Hilfe aus Erkrath für die Karibikinsel

Spendenessen in den Räumen des Joachim-Neander-Hauses : Spendenessen für Haiti

Für die meisten von uns ist es völlig normal, ausreichend Lebensmittel zu haben. Dies gilt jedoch nicht für die Bevölkerung auf Haiti. Nicht nur an Nahrungsmitteln mangelt es dem Inselstaat der Großen Antillen, auch die soziale Versorgung, Kleidung und Dinge wie fließendes Wasser oder die Möglichkeit zur täglichen Körperhygiene gehören vor Ort nicht zum selbstverständlichen Alltag.

Die „Haiti Hilfe Erkrath“ organisiert jährlich ein großes Spendenessen in den Räumen des Joachim-Neander-Hauses an der Bavierstraße. „Mit den Einnahmen finanzieren wir gleich zwei Projekte“, verrät Vorstandsmitglied Ingrid Fehrenbacher. „Zum einen haben wir uns dem Thema Bildung angenommen und fördern vor Ort die Ausbildung junger Menschen. Des Weiteren unterstützen wir die Gesundheitsprävention an einer Grundschule sowie einem Kindergarten.“

Neu ist das Engagement des Vereins nicht. Über 30 Mal luden die insgesamt 35 Mitglieder bereits zum Spendenessen ein. Und auch der Eine-Welt-Laden an der Kreuzstraße ist auf die Initiative des Vereins entstanden. „Die Einnahmen durch den Laden fließen ebenfalls den Projekten auf Haiti zu.“ Bis zu 10.000 Euro fließen pro Jahr in die beiden Projekte. „Das Spendenessen ist derzeit unsere größte Aktion des Jahres. Zahlreiche Mitglieder beteiligen sich durch Kuchen- und Eintopfspenden.“ Über 100 Besucher folgten der Einladung am Sonntag.

Die Teilnehmer bekamen die Möglichkeit, sich über Haiti zu informieren. Paula Iten und Marc Auguste, die dem Inselstaat regelmäßig Besuche abstatten und sich über den Fortschritt der Projekte informieren, referierten. „Zwei warme Mahlzeiten pro Woche sind schon luxuriös“, so Paula Iten. „Große Sorgen bereiten den Menschen die Dürreperioden und Überschwemmungen. Einige Menschen sind deshalb bereits ausgewandert.“ Auch der Umweltschutz hat auf Haiti keine Bedeutung. Müll- und Plastikberge sieht man überall. Paula Iten, Gründerin der Stiftung „Hand in Hand“ nimmt sich dem Thema „Müll“ seit mittlerweile neun Jahre an und klärt die Menschen vor Ort über richtige Mülltrennung und -vermeidung auf.

„Wir wollen die Menschen bei uns für die Situation auf Haiti sensibilisieren. Ich würde mir wünschen, dass noch mehr Kunden den Eine-Welt-Laden besuchen, die fair gehandelten Produkte kaufen und somit einen wichtigen Beitrag für Haiti leisten“, hofft Ingrid Fehrenbacher. Dass „Fair Trade“ in Erkrath mittlerweile an vielen Stellen gelebt wird, verrät Andreas Kuchenbecker. Der Grünen-Politiker freut sich sehr über den Antrag der Kita Schimmelbuschstraße, sich künftig als Fair-Trade-Standort zertifizieren zu lassen. „Die Grundschule Falkenstraße trägt diesen Titel bereits, inkludiert nachhaltige Themen in den Schulunterricht und fährt immer wieder Projekte zu dem Thema.“ Auch die Stadt ist mittlerweile als Fair-Trade-Stadt. „Bürgermeister Christoph Schultz hat kürzlich sogar die Softgetränke in den Ratssitzungen auf fair gehandelte Getränke umgestellt. Das Briefpapier ist ebenfalls nachhaltig produziert.“

Info:

Die Öffnungszeiten des Eine Welt Ladens an der Kreuzstraße sind jeweils dienstags bis samstags von 10-12.30 Uhr. Donnerstags zusätzlich von 15.30- 18 Uhr.

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