Erste "Critical Mass" in Erkrath: Die geballte Ladung an Radlern

Erste "Critical Mass" in Erkrath : Die geballte Ladung an Radlern

Wir haben in Erkrath eine Euphorie um die Tour de France erlebt. Auch viele Alltagsradler haben an der Strecke gestanden. Gleichzeitig erleben die Radhändler einen Boom, insbesondere beim Verkauf von E-Bikes.

Bei so guter Stimmung um das Thema Radfahren haben sich am vergangenen Mittwoch 25 Radfahrer aller Altersgruppen zusammen gefunden und Erkraths erste "Critical Mass" gebildet. "Bei dieser weltweiten Bewegung treffen sich Radfahrer, um durch ihre Masse und das konzentrierte Auftreten von Fahrrädern auf den Radverkehr als ökologische Form des Verkehrs aufmerksam zu machen. Gleichzeitig soll hierdurch auf die Notwendigkeit einer besseren Infrastruktur für den Radverkehr hingewiesen werden." (Quelle: https://www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-unna/critical-mass.html
https://criticalmass.in/citylist)

Dabei nutzen die Erkrather Radfahrer die Verbandsregel der StVO. Demnach gelten sinngemäß die Verkehrsregeln eines einzelnen Fahrzeuges für eine Radlergruppe ab 16 Personen (die "Kritische Masse"). Dieser geschlossene Verband darf unter anderem in einem Zug über eine Kreuzung mit Ampel fahren, selbst wenn diese zwischenzeitlich auf Rot umschaltet. Der Verband ist von der Benutzungspflicht der Radwege ausgenommen und belegt daher eine Straßenspur.

Bei bestem Wetter und mit guter Laune und Musik fuhr der beeindruckende Verband von Radfahrern vom Hochdahler Markt nach Unterfeldhaus zum Neuenhausplatz, wo eine Trinkpause eingelegt wurde. Anschließend ging es weiter nach Erkrath vors Rathaus. Dort endete die Fahrt durch die drei Stadtteile Erkraths mit einem Gruppenfoto.

Die anschließenden Gesprächen bei einem verdienten "Radler" zeigen: Der Zustand (Qualität und Pflege) der Radwege ist verbesserungswürdig: Löcher, lose Steine, Scherben, Hecken und stachelige Brombeersträucher, die in die Wege wachsen, kritische Einmündungen, etc. Die Infrastruktur und deren Pflege hält dem Fahrradboom nicht stand. Dies scheint auch Folge der stockenden Umsetzung des vorhandenen Radverkehrskonzept in Erkrath zu sein.

Nicht nur ältere Radfaher, von denen es durch die E-Bikes zunehmend mehr gibt, fühlen sich auf den Straßen und Radwegen häufig unsicher. Immer wieder wurden auch nicht angeleinte Hunde auf kombinierten Fuß-/Radwegen als Gefahrenquelle genannt - hier besonders auf dem Ankerweg.

Praktisch alle waren sich einig - bei der nächsten Critical Mass, die am 16. August, 18.40 Uhr vom Rathaus Erkrath aus starten soll, sind wieder alle dabei, um auf das Anliegen einer besseren und sicheren Infrastruktur für Radfahrer aufmerksam zu machen. Das Motto lautet: "Jeder bringt noch eine/n mit!"