Update: Leserbriefe: Stillstand bedeutet Rückschritt

Update: Leserbriefe : Stillstand bedeutet Rückschritt

Folgende Leserbriefe erreichten uns zu unserer aktuellen Titelgeschichte "Bald Schluss mit grün?" in dieser Woche.

"Ich finde es gut, das man das Thema nach Jahren von Stillstand in Erkrath wieder aufgreift. Aus meiner Sicht ist es längst überfällig, dass man an dieser Stelle einen Lückenschluss in diesem Bereich der Hochdahler Straße plant. Rechts und links der Fläche befindet sich schon lange Gewerbe und da macht es doch Sinn, beispielsweise dort noch mehr "sauberes Gewerbe" anzusiedeln. Bei einer maßvollen Umsetzung sollte das im Interesse einer positiven Stadtentwicklung auch für die "Grünfans " akzeptabel sein. Als Stadt mit viel Grün ist der Preis zur weiteren Entwicklung von Erkrath durchaus vertretbar. Das bringt Steuereinnahmen und Arbeitsplätze vor Ort. Ich hoffe, dass den Plänen in absehbarer Zeit auch Taten folgen können und das Vorhaben nicht durch "findige Blockierer" ausgebremst wird. Stillstand bedeutet Rückschritt — den hatten wir in Erkrath lange genug."
Gerhard Wedding, Erkrath

"Hierzu kann ich nur sagen dass die alte Weisheit "Geld regiert die Welt" immer noch aktuell ist."
Dieter Schlemper, Erkrath

"Schluss mit grün auf der Neanderhöhe? Bebauung bis zum Waldrand? Was sagt die Bürgerschaft dazu? Der Berichterstattung im Lokal Anzeiger vom 3. Februar muss in aller Deutlichkeit widersprochen werden. Erentbehrt in wichtigen Teilen der sachlichen Richtigkeit. Der von der BmU eingebrachte Vorschlag des überplanbaren Bereiches bezieht sich nur (ausdrücklich ist die Beanspruchung von strauch- und baumbestandenen Flächen ausgeschlossen) auf einen Ackerflächenbereich, der sich in einem nördlich geschwungenen Bogen zwischen Wertstoffhof und Schrottplatz/Tankstelle erstreckt. Innerhalb (!) dieser Fläche soll es sogar mehr Grün geben, indem dort zur Verbesserung der Biotopvernetzung eine Wildheckenpflanzung als Saumbiotop angelegt werden soll. Der größte Teil der nördlich liegenden Neanderhöhe bis zum Waldrand wird nicht (!) angetastet und die Planungen sollen im Gegensatz zur Vergangenheit dazu führen, dass dies auch dauerhaft so bleibt. Insofern muss die Berichterstattung im Lokal Anzeiger vom Februar deutlich korrigiert werden.
Damit weicht der BmU-Antrag weit von den ursprünglichen Vorstellungen von Verwaltung und CDU ab, welche fast die komplette Neanderhöhe mit Gewerbe bebauen wollten und den zur Diskussion gestellten Bereich nur als ersten Bauabschnitt sahen. Außerdem sieht der Vorschlag verglichen mit den Plänen der Vergangenheit eine deutliche Begrenzung der zulässigen Höhenentwicklung. Die BmU — Bürger mit Umweltverantwortung- steht auch weiterhin zu ihrem Namen und ihren Grundprämissen solide Finanzpolitik und konsequenter Umweltschutz. Der Vorschlag entspricht auch den Äußerungen der BmU vor der letzten Kommunalwahl. Die unabhängige Wählergemeinschaft sieht sich in der Notwendigkeit, Umweltschutz und Finanzen zusammenzudenken und verantwortlich abzuwägen. Wir wollen unsere Landschaft erhalten, müssen gleichzeitig aber auch Gewerbesteuern generieren, um als Stadt eine Nothaushaltslage zu verhindern und um somit eigenständig handlungsfähig zu bleiben. Diejenigen, die eine Gewerbeansiedlung ablehnen, müssten sagen, wie sie denn die Einnahmeseite der Stadt verbessern und insbesondere die Förderung der jungen Familien (OGS, U3 usw.) finanzieren wollen. Wir müssen auch die Schulen verbessern. Ist die sich schon jetzt abzeichnende Erhöhung der Grundsteuer und anderer kommunaler Steuern eine Alternative? Die Grundsteuer müsste nahezu verdoppelt werden, sollte sie alleine die Defizite ausgleichen. Auch hier ist der Artikel im Lokal Anzeiger ungenau: für 2015 ist das erwartete Defizit ca. 5 Mio. €. Der Haushaltsplan 2016 wird weit über 6 Mio € Defizit liegen.

Selbstverständlich muss die Gewerbeansiedlung bevorzugt in brachliegenden oder untergenutzten Bereichen (u.a. Unterfeldhaus, Wimmersberg) angestrebt werden. Das versuchen wir seit Jahren. Auf BmU Antrag wurden 2 Mio. € seit Jahren bereitgestellt, um marktfähige Immobilien aufzukaufen. Immer wieder hat die BmU auf attraktive Objekte hingewiesen: Geschehen ist: nichts. Die interessanten Immobilien liegen in Privathand und entziehen sich oft der direkten Verfügung durch die Stadt. Manch einer will gar nicht verkaufen. Gespräche auch im Bereich Hochdahler Straße wurden und werden geführt. Bisher ohne Ergebnis. Für expansionswillige, ansiedlungswillige und gewerbesteuerkräftige Unternehmen muss es in einer realistisch und sozial denkenden Stadt trotzdem Möglichkeiten geben. Schon in den letzten Jahren geht unsere Förderung von Familien "auf Pump". Eine nachhaltige Finanzierung wird nur unter Inanspruchnahme aller Optionen gelingen. Und die Neanderhöhe bliebe trotzdem überwiegend grün."
Christian Ritt, Erkrath

"Als wir damals die Naturschutzgemeinschaft Neanderhöhe gegründet haben war der Herr Osterwind mit seinem Infostand vor Ort und hat unsere Flyer mitverteilt. Das Wahlergebnis ist ja bekannt. Die CDU/ FDP in Erkrath hat krachend an Stimmen verloren, der BMU stieg rasant auf. Und genau diese Partei, sie heißt auch "Bürger mit Umweltbewusstsein" macht nun gemeinsame Sache mit der CDU/FDP. Ein Hohn ! Außerdem, wir haben momentan eine hervorragende wirtschaftliche Situation. Wieso steigen da eigentlich nicht die Gewerbesteuern, sondern es gibt ein noch höheres Steuerloch? Und eine weitere Frage: Wenn Besitzer von Gewerbeimmobilien ihr Eigentum lieber vergammeln lassen als es zu vermieten, was spricht dagegen diese im Allgemeininteresse zu enteignen? Bei der CO-Pipeline ging das doch auch. Und noch ein weiteres Argument : Die Gründstücke auf der Neanderhöhe sollen auch wieder an privat verkauft werden, anstatt im städtischen Besitz zu verbleiben. Also besteht zu befürchten, dass auch hier auf der Neanderhöhe irgendwann wieder Leerstände vor sich hingammeln und die Verantwortlichen wieder mit der Schulter zucken "Da kann man nichts machen"."
Manfred Silberberg, Anwohner der Neanderhöhe, Sprecher der Schutzgemeinschaft Neanderhöhe

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