1. Die Stadt

Integrationsarbeit mal anders

Integrationsarbeit mal anders

Das Erkrather Unternehmen Thiel & Hoch GmbH und Co. KG hat sich zum Thema Flüchtlingsarbeit ein ganz besonderes Projekt ausgedacht und leistet damit echte Pionierarbeit.

(tb) Dem Betrieb, der sonst Rohr und Rohrkomponenten für die Automobilindustrie herstellt, liegt Integrationsarbeit nicht nur auf sozialer Ebene am Herzen, sondern auch auf wirtschaftlicher. Ganz expliziert haben sich die Mitarbeiter für eine syrische Familie entschieden, die in den kommenden Jahren finanziell so gefördert werden soll, dass sie ein wichtiger Teil der Gesellschaft wird. Der Vater und seine beiden Kinder verloren bei dem Krieg in Syrien nicht nur Ehefrau und Mutter, sondern leiden auch gesundheitlich schwer an den Folgen. "Ein Schicksal, dass exemplarisch für viele tausend andere Menschen steht", sind sich Axel Thiel und Andreas Buchloh, Geschäftsführer von Thiel & Hoch einig. Zu der bevorstehenden Projektarbeit soll nicht nur der notwendige Unterricht in deutscher Sprache gehören, sondern auch die Eingliederung in einen Job.

Eine Wohnung wurde bereits angemietet und mit Mobiliarspenden der Mitarbeiter ausgestattet. Als Partner hat das Unternehmen die Jugendstiftung Erkrath gewinnen können. Der gemeinnützige, im Dezember 2006 gegründete Verein, wird die Spendengelder verwalten und die Integrationsarbeit voran treiben. Mit einem ersten Scheck in Höhe von 6.500 Euro ist der Grundstein für das zeitintensive Projekt gestartet. Axel Thiel und Andreas Buchloh hoffen, mit ihrer Idee auch andere lokale und mittelständische Betriebe überzeugen zu können, es ihnen gleich zu tun. "Wir würden uns freuen, wenn unser Beispiel Schule macht und andere Unternehmen zur Übernahme ähnlicher Partnerschaften anregt. Integrationsarbeit liegt nach unserer Überzeugung nicht nur im Interesse der Flüchtlingsfamilien, sondern in unser aller Interesse", so die Geschäftsführer.

Auch der Wirtschaftskreis Erkrath wurde bereits angeschrieben und auf das Projekt aufmerksam gemacht. Ebenso konnte die Patenschaft Beachtung in den höchsten politischen Reihen finden. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat sich nach dem Projekt erkundigt und Unterstützung angeboten.