Vergabe des Integrationspreises: 500 - die „magische“ Zahl

Vergabe des Integrationspreises : 500 - die „magische“ Zahl

Für den Integrationspreis, den der Integrationsrat Erkrath auch in diesem Jahr wieder vergab, waren die Grundschule Sandheide, zwei starke Organisationen und drei ebenso starke Persönlichkeiten nominiert.

Gespannt warteten die Gäste auf die für den Integrationspreis nominierten Akteure. Sandra Ernst hatte die Moderation und damit die Aufgabe die Menschen und Vereine, die nominiert wurden, vorzustellen. Die erste Nominierte bat sie persönlich nach vorn. Claudia Birkheuer ist eng mit dem Freundeskreis für Flüchtlinge e.V. vernetzt, stellt in der Begegnungsstätte Hand in Hand ihre Bilder aus und hat erst in diesem Jahr bei einem literarischen Konzert, dass sie gemeinsam mit dem Freundeskreis bestritt, eines ihrer Werke dem Freundeskreis für Flüchtlinge e.V. vermacht. Mit ihrem Gedicht Völkerwanderung hat sie mitten ins Herz getroffen und dieses Gedicht verlas sie dann vor dem Publikum. „Ich habe das Gedicht gestern Abend meiner Tochter vorgelesen und ich muss gestehen, ich hätte es hier nicht vortragen können“, erklärt Ernst, warum sie Claudia Birkheuer bat dies persönlich zu tun.

Es folgte die Vorstellung des zweiten Nominierten, des Freundeskreis für Flüchtlinge e.V. und der wichtigsten Akteure im Verein. Direkt im Anschluss erklärte Sandra Ernst, dass der Vorsitzende Dieter Thelen auch als Person nominiert sei, der mit seiner stets ruhigen, sachlichen und diplomatischen Art so viel auf den Weg gebracht hat. „Die Begegnungsstätte Hand in Hand trägt wesentlich seine Handschrift“, erläuterte sie sein Engagement. Nominiert wurde auch der Verein Du-Ich-Wir e.V., der 2015 mit Nachhilfe in kleinem Kreis begann und seit dem kontinuierlich in der Zahl der Mitglieder, aber auch in den Bereichen, in denen er sich engagiert, wächst. Ernst berichtete von den „Nasch-Kästen“ (Hochbeete mit Essbarem) und dem Ladenlokal, das der Verein inzwischen als Anlaufstelle betreibt. Dann erklärte sie, dass noch eine Person nominiert wurde. Dominik Adolphy, auf dessen Initiative sich Du-Ich-Wir e.V. 2015 gründete.

Fünf starke Nominierungen, aus der die Jury, zu der auch Susanne Ernst gehörte, eine Wahl treffen musste. Die Frage, mit der sich die Jury beschäftigte war: Organisation oder Person? Die Wahl fiel auf Person, weil in der Vergangenheit zunehmend Menschen diffamiert wurden, die sich für Integration einsetzen. Und dann verriet Sandra Ernst auch, auf wen die Wahl fiel: Dominik Adolphy. Sie bat ihn nach vorn, um ihm den Scheck über 500 Euro auszuhändigen. „Dominik, erklärst Du uns, warum die 500 für Dich eine magische Zahl ist?“, forderte sie ihn auf und Dominik Adolphy erzählte noch einmal, dass alles mit einem Geldgeschenk seiner Eltern begann. 500 Euro schenkten sie ihm. 500 Euro, die er spenden wollte. Aber dann lernten Lena und er eine iranische Familie kennen und gaben ihnen Deutschunterricht. „Dann war klar, dass wir für die 500 Euro Unterrichtsmaterial kaufen und dass war dann der Beginn von Du-Ich-Wir e.V.. Mit den 500 Euro heute schließt sich der Kreis“, erzählte Adolphy. Für sein Engagement wurde der Verein inzwischen mehrfach ausgezeichnet und war erst kürzlich zu Gast beim Bundespräsidenten im Schloss Bellevue.

Verdient hätten den Integrationspreis alle sechs Nominierten, aber eine Jury muss am Ende eine Wahl treffen. In diesem Jahr fiel die Wahl auf Dominik Adolphy

(RG)