Lesen bildet: Vorlesewettbewerb in der Stadtbücherei

Lesen bildet : Vorlesewettbewerb in der Stadtbücherei

Raunen und Unruhe sind im Raum der Stadtbücherei in Hochdahl zu vernehmen. Kinder sitzen bei ihren Eltern, der Großmutter, der Mutter oder dem Vater, die alle mit Spannung auf das Startzeichen warten: es ist wieder „Vorlesewettbewerb“!

Aus vier Schulen in Erkrath haben sich dazu Kinder der sechsten Klasse qualifiziert, die sich einem interessierten Publikum stellen wollen. Ihre Lieblingsbücher liegen sorgsam auf ihren Schößen, gesichert, dass nur keiner dem Buch etwas anhaben kann. Für heute ist es ein Schatz. Man kann sich gut vorstellen, wie oft der Band zum Üben ins Bett genommen wurde, bis die Erwachsenen zum Schlafengehen mahnten. Dann tritt Anne Heimansberg-Schmidt, Leiterin der Stadtbücherei, nach vorne, begrüßt die Besucher und läutet den Wettbewerb ein, der eine Idee des Börsenvereins des deutschen Buchhandels ist.

Es beginnt Efe Sarp Demir, der aus dem Buch „Woodwalker“ liest. Als nächste ist Shirin Hourri dran mit ihrem Lieblingsbuch „Wild und wunderbar Gegensätze halten zusammen“. Es folgen Pauline Thewes mit dem Buch „Ruby Redfort Gefährlicher als Gold“, Nick Martin mit einem Vortrag aus „Die unendliche Geschichte“ und zuletzt Nika Matheisen, die aus „Die Ausrufezeichen“ liest. Jedes Kind hat die Textstellen selber gewählt und wird drei Minuten daraus lesen. Doch ein erhöhter Schwierigkeitsgrad soll noch kommen: Spannung liegt wieder in der Luft, denn nun soll zwei Minuten aus einem unbekannten Jugendbuch gelesen werden. Hier ist wieder die Lesetechnik und die Interpretation von der Jury zu beurteilen. Versprecher sollen nicht gewertet werden. In der Jury sind die Autorin Claudia Birkheuer, Nadja Hopmann vom örtlichen Buchhandel sowie Susanne Kürbis vom Förderverein der Stadtbücherei, die sich nach der Lesezeit in einen separaten Raum zur Diskussion zurückziehen. Das Team macht es sich nicht leicht, ist es sich doch seiner großen Verantwortung bewusst.

Alle Kinder haben sich bemüht, gut zu sein. Und niemand möchte einem Kind wehtun. Doch bei einem Wettbewerb ist es nun einmal so, dass der eine oder die eine gewinnen muss. Nach einer halben Stunde steht die Siegerin fest: Es ist Pauline Thewes, die stolz ihre Siegerurkunde abholt. Auch die anderen Kinder bekommen ein große Anerkennung für ihre Leseleistung sowie eine Teilnahmeurkunde und Buchgeschenke überreicht. Die nächste Stufe führt für die Gewinnerin im Februar zum Kreiswettbewerb nach Heiligenhaus. Danach geht es weiter vom Landesentscheid zum Bundesfinale. Und im nächsten Jahr können sich wieder interessierte Schüler zum Wettbewerb anmelden. Wir dürfen uns darauf freuen, denn „Lesen schadet bekanntlich der Dummheit!“