Amt für Verbraucherschutz stellt Jahresbericht für 2015 vor: Das schmeckt uns... überhaupt nicht

Amt für Verbraucherschutz stellt Jahresbericht für 2015 vor : Das schmeckt uns... überhaupt nicht

Das Amt für Verbraucherschutz hat am Montag seinen Jahresbericht für 2015 vorgestellt. Die Zahl der Beanstandungen ist gering, doch die Fälle, die veröffentlicht wurden, haben es teilweise in sich.

Besonders negativ fiel ein Großbäcker auf, der mehrerer Fillialen im Kreis hat.

Bereits 2014 waren erhebliche Missstände aufgefallen wie Mäusekot, dreckige sanitäre Anlagen und Produktionsstätten, die mit dem Begriff "Hygiene" rein gar nichts zu tun hatten. Erst nach vier Nachkontrollen war dem Bäcker wieder erlaubt worden, zu produzieren. Nun der erneute Schock: Ein weiterer Termin im Mai 2015 zeigte, dass wieder unfassbare Zustände vorherrschten. Überall im Betrieb wurde Mäusekot gefunden, die Seifenspender und Kaffeemaschinen waren total versifft und im Kühlhaus und der Konditorei war der Boden schmutzig. Daraufhin ordnete das Amt für Verbraucherschutz eine Grundreinigung sowie die Bekämpfung der Schädlinge an. Weitere Nachkontrollen und ein empfindliches Bußgeld zwangen den Betreiber schließlich dazu, die Produktionsstätte im Kreis aufzugeben und nach Duisburg zu ziehen.

In einer weiteren Großbäckerei im Kreis fanden die Prüfer Mäusenester und von den kleinen Nagern angefressene und verunreinigte Lebensmittel. Die Kontrolleure ordneten die sofortige Vernichtung der Lebensmittel an. Das Bußgeldverfahren ist hier noch nicht abgeschlossen. "Das sind allerdings Ausnahmen", sagt Amtsleiterin Dorothea Stangier. Und wirklich: 10 Kontrolleure der Lebensmittelüberwachung überprüften 2015 stichprobenartig 2404 der 5800 im Kreis erfassten Betriebe. Dazu kamen 114 Transportfahrzeuge, 173 Verbraucherbeschwerden und 2668 erfasste Proben von Lebensmitteln. Das Ergebnis ist mit 210 Verwarngeldern in einer Gesamthöhe von 9130 Euro und 113 Ordnungswidrigkeiten-Verfahren vergleichsweise niedrig. "Das liegt natürlich auch am Kontrolldruck", sagt Dezernent Nils Hanheide, der betont, dass das Amt auf Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen sei. In einem besonders ekligen Fall hatte ein Kunde eklige Schimmelablagerungen (Mycel) in einer Apfelsafttüte gemeldet. Nach diversen Untersuchungen stellte sich heraus, dass die Säfte des Herstellers häufiger Schimmelverunreinigungen aufwiesen.

Eine Schnellwarnung gab es zudem in einem kuriosen Fall. So musste überprüft werden, ob sich in Seeteufelproben der giftige Kugelfisch (japanisch Fugu) befand. Die 15 genommenen Proben waren allerdings alle negativ. Weiterhin gab es "lactosefreien Käse" voller Laktose, mit Wasser gestreckte Fischfilets und einen Fünf-Liter-Kanister Olivenöl, der in Wirklichkeit billiges Soja-Öl enthielt. Das sind aber eher harmlose Fälle. Heftiger wurde es im Bereich "Veterinärwesen". Dort wurde ein Onlinehändler aus dem Kreis aufgefordert, die in Deutschland verbotenen "Klebefallen" aus dem Sortiment zu nehmen.

"Wir stießen bei dem Mann auf heftige Widerstände, so dass eine Ordnugsverfügung erlassen wurde", sagt Dorothea Stangier, die betont wie "jämmerlich" die Tiere in diesen Fallen "verrecken" würden. Im Bereich "Tierschutz" gab es 341 Beschwerden und den Haltern von zehn Tiere wurden diese abgenommen, dazu gab es ein Tierhaltungsverbot.

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