Nachhaltig Vorsorge betreiben: Starkregen: Stets gut vorbereitet

Nachhaltig Vorsorge betreiben : Starkregen: Stets gut vorbereitet

Mit der Stelle einer Starkregenberaterin und einer Starkregengefahrenkarte haben Politik und Verwaltung in Erkrath Konsequenzen aus zurückliegenden Überflutungen gezogen.

Im Frühjahr 2018 traf es bei einem Starkregen die Eisenbahnunterführung der Schlüterstraße besonders schlimm. Hier stieg das Wasser auf mehr als 70 Zentimeter und ließ einen PKW schwimmen. Eine sehr gefährliche Situation. Grund genug für Politik und Verwaltung Vorsorge zu treffen und sich besser auf künftige Unwetterlagen vorzubereiten. Welche Vorsorge jeder Bürger selbst treffen kann, weiß Miriam Riese, die im städtischen Abwasserbetrieb als Starkregenberaterin tätig ist. „Ab sofort stehen auf der Homepage der Stadt Erkrath unter www.erkrath.de/starkregen viele Informationen bereit“ erklärt sie. Riese ist auch Ansprechpartnerin für Bürger, die Fragen zur Starkregenvorsorge haben und berät bei Bedarf auch kostenlos vor Ort. Sie ist telefonisch unter 0211 2407–6913 oder per Email an riese@abwasserbetrieb-erkrath.de zu erreichen.„Ganz verhindern können wir Überflutungen auch künftig nicht, aber wir können uns besser vorbereiten“, ist Bürgermeister Christoph Schultz zuversichtlich, dass sich Situationen wie das schwimmende Auto in der Eisenbahnunterführung auf der Schlüterstraße vermeiden lassen.

Das Tückische bei Starkregenereignissen: Es gibt nur kurze Vorwarnzeiten. Die Vorsorge muss also langfristig greifen. Das Vorsorgekonzept der Stadt Erkrath besteht deshalb aus drei Säulen, zu denen die Erstellung und spätere Fortschreibung einer Starkregengefahrenkarte gehört, die nun auch für Bürger über einen externen Link von der Homepage der Stadt aus zu erreichen ist. Die Karte zeigt farblich abgestuft das Überflutungsrisiko in Erkrath bis auf einzelne Flurstücke genau an und wird mit einigen Erweiterungen auch verwaltungsintern im Baubereich für die Risikoanalyse genutzt. Bauherren können so schon in der Bauphase die richtige Vorsorge für ein eventuelles Überflutungsrisiko treffen.

Die zweite Vorsorgesäule besteht aus einem weiterführenden Runden Tisch, an dem alle Verfahrensbeteiligten vom Abwasserbetrieb über die einzelnen Fachbereiche der Verwaltung bis hin zu Feuerwehr und Stadtwerke zusammenkommen. Ein Handlungskonzept und die Umsetzung von Vorsorgemaßnahmen gehören ebenso dazu. Die dritte Vorsorgesäule bilden schließlich die Homepage und Informationsmaterialien, die kostenlose Starkregenberatung und Bürgerinformationsveranstaltungen. Starkregenvorsorge ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Auf die Gemeinschaft der Bürger setzt man auch in der Verwaltung und im Abwasserbetrieb und bittet um eventuelle Fotos von zurückliegenden Überflutungen. „Das hilft uns die Starkregengefahrenkarte noch weiter zu verbessern und örtliche Risiken noch genauer einzuschätzen. Auch Angaben zu Mauern und baulichen Veränderungen sind hilfreich für die Berechnung der Gefahren, da wir nicht jedes Grundstück vor der Erstellung der Gefahrenkarte begehen konnten“ erklärt Miriam Riese, wie Bürger mit diesen Informationen unterstützen können.

Ziel dieses Vorsorgekonzepts ist die Vermeidung oder Verringerung von Überflutungen und Überflutungsschäden. „Die Bürgerinformationsveranstaltungen finden am 6. November im Bürgerhaus Hochdahl und am 13. November in der Stadthalle in Alt-Erkrath statt“, teilt Karsten Ditscheid, Betriebsleiter des städtischen Abwasserbetriebs mit.

(RG)
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