Stadtwerke „Jeder Einzelne kann etwas tun“

Erkrath · Die Energiekrise stellt auch für die Stadtwerke Erkrath eine große Herausforderung dar. Um sie zu bewältigen, rufen die Verantwortlichen die Bevölkerung zur Mithilfe auf: Strom sparen, wo es nur geht.

Gregor Jeken  von den Stadtwerken Erkrath.

Gregor Jeken von den Stadtwerken Erkrath.

Foto: D. Herrmann

„Unsere Energiespartipps für den Alltag“ steht auf dem Flyer, den die Stadtwerke aufgelegt haben und mit dem sie einen möglichst großen Teil der Menschen in Erkrath zu erreichen hoffen. Darauf versammelt sind zwölf konkrete Ratschläge, von der Umrüstung auf LEDs über die Vermeidung des Stand-by-Modus und der richtigen Lüftung von Räumen bis zur individuellen Einstellung des Thermostats und der effizienten Nutzung des Wasserkochers. Der Flyer macht zugleich einmal mehr deutlich, dass die Situation ernst ist, und das gibt auch Gregor Jeken, Geschäftsführer der Stadtwerke in Erkrath, unumwunden zu.

„Diese Preisexplosionen am Energiemarkt haben uns kalt erwischt und die wirtschaftlichen Auswirkungen werden für uns noch schwerwiegender sein als die der Corona-Krise. Das beunruhigt uns ungemein.“ Zumal man große Aufgaben vor der Brust habe, etwa den Ausbau der Fernwärme. Eigentlich wolle man ja ganz weg von fossilen Energieträgern. Gas sollte als Übergangslösung dienen, „darauf haben auch wir von den Stadtwerken gesetzt“, sagt Gregor Jeken. Nun sei es aber schlecht verfügbar und das nur zu exorbitanten Preisen. „Das hat uns aus der Bahn geworfen.“ Und die Lecks in den Ostsee-Pipelines tragen nicht eben zur Beruhigung bei.

 „Was nun alle tun müssen: weniger verbrauchen“: Die Technische Leiterin der Stadtwerke Erkrath, Marion Hauschke, und Geschäftsführer Gregor Jeken appellieren eindringlich an die Erkrather Bevölkerung, Strom zu sparen.

„Was nun alle tun müssen: weniger verbrauchen“: Die Technische Leiterin der Stadtwerke Erkrath, Marion Hauschke, und Geschäftsführer Gregor Jeken appellieren eindringlich an die Erkrather Bevölkerung, Strom zu sparen.

Foto: D. Herrmann

Es gebe viele offenen Fragen, viele Unwägbarkeiten. Wo gehen die Preise hin? Gregor Jeken weiß es nicht. Was er aber weiß, ist dies: „Wir als Stadtwerke können wenig tun, aber jeder einzelne Verbraucher sehr wohl: indem er den Verbrauch reduziert. Das würde sich dann auch positiv auf die Handel­s­preise auswirken.“ Dabei machten auch vermeintliche Kleinigkeiten einen Unterschied. „Ein Grad weniger im Raum, spart schon eine Menge Energie.“ Wenn alle mitmachten, sei der Effekt enorm. Übrigens seien die mittlerweile stark verbreiteten Heizlüfter keine Alternative zum Gas, sondern nur extreme Stromfresser und mithin hochgradig kontraproduktiv.

Große Sorgen bereitet den Verantwortlichen der Stadtwerke noch eine weitere offene Frage: Können die Rechnungen, die auf die Verbaucher zukommen, bezahlt werden? „Wir müssen die Preise an unsere Kunden weitergeben“, betont Gregor Jeken, und empfiehlt: „Legen Sie schon jetzt Geld zurück.“ Abhängig von der Größe der Wohnung, könnten massive Mehrkosten anfallen. Was gegebenenfalls passieren würde, wenn jemand seine Rechnung nicht bezahlen kann, gehört ebenfalls zu den offenen Fragen. Das sei letztlich auch davon abhängig, was der Bund entscheide, so Jeken.

„In der Vergangenheit wurde dann der Strom auch abgeschaltet. Wenn das nicht geht, bleiben wir auf den Kosten sitzen.“ Immerhin, die Versorgungssicherheit sei im Augenblick gegeben. „Derzeit gehen wir davon aus, dass es in diesem Winter nicht zu einer Gasmangellage kommen wird“, sagt Marion Hauschke, Technische Leiterin der Stadtwerke Erkrath. Nichtsdestotrotz habe man einen Krisenstab eingerichtet, um sich auf das Worst-Case-Szenario vorzubereiten. Wenn das Gas komplett ausbliebe, müsse vor allem dafür gesorgt werden, dass der Druck im Netz erhalten bleibe. Dazu gebe es einen regen Austausch auf Kreisebene. „Wir sind technisch gut vorbereitet“, betont Marion Hauschke. Und Gregor Jeke bekräftigt: „Wir stehen nicht blank da und wir lassen uns nicht unterkriegen. Alle Erkratherinnen und Erkrather können sich auf ihre Stadtwerke verlassen, hundertprozentig.“

Der Flyer „Unsere Energiespartipps für den Alltag“ ist erhältlich bei den Stadtwerken Erkrath, Gruitener Straße 27.

Alle Tipps zur Energieeinsparung sind auch online nachzulesen auf der Homepage der Stadtwerke unter www.stadtwerke-erkrath.de. Dort findet Interessierte auch Informationen darüber, wie hoch das Einsparpotenzial bei unterschiedlichen Verbräuchen ist.

(dir)
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