Immer mehr Tiere müssen demnach versorgt, medizinisch behandelt und kastriert werden. Dabei stoßen die Tierschützerinnen und Tierschützer in vielfacher Hinsicht an ihre Grenzen. „Unsere und viele andere überwiegend Ehrenamtliche versorgen an 365 Tagen im Jahr Katzen an Futterstellen im Stadtgebiet, lassen kastrieren und päppeln Tiere auf, doch die Kapazitäten – räumlich, personell und finanziell – sind einfach begrenzt“, schildert Petra Svensson die Situation.
Dass es sich nicht nur um ein regionales, sondern um ein bundesweites Tierschutzproblem handelt, zeigt der neue „Große Katzenschutzreport“ des Deutschen Tierschutzbundes, der in diesen Tagen veröffentlicht wird. Demnach leben in Deutschland mehrere Millionen Straßenkatzen. Hunger, Krankheiten, Parasiten und Verletzungen sind die Regel, und die Tiere leiden still und weitgehend unbemerkt von der Allgemeinheit.
Alle Straßenkatzen stammen laut Tierschutzverein ursprünglich von nicht kastrierten Katzen mit Freigang ab. „Solange die Politik nicht handelt und Freigängerkatzen nicht konsequent kastriert werden, werden immer neue Katzen geboren, die auf der Straße um ihr Überleben kämpfen. Dieses Leid ist vermeidbar und für uns Aktive nur schwer zu ertragen“, sagt Petra Svensson.
Der Tierschutzverein Erkrath unterstützt daher die Forderung des Deutschen Tierschutzbundes nach einer bundesweiten Kastrationspflicht für Freigängerkatzen, die in Erkrath auf Betreiben des Vereins bereits existiert und in den ersten Jahren für abnehmende Fallzahlen gesorgt hat – bis diese nach Corona leider wieder geradezu explodierten.
„Die Politik muss jetzt handeln, aber wir appellieren natürlich auch an alle Tierhalter, Verantwortung für ihre eigenen Tiere und damit auch die Straßenkatzen zu übernehmen und ihre Katzen kastrieren zu lassen, um die Spirale der unkontrollierten Vermehrung zu durchbrechen“, wünschen sich die Aktiven des Vereins, die gern neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter in ihren Reihen willkommen heißen.