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Höhere Mietkosten belasten das ehrenamtliche Engagement: Tafel muss Gebühren erhöhen

Höhere Mietkosten belasten das ehrenamtliche Engagement : Tafel muss Gebühren erhöhen

Seit dem Umzug von der Schmiedestraße in die Bahnstraße, muss die Tafel Erkrath mehr Mietkosten für die Ausgabestelle berappen. Das belastet die ehrenamtliche Institution zunehmend, so dass nun die Gebühr für die Abholung der Lebensmittel zum 2. Oktober erhöht wurden musste und die Kunden nun folglich mehr zahlen.

Es ist ein Schritt den Jürgen Mann, erster Vorsitzender der Tafel Erkrath, nicht gern gegangen ist, aber der unabwendbar war. Ab sofort zahlen Tafelkunden pro Ausgabe ein Euro für jeden Erwachsenen und 50 Cent pro Kind. „Unsere Mietkosten und Nebenkosten in dem ehemaligen Kaiser’s-Gebäude sind im Gegensatz zu unserem vorherigen Standort an der Schmiedestraße emens“, sagt uns Jürgen Mann. In Hochdahl war die Tafel Erkrath noch miet- und nebenkostenfrei untergerbacht. Nach dem Brand der Grundschule Sandheide im vergangenen Jahr musste die Tafel aus dem ehemaligen Schulgebäude an der Schmiedestraße raus und fand eine neue - vorrübergehende - Heimat in der Bahnstraße (wir berichteten). „Wir sind dankbar, dass wir so unseren Betrieb weiter aufrecht erhalten können und dass uns sowohl die Stadt Erkrath als auch die Stadtwerke Erkrath und einige weitere Sponsoren finanziell bei unseren monatlichen Kosten unter die Arme greifen. Dennoch müssen wir leider auch einen kleinen Teil auf unsere Kunden umlegen.“ Seit August 2019 verteilen die ehrenamtlichen Helfer dienstags und freitags von 10.30 bis 13 Uhr die Lebensmittel an die Menschen. „Durch Corona mussten wir drei Wochen im März pausieren. Nach dieser Zeit haben uns Dieter Thelen vom Freundeskreis für Flüchtlinge und Dominik Adolphy von Du-Ich-Wir geholfen und die Ausgabe für einige Wochen übernommen“, so Mann.

Viele der Ehrenamtlichen der Tafel gehören nämlich altersbedingt zur Risikogruppe und bis man sich coronabedingt wieder neu sortiert hatte, konnte mit Hilfe der beiden Erkrather Vereine der Betrieb aufrecht erhalten bleiben. Mitte/Ende Mai ging dann das Team der Tafel wieder zurück an den Start und seitdem läuft die Ausgabe unter den bekannten Hygiene- und Sicherheitskonzepten reibungslos von statten. „Der NRW-Gesundheitsminister, Karl-Josef Laumann, hat den 170 Tafeln in unserem Bundesland, 900000 Euro zur Verfügung gestellt, um die Corona-Schutzvorkehrungen zu verbessern. Auch wir haben einen Antrag auf diese Förderung gestellt und werden unsere Ausgabestelle entsprechend optimieren, um unsere Mitarbeiter und Kunden noch besser vor Corona schützen zu können.“ Pro Jahr sammelt die Tafel Erkrath 180 Tonnen Lebensmittel bei den örtlichen Supermärkten ein. Pro Ausgabetag gehen dann rund 1,7 Tonnen über die Theke. Mit zwei Kühlfahrzeugen sind die Helfer montags bis samstags unterwegs, um die Lebensmittel abzuholen. „Wir sind immer auf der Suche nach Fahrern, die vormittags Zeit haben, eine der Touren zu fahren.“ Rund 60 Ehrenamtler sind zur Zeit für die  Tafel Erkrath im Einsatz - über weitere Unterstützer freut sich das Team immer.

Am 15. Oktober findet die nächste Mitgliederversammlung der Tafel statt. Wer Interesse hat, die Tafel zu unterstützen, kann sich entweder telefonisch unter 0211/2503333 melden oder per Mail an info@tafel-erkrath.de. Weitere Informationen gibt es auch auf www.tafel-erkrath.de.

(nic)