Mit Unterstützung der Agentur für Arbeit Mettmann hat im Bestattungshaus Vogelskamp in Erkrath eine zuvor langjährig im Einzelhandel ohne Berufsabschluss tätige Mitarbeiterin eine betriebliche Einzelumschulung zur Bestattungsfachkraft erfolgreich abgeschlossen.
Die 46-Jährige absolvierte innerhalb von zwei Jahren eine verkürzte Ausbildung und erwarb im August 2025 einen vollwertigen Berufsabschluss. Neben der praktischen Tätigkeit im Betrieb besuchte sie die Berufsschule sowie überbetriebliche Lehrgänge.
Der Weg in den neuen Beruf begann mit einer Beratung durch die Berufsberatung im Erwerbsleben der Agentur für Arbeit. Dieses Angebot richtet sich gezielt an Beschäftigte, die sich beruflich neu orientieren oder weiterentwickeln möchten.
„Während Fachkräfte an vielen Stellen dringend gesucht werden, sinken die Jobchancen für Menschen ohne Berufsausbildung. Die Lösung liegt in der beruflichen Weiterbildung. Dafür haben wir gezielte Beratungs- und Förderangebote für Arbeitssuchende, Arbeitgeber und Beschäftigte“, so Karl Tymister, Chef der Agentur für Arbeit Mettmann. Auch für das Unternehmen hat sich der Weg bewährt. Maximilian Meier, Inhaber des Bestattungshauses Vogelskamp, sagt: „Der Aufwand war für uns gut überschaubar und vergleichbar mit einer klassischen Ausbildung. Gleichzeitig konnten wir Frau Schütze von Anfang an stärker in den Kundenkontakt einbinden, weil sie viel Lebenserfahrung mitbringt. Gerade in unserem Beruf ist das ein großer Vorteil.“
Die Entscheidung für die Umschulung war für die Mitarbeiterin ein bewusster Neuanfang nach mehr als 20 Jahren im Lebensmitteleinzelhandel. Melanie Schütze, Bestattungsfachkraft, erklärt: „Ich habe über 20 Jahre im Einzelhandel gearbeitet und irgendwann gemerkt, dass mir Wertschätzung und Sinn in meiner Arbeit fehlen. Über die Berufsberatung im Erwerbsleben bin ich auf den Beruf der Bestattungsfachkraft gestoßen – das hat mich sofort interessiert. Der Weg dahin war anspruchsvoll, und die Berufsschulzeit für mich eine echte Herausforderung. Trotzdem bin ich sehr stolz, dass ich das geschafft habe. Heute habe ich das Gefühl, wirklich etwas Sinnvolles zu tun. Ich kann Menschen in einer sehr schwierigen Lebenssituation helfen, und das gibt mir viel zurück.“
Die Agentur für Arbeit unterstützt solche Qualifizierungen mit verschiedenen Förderinstrumenten. Dazu gehören vor allem Zuschüsse zum Arbeitsentgelt während der Weiterbildung, Lehrgangskosten sowie Prüfungsgebühren. „Solche Beispiele zeigen, wie berufliche Qualifizierung konkret gelingt. Fachkräftesicherung entsteht nicht nur durch junge Auszubildende, sondern auch durch Menschen, die noch einmal neu durchstarten“, sagt Karl Tymister. Für Arbeitgeber bietet dies die Möglichkeit, Fachkräfte gezielt zu entwickeln und langfristig zu binden. Für Beschäftigte eröffnet sich die Chance auf einen anerkannten Berufsabschluss und neue berufliche Perspektiven.
Wer sich beruflich neu orientieren oder weiterentwickeln möchte, kann sich an die Berufsberatung im Erwerbsleben der Agentur für Arbeit wenden. Sie unterstütz Beschäftigte dabei, individuelle Perspektiven zu entwickeln und passende Qualifizierungswege zu finden. Ergänzend bietet die Berufsberatung im Erwerbsleben regelmäßige Online-Informationsveranstaltungen an und Sprechstunden in Büchereien und Volkshochschulen.
Im Mai finden folgende Online-Informationsveranstaltungen statt: