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Meine Zukunft: Die Musik

Meine Zukunft: Die Musik

Das Leben der Musik zu widmen, ist der Wunsch des jungen Iraners Soroush. In dem Erkrather Künstler Ralf Buchholz hat der Musiker einen Gleichgesinnten gefunden und träumt nun von einer eigenen Band.

(tb) "Meine Musik ist sehr speziell. Etwas aggressiv, aber mit ganz viel persönlichen Passagen", verrät der 29jährige Flüchtling, der seit November vergangenen Jahres in Deutschland lebt. Auf einer Musikschule war er nie. "Ich habe mir mein Können selbst angeeignet. Zuhause habe ich mit Freunden gespielt." In Deutschland möchte Sorouch aus seinem Hobby einen Beruf machen. "Es wäre toll, Musik richtig zu lernen. Vielleicht in einem Kurs oder auf einer Universität." Bis dahin ist es aber noch ein hartes Stück Arbeit, wissen auch die Damen des Freundeskreises für Flüchtlinge, Heide Thiele und Margrit Meuser.

"Er ist ein Talent, gar keine Frage. Aber für seine Träume muss man auch arbeiten. Dessen muss er sich bewusst werden", so die Damen. Den Anfang macht bereits ein eigener Probenraum in den Räumen der Flüchtlingsunterkunft an der Albert- Schweizer Schule. Sollte dieser zu klein werden, könnte ein weiterer Raum in der benachbarten Freikirche genutzt werden. Ralf Buchholz rief für die Band, die mit gerade einmal zwei Musikern noch in den Kinderschuhen steckt, zu Instrumentenspenden auf. "Wir haben sechs Akustikgitarren bekommen. Ein Keyboard und ein Verstärker wurden uns ebenfalls gespendet. Mikrofone sollen wir in Zukunft noch bekommen. Eine super Startausrüstung, jetzt fehlen nur noch die Bandmitglieder", weiß Buchholz. Und diese sollen nur aus Flüchtlingen bestehen. "Es wäre schön, unter den Flüchtlingen Gleichgesinnte zu finden, die meine Art der Musik verstehen und mit mir spielen möchten", wünscht sich Sorouch.

Derzeit lassen sich in den Unterkünften aber noch keine versteckten Talente finden. "Vielleicht fühlen sich ja auch Menschen aus anderen Unterkünften angesprochen?", hofft der Initiator Ralf Buchholz, der selbst die E- Gitarre spielt. Der Traum, einmal vor Publikum zu spielen und die eigens kreierten Lieder zum Besten zu geben, ist bei dem jungen Flüchtling besonders stark. "Ich passe mit meinem Aussehen nicht in das normale Weltbild. Ich bin kein Mensch in Anzug und Krawatte, sondern bin speziell. So speziell wie meine Musik."

Info:
Interessenten dürfen sich gerne an die Flüchtlingshilfe Erkrath wenden auf www.freundeskreis-flüchtlinge-erkrath.de.