Darum reichen regionale Kapazitäten oft nicht aus
Dafür gibt es unterschiedliche Gründe und Ursachen, die auch in Erkrath zu spüren sind. So steht nicht allen regionalen Betrieben unbegrenzt Personal zur Verfügung. Denn der Fachkräftemangel ist besonders im Handwerk zu spüren. Dies ist besonders dann der Fall, wenn ein Unternehmen viele Projekte und Maßnahmen parallel stemmen soll.
Eine weitere Ursache können die Projektinhalte an sich darstellen. Wenn hierfür besonders Spezialwissen vonnöten ist, sind nicht immer nur regionale Betriebe vor Ort. Nicht immer fehlt das Personal, sondern manchmal verfügen die regionalen Kapazitäten einfach nicht über das geforderte Fachwissen. Dann kommen externe Teams mit den entsprechenden Qualifikationen ins Spiel.
Genauso möglich ist, dass der Bedarf doch größer ist als ursprünglich gedacht oder schneller wächst. Dann können die benötigten Maschinen oder Fachkräfte nicht in gleicher Geschwindigkeit aufgestockt werden. Die Folge: Regionale Kapazitäten reichen dann unter Umständen nicht aus und überregionale Teams müssen bei der Vergabe von Bauprojekten gegebenenfalls einbezogen werden.
Warum Spezialisierung und Projektdruck gerade im Raum Erkrath sichtbar werden
Laut einem Interview mit Bürgermeister Christoph Schultz erfolgt beim Glasfaserausbau eine enge Zusammenarbeit zwischen den Stadtwerken und der Stadt Erkrath. Ob und inwieweit hierbei überregionale Unternehmen beteiligt sind, ist nicht ersichtlich. Aber Infrastrukturprojekte wie der Glasfaserausbau, der Straßenbau oder der Bau einer neuen Schule werden auch in Erkrath immer technischer und arbeitsteiliger.
Ein Beispiel für ein Infrastrukturprojekt ist der Bau einer neuen Kindertagesstätte in Erkrath. Laut Angaben der Stadt fand die Planungsphase zwischen Frühjahr 2019 und Herbst 2020 statt. Baubeginn war im 1. Quartal 2021. Die Inbetriebnahme der Kindertagesstätte Karlstraße soll voraussichtlich nächstes Jahr im Februar erfolgen. Schaut man sich den Ausführungsplan an, fällt auf: Auch externe Firmen sind für die Umsetzung verantwortlich.
Aber unabhängig von der Art des Bauprojekts: Werden spezielle Arbeiten durchgeführt, bedarf es Teams, die auf diese Tätigkeiten spezialisiert sind. Zudem unterstützen externe Teams dabei, Zeitpläne einzuhalten. Abläufe können so auch parallelisiert werden.
Die Lage Erkraths zwischen größeren Städten wie Düsseldorf und Wuppertal verstärkt diese Entwicklung zusätzlich. Durch die gute Anbindung können Unternehmen und Fachkräfte flexibel über Stadtgrenzen hinweg eingesetzt werden. Gerade bei spezialisierten Arbeiten oder engem Zeitplan kommt es deshalb vor, dass Teams nicht dauerhaft ein Projekt in Erkrath betreuen, sondern parallel auch auf Baustellen in anderen Städten tätig sind.
Straße, Glasfaser, Gebäudetechnik: drei Beispiele für denselben Trend
Infrastrukturprojekte unterscheiden sich in ihrer Art und ihrem Ziel. Beispielhaft zu nennen sind die Straßensanierung und die Verkehrsinfrastruktur, der Glasfaserausbau sowie die Gebäudetechnik. Bei diesen Sanierungsmaßnahmen und Arbeiten sind oft mehrere Teilgewerke beteiligt. Aufgrund dessen werden diese Arbeiten oft arbeitsteilig umgesetzt.
Laut einem Artikel der Stadtwerke Erkrath soll bis Ende 2025 der Glasfaserausbau in der Stadt abgeschlossen sein. Zu den Arbeiten zählt auch die netzbezogene Erschließung. Dabei handelt es sich um die Anbindung eines Grundstücks an die öffentlichen Versorgungs- und Entsorgungsnetze. In diesem Bereich des Glasfaserausbaus arbeiten häufig spezialisierte Teams sowohl ortsübergreifend als auch abschnittsweise. Dies verdeutlicht einen Beitrag der Telekom, wonach die Telekom allgemein verstärkt auf Kooperationen mit lokalen Anbietern setzt.
Ein weiterer Bereich, in dem der Bedarf an spezialisierten Betrieben wächst, ist die Gebäudetechnik. Auch in Wohn- und Gewerbegebäuden steigen die Anforderungen. Gewerke wie Elektrik und Heizung greifen stärker ineinander. Die Folge: Es werden spezialisierte Firmen für die Bau- und Modernisierungsmaßnahmen benötigt, die unter Umständen nicht immer unmittelbar vor Ort ansässig sind.
Was das in Erkrath praktisch bedeutet
Dort, wo überregionale Betriebe zum Einsatz kommen, kann ein größerer Koordinationsaufwand die Folge sein. Rein lokale Standardabläufe ändern sich und eine erhöhte Abstimmung zwischen den Gewerken und Projektphasen ist nötig. Der erhöhte Organisationsbedarf spiegelt sich auch im Personal und in der Beschaffung von Material und Maschinen wider. Alle Projektbeteiligten sind stärker von einer funktionierenden Projektlogistik abhängig.
Abläufe können zudem enger getaktet sein. Das betrifft insbesondere die Planung, Ausführung und die Übergabe. Der Einsatz überregionaler Teams hat auch Folgen für Fachkräfte und die Situation vor Ort. Wer außerhalb seines eigentlichen Einsatzgebiets tätig ist, benötigt eine zeitlich begrenzte Unterkunft. Dies ist beispielsweise bei längeren Einsätzen von externen Fachkräften der Fall.
Je nach Dauer und Organisation eines Einsatzes kommen verschiedene Unterbringungen in Frage. Bei eher kurzen oder kurzfristig angesetzten Einsätzen bieten sich häufig Hotels oder Gasthäuser an, weil sie ohne großen Aufwand verfügbar sind und meist eine flexible Buchung erlauben. Wenn Teams dagegen über einen längeren Zeitraum vor Ort arbeiten, sind Pensionen, Serviced Apartments oder Monteurzimmer in Erkrath oder der Umgebung oft die naheliegendere Lösung. Sie sind in der Regel stärker auf einen praktischen Arbeitsalltag ausgerichtet, bieten mehr Alltagstauglichkeit und können für längere Aufenthalte wirtschaftlicher sein.
Erkrath bleibt lokal, die Umsetzung erfolgt häufig regional
Auch wenn externe Teams bei Infrastrukturprojekten zunehmend an Bedeutung gewinnen, bleiben lokale Betriebe in Erkrath weiterhin wichtige Partner. Insbesondere dort eine bedeutende Rolle, wo regionale Kenntnisse und Nähe gefragt sind. Neubauten, Sanierungen und Modernisierungen entstehen heute oft im Zusammenspiel regionaler und überregionaler Akteure, abhängig von den jeweiligen fachlichen Anforderungen.