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Brut- und Setzzeit: 1. März bis 15. Juli: Die Natur erwacht zu neuem Leben

Brut- und Setzzeit: 1. März bis 15. Juli : Die Natur erwacht zu neuem Leben

Vergangenen Montag war kalendarischer Frühlingsanfang und wer aufmerksam mit allen Sinnen durch die Natur geht, der hört und sieht es auch: Die Natur erwacht zu neuem Leben.

Umso wichtiger denn je ist es jetzt, dass wir die Wildtiere, die in den Wäldern leben, nicht stören - denn vom 1. März bis zum 15. Juli ist die sogenannte Brut- und Setzzeit. Die Vögel halten die gelegten Eier so lange warm, bis die Jungen schlüpfen und das sogenannte Haarwild wie beispielsweise Rehe bekommen in dieser Zeit ebenfalls ihren Nachwuchs. „Deshalb appellieren wir an alle Spaziergänger, auf den Wegen zu bleiben und sich rücksichtsvoll gegenüber den Tieren zu verhalten“, so Jagdpächter Winfried Edelmann. Er empfiehlt außerdem, die Hunde an der Leine zu halten beziehungsweise in Ruf- und Sichtweite auf den offiziellen Wegen zu führen. „Das dient nicht nur dem Schutz der Wildtiere, sondern auch des eigenen Vierbeiners.“ Die Wildschwein-Population wächst stetig - auch in Erkrath. „Wenn ein Hund beispielsweise eine Bache mit ihren Jungtieren stört, dann kann das mitunter für den vierbeinigen Freund böse enden.“ Normalerweise gehen Wildschweine jedoch dem Menschen aus dem Weg

Wer durch den Wald spaziert und sich dabei unterhält, wird keinem Wildschwein begegnen. Nur im Frühjahr, wenn die Frischlinge gerade zur Welt gebracht und noch hilflos sind, kann es zur Konfrontation kommen. Eine Bache, die das Gefühl hat, sie müsse ihren Nachwuchs verteidigen, reagiert mit Fauchen und Drohgebärden; ein Angriff ist möglich. Dann heißt es Ruhe bewahren und sich langsam zurückziehen. Wildschweine, deren keilförmiger Schädel fast ansatzlos in einen massigen Rumpf übergeht, sind mit einem kräftigen Gebiss bewehrt. Mit Schulterhöhen bis zu einem Meter und Gewichten bis 200 Kilo zählen sie zu den größten Wildtieren hierzulande (Quelle: NABU).

Die Wildschweine finden hierzulande fast das ganze Jahr Nahrung und haben - bis auf den Menschen - keine Fressfeinde. Passt also die Nahrungsgrundlage, steigt die Vermehrungsrate automatisch. Im Schnitt bringt eine Bache sechs Jungtiere zur Welt. Für die Wildschweinschäden, die die Tiere bei ihrer Nahrungssuche beispielsweise auf Wiesen und Felder anrichten, muss der Jäger die Landwirte entsprechend entschädigen. „Wir jagen die Wildschweine natürlich auch“, sagt Edelmann. Doch das ist mitunter eine schwierige Angelegenheit, denn so ein Wildschwein ist schlau. „Die Tiere merken sich die Stellen im Wald, wo sie bejagt wurden und meiden diese folglich in den nächsten Tagen bis Wochen.“

Wer übrigens ein vermeintlich verletztes, verwaistes und geschwächtes Wildtier sichtet, sollte dies nicht anfassen, sondern den Fund schnellstmöglich dem örtlichen Jäger oder der Polizei mit entsprechendem Standort melden.

Verhaltensregeln im Wald und Flur:

- Hunde an die Leine: Hunde werden von anderen Tieren immer als Bedrohung wahrgenommen und können für Jungtiere zu einer tödlichen Gefahr werden. In Niedersachsen gilt während der Brut- Setz- und Aufzuchtzeit daher in der freien Landschaft eine Leinenpflicht für Hunde. Auch das Aufsammeln der Hinterlassenschaften und die Entsorgung der Tüte im Mülleimer sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

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- Nicht vom Weg abgehen: Wer im Offenland auf den Wegen bleibt, minimiert Störungen in der Brut- und Setzzeit automatisch. In fast allen Naturschutzgebieten gilt ohnehin ein strenges Wegegebot, dort sollte man unbedingt die ausgewiesenen Betreuungs- und Ruhezonen beachten. Das gilt auch für Flüsse und Seen.

- Abstand halten: Unbedingt ausgewiesene Betreuungs- und Ruhezonen in Schutzgebieten beachten. Sie markieren Bereiche, in die sensible Arten sich zurückziehen. Das gilt auch für Flüsse und Seen.

- Rücksichtsvoll verhalten: Bitte nehmen Sie auch Rücksicht auf andere Naturfreunde. Damit der Ausflug in die Natur für Jogger, Radfahrer, Familien mit Kindern und Spaziergänger gleichermaßen zum schönen Erlebnis wird, sollten alle einander mit Rücksicht begegnen. Bitte parken Sie auch nur auf den ausgewiesenen Flächen.

- Leise statt laut: Ob Musik oder laute Stimmen: Lärm stört nicht nur andere Erholungssuchende, sondern vor allem viele Tiere, diese sind meist deutlich lärmempfindlicher als wir Menschen.

- Nichts hinterlassen: Abfall ist nicht immer zu vermeiden, ob Plastik oder Bananenschalen. In der Natur hat er aber nichts zu suchen. Bitte unbedingt wieder mit nach Hause nehmen oder in den nächsten öffentlichen Mülleimer werfen.

- Nicht zündeln: Rauchen, Grillen und offenes Feuer werden schnell zu einer großen Gefahr. Viele unterschätzen auch den Schaden, den achtlos weggeworfene Zigarettenstummel anrichten. Diese enthalten viele Schadstoffe und Plastik, die so unkontrolliert in unsere Natur gelangen und sich dort anreichern. (Quelle: NABU)

(nic)