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Bäume müssen gefällt werden: Unser Wald leidet unter Hitze und Trockenheit

Bäume müssen gefällt werden : Unser Wald leidet unter Hitze und Trockenheit

Voraussichtlich in der zweiten Maiwoche (KW 19 ) müssen zur Herstellung der Verkehrssicherheit an der Straße Thekhaus zwischen Bebauungsgrenze und Neandertal auf einer privaten Waldfläche 14 Bäume gefällt werden. Die Bäume sind allesamt abgestorben oder stark durch das Eschentriebsterben geschädigt, so dass die Standfestigkeit bis zum Ende der Brut- und Setzzeit nicht mehr gegeben ist.

„Vor wenigen Wochen ist bereits ein Baum in einer Faulstelle gebrochen. Die Dringlichkeit der Maßnahme wird hierdurch verdeutlicht“, erklärt Sven Glück vom Regionalforstamt Bergisches Land. Schaut man sich im Wald einmal aufmerksam um, erkennt man schnell, dass viele Laub- und Nadelbäume krank sind. Seit dem ersten Hitzesommer 2018 hat die Vegetation stark mit Trockenheit und Hitze zu kämpfen. Die Folgen sind gut sichtbar: Fichten, die massiv vom Borkenkäfer befallen sind und in Folge gefällt werden müssen und andere Schädlinge oder Pilze, wie beispielsweise das durch den Pilz „Falsches Weißes Stängelbecherchen“ (Hymenoscyphus fraxineus) verursachte Eschentriebsterben bedroht seit circa 2006 Eschenbestände in Mitteleuropa.

„Der ursprünglich aus Ostasien stammende Pilz führt zum Absterben von Blättern und Trieben. Zudem kommt es besonders in feuchten Lagen zu Fäulnis im unteren Stamm- und Wurzelbereich, wodurch die Standfestigkeit massiv abnimmt. Beide Phänomene sind im Neandertal zu beobachten“, sagt Sven Glück. Viele Eschen scheinen hier eine kritische Schadschwelle erreicht zu haben. Eschen die keine Verkehrsgefährdung darstellen, werden bei Fällmaßnahmen in der Regel im Wald belassen. Dadurch, so die Hoffnung, könnten sich Baumindividuen entwickeln, die gegen den Pilz resistent sind.  Das oben genannte betroffene Waldstück ist Teil des FFH-Gebietes Neanderthal und als Erlen-Eschen-Auenwald besonders geschützt. Die Maßnahme erfolgt daher in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde. Insbesondere auf Amphibien und die lebensraumtypische Bodenflora wird bei den Fällungen besondere Rücksicht genommen. Eine entsprechende naturschutzfachliche Expertise wird bei der Maßnahme berücksichtigt.

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„Aufgrund der begonnenen Brut- und Setzzeit werden ausschließlich Bäume entnommen, bei denen von einer unmittelbaren Gefährdung auszugehen ist. Weitere Fällmaßnahmen könnten daher eventuell schon im Herbst notwendig werden.“

Während der menschengemachte Klimawandel spätestens seit dem Hitzesommer 2018 als Treiber eines neuen „Waldsterbens“ in der breiten Öffentlichkeit bekannt ist, ist die Ursache im Falle des Eschentriebsterbens die Einschleppung von gebietsfremden Organismen im Zuge des globalen Handels. Weitere Beispiele für diesen Zusammenhang sind das Ulmensterben sowie die Rußrindenerkrankung am Ahorn. Durch beide Aspekte, Klimawandel und neue Schadorganismen, steht der Wald massiv unter Druck.

„Die Entnahme der Eschen am Thekhaus ist höchst bedauerlich. Naturnaher Wald ist ein wichtiger Rückzugsraum für ‚die Natur’ gerade im Ballungsraum. Der bei der Maßnahme betroffene Eschen-Erlen-Auenwald ist als wertvoller Waldlebensraum durch EU-Recht besonders geschützt.  Zudem ist der Wald in Stadtnähe auch für die Erholung der Menschen wichtig“, so Glück.  So groß der Nutzen des Waldes gerade im Ballungsraum ist, so schwierig ist dort jedoch auch der Erhalt alter und/oder ökologisch wertvoller Bäume. Eine hohe Wegedichte macht hier immer wieder Verkehrssicherungsmaßnahmen notwendig. Alte und kranke Bäume - also oft die ökologisch besonders wertvollen – können daher entlang von Straßen, Bahnlinien und Wohnbebauung ganz absehbar nicht bis zum natürlichen Verfall „Wald bleiben“. Für die gefällten kranken Bäume werden nach und nach hitzeresistentere Laub- und Nadelbäume gepflanzt.

(nic)