik-Team, das auch bei der Erstellung digitaler Bühnenbilder beteiligt war, unterstützt.

Die Handlung spielt in einer fiktiven Zukunft, in der der Klimawandel im Fokus steht. Die Bevölkerung ist zweigeteilt: auf der einen Seite gibt es die reiche Elite, die in vollklimatisierten Städten lebt und auf der anderen Seite findet man die ärmere Mehrheit, die auf dem Land nur wenig Zugriff auf Energie und Ressourcen hat und gleichzeitig unter Extremwetter und anderen Folgen der Klimaveränderung leidet. Im Zentrum des Musicals steht die Schülerin Charlie, die in der Stadt wohnt und sich mit ihrer Lehrerin Anja Urtuf anfreundet, die „von draußen“ kommt, also Landbewohnerin ist. Trotz des Verbots, die Stadt zu verlassen, nimmt Anja Charlie mit aufs Land, wo sich Charlie mit einigen Kindern anfreundet, aber auch auf Ablehnung und Vorurteile stößt. Charlie’s Eltern befürchten eine Entführung ihrer Tochter und engagieren das Detektivbüro Schmidt und Schmitt, das für einige Lacher und Verwirrung sorgt.

Allen Beteiligten merkte man ihren Spaß sichtlich an. Ungefähr 90 Minuten schritt die fiktive Handlung fort, bis die Erwachsenen verstanden: „Lasst uns doch einmal anhören was uns die Kinder zu sagen haben.“ Am Ende steht der Appell auf die Jugend zu hören und tolerant zu sein: Die Kinder verbünden sich - egal ob Stadt oder Land - und stellen fest: eigentlich sind wir doch alle gleich!

Auch wenn der Eintritt zu den Vorstellungen kostenfrei war, baten die Schüler um eine Spende, die in diesem Jahr an UNICEF geht. Bei drei Vorstellungen kamen mehr als 2000 Euro zusammen, die nun an UNICEF gespendet werden.

Florian Schauen hebt auch noch einmal hervor, dass die Musicals des GymNeander normalerweise nur einmal in der Stadthalle aufgeführt werden. Für diese Produktion entschieden sie sich jedoch für drei Vorstellungen: „Die Produktion war eine riesen Arbeit, es haben so viele mitgewirkt und viel Kraft und Arbeit hier reingesteckt. Insbesondere, da alles selbst geschrieben ist“, erklärt er. Natürlich steckt für ihn in einem solchen Projekt mehr Zeit, als in seiner Lehrstelle vorgesehen ist, „aber das mache ich sehr gerne, ich bekomme auch so viel von den Schülerinnen und Schülern zurück“, stellt er fest.

Von Schülerseite hört man wehmütig: „Schade, dass es schon vorbei ist“. Man kann sich sicher sein, dass einige von ihnen auch in kommenden Stücken wieder auf der Bühne stehen werden.

Für interessierte Musicalfans des GymNeander steht schon bald die nächste Aufführung an: Am 6. Juni um 18 Uhr führen die fünften Klassen das Kindermusical „Tikko Tiger“ auf.

(NG)
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