Verkehrssicherheitskampagne "Schütz Dich!" in Mettmann

Verkehrssicherheitskampagne "Schütz Dich!" in Mettmann

Diesen Freitag von 10 bis 12 Uhr, erfolgt auf der Bergstraße in Mettmann in Höhe des S-Bahnhofes Stadtwald die geplante vierte Veranstaltung der neuen Verkehrssicherheitskampagne der Kreispolizeibehörde Mettmann mit dem Namen "Schütz Dich!

".

Die Beamten der Direktion Verkehr haben eine Verkehrsaufklärungs-Aktion ins Leben gerufen, die polizeiliche Verkehrsprävention auf die Straße und direkt zu den Verkehrsteilnehmern bringt. Jedes Fehlverhalten im Straßenverkehr birgt eine potentielle Unfallgefahr - dies soll mit aller Deutlichkeit wieder in das Bewusstsein aller Verkehrsteilnehmer gebracht werden. Ziel dieser Verkehrssicherheitskampagne "Schütz Dich!" ist es, in den nächsten Monaten und Jahren die Anzahl der Verkehrsunfälle flächendeckend im Kreis Mettmann zu reduzieren.

Der Abteilungsleiter der Polizei, Leitender Polizeidirektor Manfred Frorath, wird vor Ort zusammen mit den Beamten der Direktion Verkehr Informationen und Auskunft zur Kampagne geben. Zusätzlich unterstützt wird die Veranstaltung durch Schülerinnen und Schüler des nahen Berufskollegs. Vor Ort wird ein Verkehrsunfall zwischen einem Pkw und einem Fußgänger dargestellt und sichtbar auf der Straße markiert. Nicht zuletzt durch diese Markierungen soll die Nachhaltigkeit eines Unfalls sowohl für die Opfer, aber vor allem auch für deren Angehörige, plastisch dargestellt werden.

Die Menschen im Kreis Mettmann leben auf einem relativ hohen Sicherheitsniveau was die Unfälle im Straßenverkehr betrifft. Dennoch nimmt die Kreispolizei jedes Jahr knapp 13.000 Verkehrsunfälle auf; dabei werden etwa 1.700 Menschen verletzt. Regelmäßig werden jährlich mehr als 300 Menschen schwer verletzt, müssen medizinisch in einem Krankenhaus längere Zeit behandelt werden. Im Jahr 2013 starben neun Menschen auf den Straßen im Kreis Mettmann. Die Anzahl der hierdurch betroffenen Verursacher, Angehörigen, Bekannten und Zeugen ist viel größer. Immer wieder stellt die Polizei bei einer Verkehrsunfallaufnahme fest, dass Verursacher, sonstige Beteiligte und Zeugen unter schwerem Schock stehen. Häufig ist ein "normales" Weiterleben ohne fachliche Hilfe schwer möglich. Entscheidend ist, dass der Verursacher oder der Ersthelfer ebenso schnell eine psychologische Versorgung bekommt wie das Opfer. Auf diese Ausnahmesituationen möchte die Polizei im Kreis Mettmann ein besonderes Augenmerk legen.

Die Kampagne "Schütz Dich!" soll also auch vor dem Verursachen schwerer Verkehrsunfälle schützen. Der beste Schutz vor dem Schicksal, ein "Verursacher" oder ein Angehöriger eines Unfallopfers zu werden ist die Verhinderung des Verkehrsunfalls an sich. Jeder schwere Unfall ist eine menschliche Katastrophe. Die eigentliche Not beginnt aber für das Umfeld der Beteiligten erst, wenn sich der Staub gelegt hat, Polizei und Notarzt lange abgerückt sind. Dann sind die Angehörigen der Beteiligten die Verursacher, Zeugen und Ersthelfer alleine mit ihren Gedanken und Gefühlen. Im Falle schwerster Verkehrsunfälle ist das Leben danach von sieben bis zehn Menschen nicht mehr dasselbe wie vor dem Unfall! Diese Situation ist von den meisten Menschen nur schwer zu ertragen.

Die Kampagne "Schütz Dich!" führt in der Unterschrift das Motto "Ein Verkehrstoter - viele Unfall-Opfer!". Hiermit möchte die Polizei im Kreis Mettmann eine Diskussion anstoßen. Nach einem Verkehrsunfall werden die Unfallspuren auf der Fahrbahn mit sogenannten Aufsprühungen beweissicher dokumentiert. Diese Sprühspuren kennt jeder, der Auto fährt. Sie fallen ins Visier und rütteln immer sehr auf. Daher möchte die Polizei sukzessive auf den Straßen der kreisangehörigen Städte Aufsprühungen vornehmen und diese als Kommunikationsmedium benutzen. Neben den augenfälligen Aktionen werden im Kampagnenzeitraum speziell entwickelte Anschreiben und Infozettel gefertigt. Diese werden im Nachgang eines schweren Verkehrsunfalls, aber ebenso nach schadenfreien Verkehrsverstößen an die Beteiligten versandt werden.

Wie können Sie sich schützen?

- Vermeiden Sie eine einlullende und tödliche Routine!
Hinterfragen Sie Ihre Gewohnheiten im Straßenverkehr! Müssen Sie
erst während der Fahrt das Navi einstellen oder sich anschnallen
nachdem Sie losgefahren sind? Wenn Sie ehrlich sind, ist auch
das Rauchen und Essen während des Autofahrens nicht unbedingt
nötig.

- Lassen Sie sich nicht ablenken! Bordcomputer, Radio und
Smartphone sollen Ihr Leben erleichtern und es nicht beenden!
Wenn Sie beim Autofahren in der Stadt Ihre E-Mails checken
fahren Sie grob gerechnet 60m blind! Falls jetzt etwas
Unerwartetes vor Ihrem Auto geschieht, können Sie nicht
reagieren. Werden Sie nicht zum Sklaven Ihrer Elektronik

- wenn Sie Auto oder Fahrrad fahren, sollte Ihr Handy in der
Tasche bleiben!

- Schützen Sie sich und andere vor Ihrem eigenen Fehlverhalten!
Beachten Sie die Verkehrsvorschriften, auch wenn Sie deren
tieferen Sinn im Einzelfall nicht erkennen! Andere halten sich
regelmäßig daran und bestehen im Zweifelsfall auf ihrem Recht!
So wirken Sie außerdem vorbildhaft für Kinder und Jugendliche im
Straßenverkehr. Bleiben Sie zusätzlich aufmerksam, um auf das
Verhalten anderer flexibel reagieren zu können.

- Schauen Sie nicht weg, wenn andere schwerwiegende
Verkehrsverstöße begehen! Zeigen Sie grobes Fehlverhalten bei
der Polizei an! Dafür reichen in der Regel das Kennzeichen und
eine grobe Fahrerbeschreibung. Wehren Sie sich gegen die
Ignoranz und Rücksichtslosigkeit einer Minderheit von
Verkehrsrüpeln im Straßenverkehr!

Tödliche Verkehrsunfälle sind von Menschen gemachte Katastrophen! Nach Meinung der Polizei im Kreis Mettmann sind sie keine Schicksalsschläge, denen die Verkehrsteilnehmer auf unseren Straßen schutzlos ausgeliefert sind. Gemeinsam können wir sie vermeiden.

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