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Zusammenlegung von Grundschule und Förderzentrum: Grünes Licht für Campus Sandheide

Zusammenlegung von Grundschule und Förderzentrum : Grünes Licht für Campus Sandheide

In der gemeinsamen Sitzung von Schul- und Stadtentwicklungsausschuss haben sich gestern die Ausschussmitglieder ausgiebig mit dem Schulstandort Sandheide beschäftigt. Unter dem Arbeitstitel „Campus Sandheide“ beauftragte der Kreis Mettmann das Planungsbüro Reflex mit Sitz in Essen, die Machbarkeit eines gemeinsamen Standortes von Förderzentrum und Grundschule zu eruieren.

Dabei wurden primär die räumlichen Bedingungen abgesteckt. Mehrere Workshops, die sowohl mit Vertreten der Kollegien beider Standorte, als auch mit Schülern und Eltern initiiert wurden, fanden bereits im Vorjahr statt. Auch Exkursionen zu ähnlichen Schulkonzepten, wie sie in Darmstadt oder Offenbach zu finden sind, wurden in Angriff genommen. Dass die Fläche am Schulstandort Sandheide für beide Komplexe ausreichend scheint, wurde den anwesenden Mitgliedern anhand einer Präsentation veranschaulicht.

So könnte man den neuen Grundschulkomplex künftig am westlichen Bereich angesiedelt finden, das Förderzentrum durch bessere Erreichbarkeit für Busse, auf der östlichen Seite. Eine gemeinsam nutzbare Zweifeldhalle könnte auf dem bisherigen Bolzplatz errichtet werden. Für die gemeinsame Nutzung hat sich das Planungsbüro ein Gemeinschaftshaus mit Mensa- und Küchenräumen sowie Fach- und Kursräumen überlegt. Dieses Gemeinschaftshaus könnte auch für größere Veranstaltungen des Quartiers genutzt werden. Die Außenbereiche der beiden Schulen sollen sowohl getrennt nutzbar sein, als auch kombinierbare Lern- und Aufenthaltsbereiche ausweisen.

Der Grundschulkomplex käme schätzungsweise mit einer Nutzfläche von rund 2650 Quadratmeter daher, das Förderzentrum wiederum mit einer Nutzfläche von rund 3050 Quadratmeter. Für das Gemeinschaftshaus beraumt das Planungsbüro rund 970 Quadratmeter an. Sorge äußerte Stadtsportverbandsvorsitzende Edeltraud van Venrooj in Bezug auf die Turnhallensituation. So lassen sich auf dem Grundschulkomplex derzeit zwei Hallen finden, die einzeln nutzbar sind und von Vereinen umfangreich in Anspruch genommen werden. Dass sich die GGS Sandheide mit zwei Hallen in einer luxuriösen Situation befand, gab Sozialdezernent Ulrich Schwab-Bachmann zu bedenken. „Die Belegung durch Vereine müssen wir aber weiterhin bei den Planungen im Auge behalten.“

Peter Knitsch vom Bündnis 90/ Die Grünen hatte gleich mehrere Kritikpunkte vorzubringen. So brachte er nicht nur die Sorge um die Finanzen - in Anbetracht auf weitere Bauvorhaben der Stadt - zum Ausdruck, sondern sah auch den Standort als solchen skeptisch. „Das Gebiet Sandheide weist erhebliche Probleme vor, die Grundschule wird primär von Kindern bildungsferner Familien besucht. Für uns stellt die Zusammenlegung beider Schulen keine Inklusion mehr dar.“ Auch in Anbetracht der zeitlichen Rahmenbedingungen gab sich Knitsch wenig optimistisch. „Ein Doppelneubau bedarf einen neuen Bebauungsplan und eine schnelle Lösung für die Grundschule rückt in weite Ferne.“

Trotz aller Bedenken zeigten sich die Grünen den Planungen gegenüber jedoch offen. Dass es zum Standort keine Alternativen gibt, mahnte Bürgermeister Christoph Schultz im Anschluss an und bekam Rückenwind von Schuldezernentin des Kreises Mettmann, Ulrike Haase. „Ein ähnliches Konzept, nur mit Kindergartenkindern, haben wir vor einiger Zeit in Mettmann am Kindergarten Karpendelle eingerichtet. Mit großem Erfolg. Behinderte und nicht behinderte Kinder besuchen diese Einrichtung gemeinsam und haben trotzdem separate Bereiche.“

Dass im Kreis Mettmann derzeit acht Förderzentren unterhalten werden, die allesamt steigende Anmeldezahlen verbuchen und bereits Raumnot aufweisen, sieht die Schuldezernentin als wichtiges Zeichen für die Entscheidung „Campus Sandheide“.

Das Schlusswort erhielt Susanne Adomeit. Die Direktorin der Gemeinschaftsgrundschule Sandheide sprach sich für die Gemeinschaftslösung aus und freut sich auf die künftigen Herausforderungen. „Wir haben in keiner Weise etwas gegen diese Pläne.“ Mehrheitlich wurde das weitere Voranschreiten der Maßnahme von CDU und SPD beschlossen. Ein Antrag der Grünen, eine Bürgerveranstaltung über das weitere Vorgehen im Quartier Sandheide zu planen, erhielt ebenfalls grünes Licht. Nach mehrheitlicher Beschlussfassung steigt die Verwaltung jetzt in die Wettbewerbsphase ein.

Im nächsten Zug können Architekturbüros ihre Vorschläge zu den planerischen Grundlagen einbringen.

Zum Hintergrund: Rund 80 Schüler besuchen derzeit das Förderschulzentrum Mitte am Rathelbecker Weg in Alt-Erkrath. Da die Immobilie jedoch stark in die Jahre gekommen ist, scheint eine Sanierung aus wirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll zu sein und bot Grund für die Machbarkeitsstudie des Kreises Mettmann.

(tb)