Reh von einem Hund gerissen: Das ist kein Kavaliersdelikt

Reh von einem Hund gerissen : Das ist kein Kavaliersdelikt

Am Wochenende wurde in Erkrath - in der Nähe des Reitsportzentrums Uhlenhof - ein Reh gerissen. Von einem Hund.

Viele Hundehalter haben gut erzogene Vierbeiner, die aufs Wort hören. Viele Hundehalter achten darauf, dass ihr bester Freund nicht unbeaufsichtigt durchs Unterholz stöbert und Wildtiere aufscheucht. Viele Hundehalter leinen ihre Tiere an, damit so etwas, wie am vergangenen Wochenende, nicht passiert: Ein Reh wurde gerissen und verendete unter Stress und großen Schmerzen auf einem freiem Feld. Hans-Willi Weber, Eigentümer des Reitsportzentrums Uhlenhof, konnte das verendete Tier sichern und Winfried Edelmann (Pächter und Jagdaufseher) über den Fund informieren. „Die Polizei war vor Ort und hat von einer älteren Dame, deren Hund am Reh gesichtet wurde, die Personalien aufgenommen“, berichtet Hans-Willi Weber.

Ob der Hund jedoch das Reh tatsächlich gerissen hat, kann man nicht zu 100 Prozent sagen, weil es dafür derzeit keine Zeugen gibt. „Wenn ein Hund ein Wildtier reißt, dann ist das kein Kavaliersdelikt, sondern Wilderei und damit eine Straftat“, sagt Winfried Edelmann. Je nach Richterentscheid kann ein Hundehalter, dessen Tier auf frischer Tat erwischt wird, eine Strafe von mehreren 1000 Euro berappen.

„Die meisten Hundehalter in meinem Revier sind mir bekannt und fast alle halten sich an die Regeln, damit kein Tier zu schaden kommt“, so Edelmann. Jedoch gibt es immer wieder Ausnahmen - Unbelehrbare - die meinen, dass ihr Hund überall unbeaufsichtigt herumlaufen darf und für die es auch keine große Sache ist, wenn er dabei Rehe, Hasen der Vögel jagt. „Mit denen braucht man auch gar nicht diskutieren. Die werden eher noch frech, wenn man sie auf ihr Fehlverhalten hinweist, als dass sie sich etwas davon annehmen würden.“

Was vielen nicht bewusst ist: Die meisten Flächen der beliebten Gassirunden sind Privatgrundstücke, landwirtschaft genutze Flächen, auf denen man streng genommen nur Gast ist und sich auch dementsprechend rücksichtsvoll benehmen sollte. „Oft erlebe ich es aber, dass der Hund 40 bis 50 Meter von Herrchen entfernt läuft und wenn ich den Hundehalter dann bitte, sein Tier zu sich zu rufen, hört es nicht. Dann rennt der Mensch hinter dem Hund her, weil dieser meint, seine eigenen Wege gehen zu müssen.“ Solche Hunde sollte man eigentlich grundsätzlich auf freiem Feld und im Wald an der Leine halten.

Wer seinen Hund frei laufen lässt, sollte immer ein wachsames Auge auf die Umgebung haben und vorausschauend handeln, seinen Hund stets abrufbereit halten, um brenzlige Situationen möglichst zu vermeiden. Die Natur ist für alle da und deshalb sollte man sich stets so verhalten, dass alle eben diese friedlich genießen können. Das gilt übrigens für Mensch und fürs Tier.

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(nic)
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